Was passiert mit dem Bankkonto, wenn jemand stirbt?
Der Tod eines Angehörigen ist emotional belastend — und bringt gleichzeitig eine Reihe bürokratischer Aufgaben mit sich, die keinen Aufschub dulden. Eine der dringendsten: Was passiert mit dem Bankkonto des Verstorbenen? Wer darf verfügen, was läuft weiter, und wie kommen Erben an das Geld?
Ergänzend empfehlen wir Rechte bei Kontoschließung 2026 sowie Girokonto 2026: Welches Konto lohnt sich?
„Eine transmortale Kontovollmacht — also eine Vollmacht, die über den Tod hinaus gilt — ist das wichtigste Finanzinstrument für den Erbfall. Sie erspart Wochen des Wartens auf den Erbschein.“
Der Ablauf — Schritt für Schritt
Welche Dokumente braucht die Bank?
Muss man einen Erbschein beantragen?
Nicht immer. Es gibt Alternativen:
- Notarielles Testament mit Eröffnungsprotokoll — viele Banken akzeptieren dies anstelle eines Erbscheins
- Transmortale Kontovollmacht — wurde sie zu Lebzeiten erteilt, kann der Bevollmächtigte sofort über das Konto verfügen
- Gemeinschaftskonto (Oder-Konto) — der überlebende Kontoinhaber kann weiterhin über das Konto verfügen
Ein Erbschein kostet je nach Nachlasswert zwischen 75 und mehreren tausend Euro (Gebührentabelle nach GNotKG) und dauert 4–8 Wochen.
Was passiert mit Daueraufträgen und Lastschriften?
Miete, Strom, Versicherungen — viele Zahlungen laufen per Dauerauftrag oder Lastschrift. Nach dem Tod des Kontoinhabers laufen diese zunächst weiter, bis die Bank informiert wird. Erben sollten deshalb schnell alle laufenden Verpflichtungen prüfen und gegebenenfalls kündigen oder umstellen.
Fazit: Vorsorge zu Lebzeiten ist der beste Erbfall-Schutz
Wer zu Lebzeiten eine transmortale Kontovollmacht erteilt und ein notarielles Testament hinterlegt, erspart seinen Erben Wochen des Wartens, hunderte Euro Erbscheinkosten und erheblichen Stress in einer ohnehin schweren Zeit.
Quellen: § 1922 BGB – Gesamtrechtsnachfolge | § 167 BGB – Vollmacht | Verbraucherzentrale – Bankkonto im Todesfall | BaFin

