In der Ostsee ist erneut ein Buckelwal gesichtet worden. Das Tier, dem Tierschützer den Namen „Hartwin“ gegeben haben, wurde in den vergangenen Tagen in der Nähe deutscher Gewässer beobachtet. Nach Angaben der Organisation Stranded No More bewegt sich der Wal in Richtung der deutschen Küste. Sein Zustand bereitet Fachleuten und Aktivisten erhebliche Sorgen. Schreibt bankrecht-ratgeber mit Bezug auf t-online.
Der Buckelwal war bereits am 20. Juni an der Brücke über den Kleinen Belt aufgetaucht. Danach wurde er mehrfach in dänischen Gewässern registriert. Zuletzt sah man das Tier am 4. Juli an der Klappbrücke im dänischen Sønderborg und am 5. Juli vor Egernsund.
Der Wal könnte bereits in deutschen Gewässern sein
Vom Ort der letzten Sichtung bis nach Flensburg sind es Luftlinie nur etwa 15 Kilometer. Bis zur Nordspitze der deutschen Halbinsel Holnis sind es sogar nur rund drei Kilometer. Deshalb geht Stranded No More davon aus, dass „Hartwin“ bereits deutsche Hoheitsgewässer erreicht haben könnte.
Die Organisation verfolgt die Bewegungen des Tieres, allerdings erfolgen die Sichtungen nur unregelmäßig. Nach den bislang vorliegenden Angaben hält sich der Wal in einem Flachwasserbereich auf. Die Tiefe dort beträgt ungefähr zwischen fünf und zwölf Metern.
Tierschützer befürchten, dass sich ein ähnlicher Fall wie bei dem Buckelwal „Timmi“ wiederholen könnte. Dieser war im März 2026 an der deutschen Ostseeküste gestrandet und nach einer aufwendigen Rettungsaktion gestorben.
„Niemand ist darauf vorbereitet. Eine weitere Tragödie bahnt sich an“, erklärte Stranded No More.
Wassertemperatur und Flachwasser verschärfen die Lage
Nach Angaben der Aktivisten liegt die Wassertemperatur in dem Gebiet derzeit bei etwa 19,5 Grad Celsius. Für einen Buckelwal gelten solche Bedingungen als ungünstig. Das Tier befindet sich in einem vergleichsweise warmen und flachen Bereich der Ostsee, was seinen Zustand zusätzlich belasten könnte.
Besonders besorgniserregend ist auch das Verhalten des Wals. Beobachtungen zufolge bewegt er sich nur langsam. Das kann auf Erschöpfung hindeuten. Zudem wird von Hautproblemen berichtet: Die blasse Hautfarbe werten Experten als mögliches Zeichen für einen schlechten Gesundheitszustand.
Fachleute vermuten, dass der Wal das Flachwasser nicht zufällig aufsucht. Dort kann er ruhiger liegen und muss weniger Energie aufwenden, um regelmäßig zum Atmen an die Oberfläche zu kommen. Gleichzeitig erhöht genau dieses Verhalten das Risiko, dass das Tier endgültig auf Grund läuft.
Experte sieht kaum Überlebenschancen
Der Walexperte Heiko Buch-Illing hatte die Überlebenschancen von „Hartwin“ bereits zuvor als äußerst gering eingeschätzt. Der auffallend langsame Bewegungsablauf könne auf eine starke Schwächung des Tieres hinweisen.
Buch-Illing verwies außerdem auf den Zustand der Haut. Blasse Stellen könnten dafür sprechen, dass sich der Wal in einem kritischen körperlichen Zustand befindet.
„Es gibt keine Chance. Er wird sterben“, sagte der Experte in der Nachrichtensendung Newstime.
Stranded No More warnt, dass eine Strandung nur noch eine Frage der Zeit sein könnte, falls der Wal weiter im Flachwasser bleibt. Nach dem Tod von „Timmi“ im März ist der neue Fall eines Buckelwals in der Ostsee erneut ein Warnsignal für Tierschützer und Meeresexperten.
Was über die Route von „Hartwin“ bekannt ist
Nach den bisherigen Meldungen sieht die Route des Wals so aus:
| Datum | Ort der Sichtung | Details |
|---|---|---|
| 20. Juni | Brücke über den Kleinen Belt | Erste bekannte Sichtung des Wals in der Region |
| 4. Juli | Sønderborg, Dänemark | Das Tier wurde an der Klappbrücke gesehen |
| 5. Juli | Egernsund, Dänemark | Letzte bestätigte Sichtung |
| Nach dem 5. Juli | Gebiet nahe Deutschland | Tierschützer vermuten, dass der Wal deutsche Gewässer erreicht haben könnte |
Nach Einschätzung der Aktivisten befindet sich das Tier sehr nahe an der deutschen Küste. Sie warnen, dass die Lage weiter beobachtet werden müsse, weil der Zustand von „Hartwin“ kritisch bleibt.
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