Kaufland baut die Zusammenarbeit mit deutschen Bio-Anbauverbänden weiter aus. Ab 2027 sollen ausgewählte Produkte der Eigenmarken K-Bio Organic und K-Plant Based mit dem Naturland-Siegel angeboten werden. Damit arbeitet der Händler künftig mit drei großen Verbänden des ökologischen Landbaus zusammen: Naturland, Bioland und Demeter. Schreibt bankrecht-ratgeber mit Bezug auf web.
Die neue Kennzeichnung soll ab 2027 schrittweise auf Produkten in den Kaufland-Filialen erscheinen. Die Kooperation betrifft vor allem die Eigenmarken des Unternehmens. Wie viele Artikel letztlich mit dem Naturland-Siegel versehen werden, ist bislang jedoch nicht bekannt.
Kaufland erweitert die Zusammenarbeit mit Bio-Verbänden
Naturland wird der dritte große Bio-Verband, mit dem Kaufland zusammenarbeitet. Bereits zuvor hatte der Lebensmittelhändler Kooperationen mit Bioland und Demeter aufgebaut.
Bio-Produkte nehmen inzwischen einen wichtigen Platz im Sortiment des Unternehmens ein. Über verschiedene Warengruppen hinweg bietet Kaufland mehr als 3.300 Bio-Artikel an. Allein die Eigenmarke K-Bio Organic umfasst rund 550 Produkte.
Etwa 180 Artikel von K-Bio Organic tragen bereits eine Bioland-Zertifizierung. Durch die neue Zusammenarbeit mit Naturland soll die Zahl der Produkte steigen, die zusätzlich zu den gesetzlichen Bio-Vorgaben strengere Anforderungen eines Anbauverbandes erfüllen.
Kaufland bezeichnet die Partnerschaft als weiteren Schritt beim Ausbau des eigenen Bio-Angebots. Gleichzeitig soll die Position der Eigenmarken gestärkt und zertifizierte Bio-Ware in den Filialen für Kunden sichtbarer gemacht werden.
Eine konkrete Liste der Produkte, die künftig das Naturland-Siegel tragen werden, gibt es bislang nicht. Auch welchen Anteil des Sortiments von K-Bio Organic und K-Plant Based die neue Zertifizierung betreffen wird, hat Kaufland nicht genannt.
Was bedeutet das Naturland-Siegel auf Kaufland-Produkten?
Die Anforderungen von Naturland gehen in mehreren Bereichen über die gesetzlichen Mindeststandards der Europäischen Union für ökologische Lebensmittel hinaus.
Eine wichtige Voraussetzung ist die vollständige Umstellung eines landwirtschaftlichen Betriebs auf ökologische Bewirtschaftung. Ein Betrieb kann also nicht nur einzelne Flächen oder Produktionsbereiche nach Bio-Kriterien bewirtschaften und andere weiterhin konventionell betreiben.
Darüber hinaus gelten Begrenzungen für den Einsatz organischer Düngemittel. Für Aquakultur, Fischzucht und Produkte aus Wildfang bestehen ebenfalls eigene Vorgaben entlang der Produktions- und Lieferkette.
Auch in der Tierhaltung gelten zusätzliche Anforderungen an das Tierwohl. Die Einhaltung dieser Standards wird unter anderem durch unabhängige Kontrollen überprüft.
Zertifizierung umfasst auch soziale Standards
Die Naturland-Kriterien beschränken sich nicht auf ökologische Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion. Der Verband stellt zusätzlich soziale Anforderungen an die zertifizierten Betriebe.
Landwirtschaftliche Unternehmen und andere Produzenten müssen Vorgaben zum Arbeitsschutz erfüllen, sichere Arbeitsbedingungen gewährleisten und bestimmte Grundsätze für einen fairen Umgang mit Beschäftigten einhalten.
Diese Anforderungen gelten für Naturland-Betriebe unabhängig davon, in welchem Land sie tätig sind.
Dem Verband gehören derzeit rund 120.000 Bio-Landwirte in 60 Ländern an. Mehr als 7.500 Mitgliedsbetriebe befinden sich in Deutschland und Österreich.
Gemessen an seiner internationalen Präsenz gehört Naturland zu den größten Organisationen des ökologischen Landbaus. Auf dem deutschen Markt zählt der Verband neben Bioland und Demeter zu den wichtigsten Bio-Organisationen.
Bio-Marken gewinnen im deutschen Einzelhandel an Bedeutung
Produkte mit Naturland-Zertifizierung sind bereits in vielen großen deutschen Handelsketten erhältlich. Durch die Kooperation mit Kaufland erweitert der Verband seine Präsenz nun auch innerhalb der Schwarz Gruppe.
Der Wettbewerb um Käufer von Bio-Lebensmitteln nimmt im deutschen Einzelhandel weiter zu. Große Handelsunternehmen schließen Partnerschaften mit bekannten Anbauverbänden und erweitern gleichzeitig das Angebot zertifizierter Produkte unter eigenen Marken.
Solche Kooperationen ermöglichen es Händlern, sich nicht ausschließlich auf das EU-Bio-Siegel zu stützen. Stattdessen können sie Produkte anbieten, die zusätzliche und teilweise strengere Anforderungen bestimmter Bio-Verbände erfüllen.
Für Verbraucher bedeutet das Naturland-Siegel auf Verpackungen von K-Bio Organic oder K-Plant Based künftig, dass das jeweilige Produkt nach den zusätzlichen Standards dieses Verbandes zertifiziert wurde.
Umsatz mit Bio-Lebensmitteln in Deutschland wächst weiter
Der Ausbau des Bio-Sortiments erfolgt vor dem Hintergrund eines weiter wachsenden Marktes für ökologische Lebensmittel in Deutschland.
Im Jahr 2025 erreichte der Umsatz mit Bio-Lebensmitteln in Deutschland 18,23 Milliarden Euro. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Wachstum von rund 6,7 Prozent.
Auch innerhalb der deutschen Landwirtschaft gewinnt der ökologische Landbau weiter an Bedeutung. Mittlerweile arbeitet ungefähr jeder siebte landwirtschaftliche Betrieb in Deutschland nach Bio-Standards.
Die wachsende Nachfrage sorgt dafür, dass Einzelhändler ihr Angebot an ökologischen Produkten ausbauen, eigene Bio-Marken weiterentwickeln und verstärkt Kooperationen mit spezialisierten Anbauverbänden eingehen.
Für Kaufland ist die Einführung des Naturland-Siegels bei K-Bio Organic und K-Plant Based der nächste Schritt. Die ersten Produkte mit der neuen Kennzeichnung sollen ab 2027 in den Filialen erhältlich sein.
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