Die Ständige Impfkommission in Deutschland hat ihre Empfehlung zur Corona-Impfung geändert. Eine allgemeine Empfehlung zur Basisimmunisierung für alle Erwachsenen gilt nicht mehr. Wie das Robert Koch-Institut mitteilte, begründet die STIKO den Schritt damit, dass die große Mehrheit der Erwachsenen bereits über einen Immunschutz durch eine frühere Infektion oder Impfung verfügt. Schreibt bankrecht-ratgeber mit Bezug auf n-tv.
Warum die STIKO ihre Empfehlung geändert hat
Seit Beginn der Impfkampagne gegen das Coronavirus hatte die STIKO Erwachsenen empfohlen, einen grundlegenden Immunschutz gegen COVID-19 aufzubauen. Bisher galten dafür mindestens drei Kontakte mit dem Virus als notwendig — entweder durch Impfungen oder durch eine durchgemachte Infektion.
Diese Empfehlung wurde nun zurückgenommen. Nach Angaben des RKI verfügen inzwischen mehr als 95 Prozent der Erwachsenen in Deutschland über eine breite Immunität gegen das Coronavirus. Diese schützt gesunde Erwachsene in der Regel gut vor einem schweren Krankheitsverlauf.
Ein weiterer Grund für die Neubewertung sind die Daten zur Entwicklung schwerer Fälle. Seit dem Ende der Pandemie ist die Zahl der COVID-19-bedingten Krankenhausaufnahmen und Todesfälle kontinuierlich zurückgegangen.
Wen die Änderung vor allem betrifft
Die Aufhebung der allgemeinen Empfehlung betrifft gesunde Erwachsene ohne zusätzliche Risikofaktoren. Auch Frauen im gebärfähigen Alter und Schwangere ohne Vorerkrankungen oder Schwangerschaftskomplikationen fallen nicht mehr unter eine gesonderte Empfehlung zur Basisimmunisierung.
Das RKI verweist darauf, dass schwere COVID-19-Verläufe während der Schwangerschaft seit dem Auftreten der Omikron-Variante sehr selten geworden sind. Deshalb gilt die frühere pauschale Empfehlung nicht mehr als erforderlich.
Für wen die Impfung weiterhin empfohlen wird
Für besonders gefährdete Gruppen bleibt die Empfehlung bestehen. Die STIKO rät weiterhin zu einer jährlichen Auffrischimpfung im Spätsommer oder frühen Herbst, wenn ein erhöhtes Risiko für einen schweren COVID-19-Verlauf besteht.
Dazu zählen Menschen ab 75 Jahren. Zuvor lag die Altersgrenze für die Standard-Auffrischimpfung bei 60 Jahren.
Empfohlen bleibt die jährliche Impfung außerdem für Menschen mit Vorerkrankungen, Bewohner und Beschäftigte in Pflegeeinrichtungen sowie für medizinisches Personal, das mit besonders gefährdeten Patienten arbeitet — etwa auf Intensivstationen.
Was sich im Vergleich zu den bisherigen Regeln ändert
Die wichtigste Änderung ist der Abschied vom universellen Ansatz. Die STIKO hält es nicht mehr für notwendig, allen Erwachsenen unabhängig von ihrem Gesundheitszustand eine Basisimmunisierung gegen COVID-19 zu empfehlen.
Stattdessen liegt der Schwerpunkt künftig stärker auf dem Schutz jener Menschen, für die das Coronavirus weiterhin ein erhöhtes Risiko darstellen kann. Dazu gehören vor allem ältere Menschen, Patienten mit chronischen Erkrankungen sowie Beschäftigte in medizinischen und sozialen Einrichtungen.
Die aktualisierte Empfehlung bedeutet, dass die Corona-Impfung in Deutschland gezielter auf Risikogruppen ausgerichtet wird.
lesen Sie auch: In Deutschland nehmen lange Krankschreibungen zu

