Der Gardasee, der größte See Italiens, verliert infolge der anhaltenden Hitzewelle weiterhin enorme Wassermengen. Allein in den letzten Junitagen sank der Wasserstand um weitere zehn Zentimeter. Nach aktuellen Schätzungen gehen täglich rund 7,4 Milliarden Liter Wasser verloren. In der beliebten Urlaubsregion wurden Temperaturen von bis zu 37 Grad Celsius gemessen, während Meteorologen vorerst keine nachhaltige Entspannung erwarten. Schreibt bankrecht-ratgeber mit Bezug auf Вild.
Täglich gehen Milliarden Liter Wasser verloren
Nach Angaben des Klimatologen Dr. Carsten Brandt verdunsten an sehr heißen Sommertagen pro Quadratmeter Wasserfläche etwa sechs bis sieben Liter Wasser. Da der Gardasee eine Fläche von rund 370 Quadratkilometern umfasst, summiert sich die Verdunstung auf enorme Mengen.
Wie die italienische Tageszeitung L’Arena berichtet, verliert der See derzeit allein durch Verdunstung etwa 7,4 Milliarden Liter Wasser pro Tag.
Warum der Wasserstand weiter sinkt
Meteorologe Dominik Jung erklärt, dass nicht allein die starke Verdunstung für den sinkenden Pegel verantwortlich ist. Gleichzeitig gelangen deutlich geringere Wassermengen in den See.
Die Schneereserven in den Alpen seien bereits im Frühjahr vollständig abgeschmolzen. Zudem herrsche im gesamten Einzugsgebiet seit Wochen ein deutlicher Niederschlagsmangel, wodurch die natürlichen Zuflüsse erheblich geringer ausfallen.
Hinzu kommt eine verstärkte Wasserentnahme am Staudamm bei Peschiera del Garda. Von dort wird Wasser in den Fluss Mincio geleitet, um landwirtschaftliche Flächen in der Po-Ebene zu bewässern. Während der aktuellen Hitzeperiode steigt der Wasserbedarf für die Bewässerung deutlich an.
Das Zusammenspiel aus hoher Verdunstung, fehlenden Niederschlägen, geringen Zuflüssen und erhöhter Wasserentnahme führt dazu, dass der Pegel des Gardasees weiter sinkt.
Wetterumschwung nur von kurzer Dauer
Zu Beginn der Woche rechnen Meteorologen mit einer vorübergehenden Entlastung. Ab Mittwoch werden Gewitter, örtlich kräftige Niederschläge und ein leichter Temperaturrückgang erwartet.
Bereits zum Wochenende dürfte jedoch die nächste Hitzewelle Italien erreichen. Nach aktuellen Prognosen könnten die Temperaturen erneut auf bis zu 36 Grad Celsius steigen.
Droht dem Gardasee das Austrocknen?
Sinkende Wasserstände sind am Gardasee in den Sommermonaten kein neues Phänomen. Bereits im Frühjahr 2023 war der Pegel außergewöhnlich niedrig. Damals konnte die Insel San Biagio zeitweise zu Fuß erreicht werden. Den historischen Tiefstand verzeichnete der See im September 2007.
Nach Einschätzung der Meteorologen besteht derzeit jedoch keine Gefahr, dass der Gardasee austrocknet. Der aktuelle Wasserstand liegt bei rund 98 Zentimetern und damit weiterhin deutlich über den historischen Tiefstwerten. Die durchschnittliche Tiefe des Sees beträgt etwa 135 Meter, sein Wasservolumen rund 50 Milliarden Kubikmeter.
lesen Sie auch: Hitzewelle in Deutschland löst schwere Waldbrände aus: Ganzes Dorf evakuiert, Munition explodiert

