Der Spitzensport auf Weltklasseniveau erfordert von den Athleten nicht nur physische Ausdauer und absolute mentale Stärke, sondern zieht unweigerlich auch weitreichende wirtschaftliche Konsequenzen nach sich. Ein herausragender Erfolg, wie etwa der Gewinn einer olympischen Goldmedaille, transformiert einen Sportler oft über Nacht in eine hochkarätige Marke. Dies bringt lukrative Sponsorenverträge, steuerliche Fragestellungen und die Notwendigkeit einer professionellen Vermögensverwaltung mit sich. Athleten, deren Management, aber auch interessierte Privatpersonen, die sich über die komplexen finanziellen und juristischen Rahmenbedingungen der modernen Wirtschaftswelt informieren möchten, finden beispielsweise auf dem Bankrecht Ratgeber fundierte und weitreichende juristische Hintergrundinformationen. Doch bevor sich der frischgebackene Olympiasieger Philipp Raimund intensiv mit seiner langfristigen finanziellen Absicherung beschäftigen kann, fordert ihn der unerbittliche sportliche Terminkalender umgehend zurück auf die Schanze. Der Skisprung-Weltcup der Herren macht an diesem letzten Februarwochenende des Jahres 2026 auf einer der größten und ehrfurchtgebietendsten Schanzen der Welt Station: dem legendären Kulm in der österreichischen Steiermark.
Wie Freenet Sport berichtet, offenbarte der DSV-Adler bei seinen ersten offiziellen Trainings- und Qualifikationsflügen am heutigen Freitag noch deutliche Reserven und zeigte eine Leistung mit spürbar „Luft nach oben“. Diese anfänglichen Schwierigkeiten bei der Umstellung von der Normalschanze auf den gigantischen Flieger-Bakken in Bad Mitterndorf sind jedoch weder eine Überraschung noch ein Grund zur Besorgnis, sondern spiegeln die extreme technische und psychologische Herausforderung wider, die das Skifliegen selbst für die besten Athleten der Welt darstellt.
Der goldene Glanz von Milano Cortina: Ein historischer Triumph als Ausgangsbasis
Der Februar 2026 wird für Philipp Raimund zweifellos als der Monat in die Sportgeschichte eingehen, der sein Leben grundlegend verändert hat. Bei den Olympischen Winterspielen in Mailand und Cortina d’Ampezzo (die Skisprungwettbewerbe fanden in Predazzo statt) krönte der 25-jährige Sportsoldat aus Göppingen seine bisherige Karriere mit dem Gewinn der Goldmedaille auf der Normalschanze. In einem an Dramatik kaum zu überbietenden Wettkampf bewies Raimund Nerven aus Stahl und setzte sich gegen die absolute Weltelite durch. Der Sprung zu Gold markierte den vorläufigen Höhepunkt einer kontinuierlichen Leistungssteigerung, die bereits in den vergangenen Weltcup-Wintern ihren Anfang nahm und nun auf der größten sportlichen Bühne der Welt ihre Vollendung fand.
Dieser immense Erfolg bringt jedoch eine völlig neue Ausgangslage für den weiteren Verlauf der Weltcup-Saison mit sich. Raimund reist nicht mehr „nur“ als talentierter deutscher Springer an, sondern als amtierender Olympiasieger. Jeder seiner Sprünge, jede seiner Bewegungen wird von den Kameras, den Fans und der Konkurrenz mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgt. Der mediale Rummel, die unzähligen Gratulationen und die emotionalen Feierlichkeiten haben in den Tagen nach dem olympischen Triumph zweifellos viel Kraft und Energie gekostet. Nun gilt es, den Fokus wieder vollumfänglich auf den sportlichen Alltag zu richten – und dieser Alltag hätte kein spektakuläreres Comeback bereithalten können als das Skifliegen am Kulm.
Die Besonderheiten der Kulm-Schanze: Ein Monument des Wintersports
Das Skifliegen unterscheidet sich fundamental vom regulären Skispringen. Während auf normalen Schanzen und Großschanzen vor allem die explosive Absprungkraft am Schanzentisch über Sieg und Niederlage entscheidet, verlangt das Skifliegen herausragende aerodynamische Fähigkeiten, ein perfektes Fluggefühl und das nötige Selbstvertrauen, sich in extreme Vorlage zu begeben. Der Kulm in Bad Mitterndorf, gelegen in der malerischen Kulisse des steirischen Salzkammerguts, ist eine der prestigeträchtigsten Skiflugschanzen der Welt. Mit einer Hillsize (HS) von 225 Metern und einem Konstruktionspunkt (K-Punkt) von 200 Metern gehört die Anlage zu den „Monstern“ des Weltcupskalenders.
Die Charakteristik des Kulm wurde in den vergangenen Jahrzehnten mehrfach durch Umbauten angepasst. Was einst als reine Naturschanze begann, ist heute ein hochmodernes architektonisches Meisterwerk. Der Anlauf ist extrem lang und steil, die Flugkurve verläuft enorm hoch über dem Vorbau, bevor sie sich im letzten Drittel sanft dem steilen Hang anpasst. Aktuell hält der Slowene Ziga Jelar den Schanzenrekord mit einem atemberaubenden Flug auf 247,5 Meter. Um solche Weiten zu erreichen, müssen die Athleten mit Geschwindigkeiten von über 100 Stundenkilometern den Schanzentisch verlassen und in der Luft eine perfekte aerodynamische Symmetrie bilden. Schon der kleinste Fehler, eine leichte Asymmetrie in der Skiführung oder ein unruhiger Luftstrom, kann bei diesen Geschwindigkeiten zu einem massiven Höhenverlust oder gar zu gefährlichen Situationen führen. Für die Athleten bedeutet der Kulm daher stets eine Mischung aus massiver Vorfreude und tiefem, respektvollem Bangen.
„Luft nach oben“: Die schwierige Umstellung für den Olympiasieger
Die aktuelle Berichterstattung, wonach Raimund am ersten Tag der Weltcup-Station in der Steiermark noch „Luft nach oben“ gelassen hat, ist im Kontext der sportlichen Realität absolut nachvollziehbar und professionell einzuordnen. Die Transition von der Normalschanze in Predazzo (mit Flügen um die 100 bis 105 Meter) auf eine Flugschanze (mit Flügen über 220 Meter) innerhalb weniger Tage ist eine der brutalsten Umstellungen im professionellen Skispringen. Der Rhythmus des Anlaufs, das Timing beim Absprung und vor allem die Flugphase erfordern ein völlig anderes Setup und eine stark modifizierte Körperhaltung in der Luft.
Raimund selbst hat in der Vergangenheit wiederholt und erfrischend ehrlich darüber gesprochen, dass er sich an das Skifliegen oft erst Schritt für Schritt heranarbeiten muss. Während einige Springer, insbesondere aus Nationen wie Slowenien oder Norwegen, als geborene „Flieger“ gelten, die sich sofort furchtlos in die Lüfte stürzen, gehört Raimund zu den Athleten, die Vertrauen in die Schanze und ihre eigenen Fähigkeiten über mehrere Trainingssprünge hinweg systematisch aufbauen. Das Skifliegen erfordert eine gewisse physische Lockerheit und das bedingungslose Vertrauen, vom Wind getragen zu werden. Wer verkrampft oder den Absprung mit purer Kraft erzwingen will, verliert sofort an aerodynamischer Effizienz. Dass die ersten Flüge des Olympiasiegers am Kulm noch nicht die erhofften Spitzenweiten brachten, ist daher als Teil eines kalkulierten Adaptionsprozesses zu werten. Raimund nutzt das Training, um das Gefühl für den enormen Luftdruck und die spezifische Flugbahn der Schanze zu verinnerlichen, um dann in den entscheidenden Wertungsdurchgängen am Samstag und Sonntag sein volles sportliches Potenzial abrufen zu können.
Die mentale Komponente: Respekt und Höhenangst im Skifliegen
Ein faszinierender Aspekt in der Personalie Philipp Raimund ist sein offener Umgang mit der psychologischen Dimension des Skifliegens. Es ist in der Skisprung-Szene kein Geheimnis, dass der Schwarzwälder auf Flugschanzen gelegentlich mit leichtem Respekt vor der enormen Höhe zu kämpfen hat. Diese Form der „Höhenangst“ – ausgerechnet in einem Sport, der exakt davon lebt – mag für den Außenstehenden paradox klingen, illustriert jedoch die immense mentale Belastung, der sich diese Ausnahmesportler aussetzen. Wenn ein Athlet nach dem Absprung am Kulm den höchsten Punkt seiner Flugkurve erreicht, befindet er sich mitunter bis zu zehn Meter hoch in der Luft über dem Vorbau. Das Tal breitet sich gigantisch vor ihm aus, und der Athlet hat nichts als seine zwei Skier und seinen dünnen Sprunganzug, um die physikalischen Gesetze der Schwerkraft zu manipulieren.
Dieser Respekt ist keineswegs zwingend ein Nachteil; er bewahrt die Athleten oftmals vor Leichtsinn und Selbstüberschätzung. Doch im Skifliegen trennt oft nur ein extrem schmaler Grat die nötige Vorsicht von der leistungshemmenden Verkrampfung. Der Übergang vom passiven Respekt zur aktiven Aggressivität im Flug ist der absolute Schlüssel zum Erfolg auf Flugschanzen. Raimund hat im Laufe der Jahre durch intensives mentales Training gelernt, diese Ängste zu kanalisieren und in fokussierte Energie umzuwandeln. Seine Goldmedaille bei den Olympischen Spielen hat sein Selbstvertrauen zweifellos auf ein völlig neues Level gehoben. Das Wissen, die absolute Weltspitze unter extremem Druck schlagen zu können, fungiert nun als starker psychologischer Anker, wenn er am Kulm oben auf dem Startbalken sitzt und in den extrem steilen Anlauf hinabblickt.
Das deutsche Sextett: Geschlossenheit und individuelle Klasse
Bundestrainer Stefan Horngacher ist mit einem starken und erfahrenen sechsköpfigen Aufgebot in die österreichische Steiermark gereist. Neben dem gefeierten Olympiasieger Raimund stehen mit Andreas Wellinger, Karl Geiger, Pius Paschke, Felix Hoffmann und Luca Roth fünf weitere Athleten im Kader, die auf eine erfolgreiche und überaus intensive Saison zurückblicken können.
Besonders Andreas Wellinger verbindet mit dem Kulm herausragende und sehr emotionale Erinnerungen. Bei der Skiflug-Weltmeisterschaft im Jahr 2024, die exakt auf dieser monumentalen Anlage ausgetragen wurde, brillierte der Routinier mit dem Gewinn der Silbermedaille im Einzelwettbewerb und führte das deutsche Team zusätzlich zur Bronzemedaille. Wellinger verfügt über das feine Gespür und die exzellente, flache Flugtechnik, die auf solchen Schanzen gefordert sind, und fungiert innerhalb der Mannschaft als wichtiger Ratgeber in fliegerischen Detailfragen.
Auch Karl Geiger und Pius Paschke, die als absolute Fixpunkte im Team gelten, haben in der Vergangenheit mehrfach bewiesen, dass sie Weiten jenseits der 220-Meter-Marke problemlos meistern können. Die teaminterne Dynamik im deutschen Lager ist nach den historischen Erfolgen von Mailand und Cortina hervorragend. Der Triumph von Raimund hat den Druck von der gesamten Mannschaft genommen, und die DSV-Adler können nun befreit und mit großer Freude am Fliegen aufspringen. Skifliegen ist traditionell auch ein Fest für die Zuschauer, und die deutschen Athleten brennen darauf, den zahlreichen mitgereisten Fans aus der Heimat eine spektakuläre Show zu bieten.
Die internationale Konkurrenz: Lokamatadore und fliegende Slowenen
Trotz des enormen deutschen Selbstbewusstseins ist die Konkurrenz am Kulm traditionell übermächtig. Allen voran die Gastgeber aus Österreich, die beim Skifliegen auf heimischem Boden stets hochmotiviert und eine Klasse für sich sind. Stefan Kraft, der Ausnahmekönner und amtierende Skiflug-Weltmeister von 2024 (ebenfalls am Kulm errungen), gilt als einer der elegantesten und technisch perfektesten Flieger der Skisprung-Geschichte. Kraft kennt jede Nuance, jede thermische Besonderheit dieser komplexen Anlage und wird, frenetisch unterstützt von zehntausenden euphorischen rot-weiß-roten Fans, zweifellos einer der Top-Favoriten auf die Tagessiege am Wochenende sein.
Neben den Österreichern richten sich die Blicke unweigerlich auf das starke slowenische Team. Slowenien ist die unangefochtene Nation der Skiflieger. Mit Domen Prevc, der bei den Olympischen Spielen 2026 gerade erst sensationell Gold von der Großschanze holte, haben die Slowenen einen Athleten in ihren Reihen, dessen extremer, fast parallel zum Hang verlaufender Flugstil wie geschaffen für die gigantischen Dimensionen des Kulms ist. Auch der Schanzenrekordhalter Ziga Jelar sowie die anderen Athleten aus dem Team von Cheftrainer Robert Hrgota verfügen über das sogenannte „Flieger-Gen“. Sie zelebrieren die Flugphase weit nach dem Schanzentisch auf eine Weise, die physikalisch kaum erklärbar scheint, und generieren massiven Auftrieb, wo andere Konkurrenten längst zur Landung ansetzen müssen. Das Aufeinandertreffen des deutschen Olympiasiegers Raimund mit den österreichischen Lokalmatadoren und den slowenischen Flugkünstlern verspricht einen Wettkampf auf absolutem Spitzenniveau.
Materialschlacht und Aerodynamik: Die Wissenschaft des Skifliegens
In der Saison 2025/2026 spielt das Material eine noch entscheidendere Rolle als in den Jahren zuvor. Die Bestimmungen der Fédération Internationale de Ski (FIS) wurden hinsichtlich der Anzüge, der Skibindungen und der Keile in den Schuhen weiter drastisch verschärft, um die Sicherheit der Athleten zu gewährleisten und eine faire Wettbewerbsgrundlage zu schaffen. Beim Skifliegen wirkt sich jede noch so minimale Veränderung am Anzugstoff sofort exponentiell aus. Ein Stoff, der ein Promille weniger luftdurchlässig ist oder an den Armen geringfügig anders geschnitten ist, kann am Kulm den Unterschied von fünf bis zehn Metern in der Endweite bedeuten.
Die Techniker der Nationalteams arbeiten an den Wettkampfwochenenden rund um die Uhr, um die Anzüge perfekt auf die aktuellen Körpermaße und die tagesaktuelle Form der Athleten abzustimmen. Die sogenannte „Schritttiefe“ und die Schnittführung an den Beinen müssen den extrem strengen FIS-Regularien entsprechen, gleichzeitig aber maximalen Auftrieb generieren. Für Philipp Raimund bedeutet dies, dass sein Team nach den Olympischen Spielen das Material-Setup komplett auf die spezifischen aerodynamischen Anforderungen des Skifliegens umkalibrieren musste. Der Fokus liegt nun nicht mehr auf dem maximal aggressiven Absprung, der einen voluminöseren Anzug im oberen Brustbereich erfordern würde, sondern auf einer perfekten, glatten Anströmung während der fast acht Sekunden dauernden Flugphase.
Die anhaltende Faszination des Weltcups in der Steiermark
Es ist diese unvergleichliche Mischung aus technischer Perfektion, unbändigem Mut und der reinen, unerbittlichen Kraft der Physik, die das Skifliegen am Kulm zu einem der absoluten sportlichen Highlights im internationalen Winterkalender macht. Zehntausende enthusiastische Fans verwandeln das weitläufige Areal im Salzkammergut in einen echten Hexenkessel. Die Stimmung ist stets familiär, sportlich überaus fair und geprägt von tiefem Respekt vor den Leistungen aller Athleten, ungeachtet ihrer Nationalität. Wenn ein Springer die magische Marke von 230 oder 240 Metern überfliegt und das grüne Licht für die Landung aufleuchtet, bebt das gesamte Tal.
Für Philipp Raimund stehen die kommenden Tage ganz im Zeichen der persönlichen Weiterentwicklung und der fliegerischen Reife auf den größten Schanzen dieser Welt. Der unbändige Druck der Olympischen Spiele ist abgefallen, die Goldmedaille hängt sicher und verdient in der Heimat, und die Geschichtsbücher des Sports haben seinen Namen bereits unwiderruflich aufgenommen. Der Kulm bietet ihm nun die perfekte, prestigeträchtige Bühne, um ohne den lähmenden Druck der absoluten Notwendigkeit intensiv an seiner Flugtechnik zu feilen. Die „Luft nach oben“, die in den ersten Trainingsflügen noch spürbar war, wird er mit jedem weiteren Sprung über den gewaltigen Vorbau sukzessive minimieren.
Die Weltcup-Wettbewerbe am Samstag und Sonntag werden zweifellos extrem spannende Einblicke liefern, wie schnell der deutsche Ausnahmekönner seine anfänglichen mentalen und technischen Hürden überwinden kann. Fest steht bereits jetzt: Die Skisprung-Welt freut sich auf spektakuläre Flugshows, atemberaubend weite Sätze ins Tal und den unvergleichlichen Nervenkitzel, den in dieser Form nur das Skifliegen auf dem legendären österreichischen Monument bieten kann. Das mit Spannung erwartete Duell der frischgekürten olympischen Medaillengewinner gegen die furchtlosen, geborenen Flugspezialisten ist offiziell eröffnet, und der Kulm wartet nur darauf, vor tausenden Fans neue Helden der Lüfte zu küren.

