Warum verlangt die Bank Sicherheiten — und welche gibt es?
Wenn Sie einen Kredit aufnehmen, will die Bank sichergehen, dass sie ihr Geld zurückbekommt — auch wenn Sie nicht mehr zahlen können. Dafür verlangt sie Kreditsicherheiten: Wertgegenstände, Rechte oder Bürgschaften, auf die sie im Ernstfall zugreifen kann. Welche Sicherheiten es gibt, wie sie funktionieren und welche Risiken Sie als Kreditnehmer tragen — das erklärt dieser Pilar-Artikel.
Ergänzend empfehlen wir Kredit aufnehmen 2026: Der vollständige Ratgeber sowie Wann darf die Bank einen Kredit ablehnen?

Personalsicherheiten vs. Sachsicherheiten
Kreditsicherheiten lassen sich in zwei Hauptgruppen einteilen:
- Personalsicherheiten: Eine dritte Person haftet für den Kredit — typischerweise über eine Bürgschaft (§§ 765 ff. BGB), Garantie oder Patronatserklärung.
- Sachsicherheiten: Ein Vermögenswert dient als Pfand — Grundschuld, Hypothek, Sicherungsübereignung (z. B. Kfz), Forderungsabtretung (Zession), Pfandrecht an beweglichen Sachen.
Grundschuld vs. Hypothek — der entscheidende Unterschied
Beide sichern einen Immobilienkredit über das Grundbuch. Der Unterschied liegt in der Bindung an die Forderung:
- Hypothek (§ 1113 BGB): Akzessorisch — sie existiert nur zusammen mit der Forderung. Wird der Kredit zurückgezahlt, erlischt die Hypothek automatisch.
- Grundschuld (§ 1191 BGB): Nicht akzessorisch — sie bleibt im Grundbuch bestehen, auch nach vollständiger Tilgung. Sie kann für neue Kredite wiederverwendet werden, was sie flexibler und für Banken deutlich attraktiver macht.
In der Praxis nutzen deutsche Banken 2026 fast ausschließlich die Grundschuld. Die Hypothek spielt kaum noch eine Rolle.
FAQ
Muss ich bei jedem Kredit eine Sicherheit stellen?
Nein. Kleinkredite bis ca. 10.000–15.000 € werden häufig als Blankokredit vergeben — allein auf Basis Ihrer Bonität und Ihres Einkommens. Bei größeren Summen oder schwächerer Bonität verlangt die Bank in der Regel Sicherheiten.
Was passiert mit meiner Grundschuld nach der Tilgung?
Die Grundschuld erlischt nicht automatisch. Sie können bei der Bank eine Löschungsbewilligung anfordern und die Grundschuld im Grundbuch löschen lassen. Alternative: Behalten Sie sie als „Eigentümergrundschuld“ — so können Sie sie bei einem neuen Kredit ohne zusätzliche Notarkosten wiederverwenden.
Kann die Bank mein Auto einfach abholen lassen?
Bei einer Sicherungsübereignung ist die Bank formell Eigentümerin des Fahrzeugs, auch wenn Sie es nutzen. Zahlen Sie den Kredit nicht mehr, darf die Bank das Fahrzeug verwerten. Allerdings muss sie Sie vorher abmahnen und den Rückstand beziffern.
Quellen: § 765 BGB – Bürgschaft | § 1113 BGB – Hypothek | § 1191 BGB – Grundschuld | Bankrecht-Ratgeber Archiv

