Eine heftige Gewitterfront ist am Donnerstag über Norddeutschland hinweggezogen und verlagert sich weiter nach Osten. Am Abend des 30. Juli galten für Hamburg sowie Teile Niedersachsens, Schleswig-Holsteins und Mecklenburg-Vorpommerns weiterhin amtliche Unwetterwarnungen. Im Landkreis Celle wurden Windgeschwindigkeiten von bis zu 148 Kilometern pro Stunde gemessen – deutlich im Bereich eines Orkans. Schreibt bankrecht-ratgeber mit Bezug auf ndr.
Nach Angaben der Einsatzkräfte stürzten in mehreren Regionen zahlreiche Bäume um. Verletzte wurden bis zum Abend nicht gemeldet. Wegen der Wetterlage passten Veranstalter ihre Programme an oder schlossen Veranstaltungen vorsorglich früher.
Amtliche Warnungen bleiben bis in die Abendstunden bestehen
Auch wenn die stärkste Phase des Unwetters inzwischen vorüber zu sein scheint, warnt der Deutsche Wetterdienst (DWD) weiterhin vor gefährlichen Wettererscheinungen. Die Warnungen vor Orkanböen wurden zwar größtenteils aufgehoben, schwere Gewitter und stürmische Böen bleiben jedoch ein Risiko.
Für Hamburg, östliche Landesteile, den Südosten Schleswig-Holsteins sowie Mecklenburg-Vorpommern wurden Windböen von bis zu 100 km/h erwartet. Zwischen Rostock und Rügen waren lokal sogar orkanartige Böen bis 105 km/h möglich. Zusätzlich mussten sich die Menschen auf Starkregen und Hagel einstellen.
Meteorologen empfehlen, die aktuellen Warnmeldungen aufmerksam zu verfolgen, da sich einzelne Gewitterzellen kurzfristig intensivieren können.
Windgeschwindigkeiten von 148 km/h in Faßberg gemessen
Den höchsten Messwert registrierten Wetterstationen in Faßberg im Landkreis Celle. Dort erreichte eine Böe 148 Kilometer pro Stunde.
Bereits ab 118 km/h spricht man meteorologisch von Orkanstärke. Nach Einschätzung des ARD-Wetterexperten Karsten Schwanke handelt es sich um ein außergewöhnliches Ereignis, das im Norddeutschen Tiefland nur selten – möglicherweise einmal pro Jahrzehnt – auftritt.
Trotz der extremen Windgeschwindigkeiten hielten sich die Schäden vor Ort zunächst in Grenzen. Bei der Polizei in Bergen ging lediglich die Meldung über einen umgestürzten Baum ein.
Die Polizeileitstelle Lüneburg registrierte im Landkreis Celle insgesamt etwa 15 bis 20 umgestürzte Bäume. Einsatzkräfte mussten Straßen räumen und Gefahrenstellen absichern.
Umgestürzte Bäume auch in Hannover und Göttingen
Auch Hannover und umliegende Gemeinden waren von den Sturmböen betroffen. Mehrere Bäume wurden entwurzelt oder verloren große Äste.
Ähnliche Einsätze meldeten Polizei und Feuerwehr aus dem Landkreis Göttingen. Dort blockierten umgestürzte Bäume zeitweise Straßen und Zufahrten.
Nach bisherigen Informationen wurden keine Menschen verletzt. Größere Schäden an Gebäuden oder wichtiger Infrastruktur wurden zunächst ebenfalls nicht bekannt.
Der Großteil der Einsätze konzentrierte sich auf die Beseitigung von Hindernissen und die Sicherung gefährlicher Bereiche.
Maschseefest startete später als geplant
Die Unwetterwarnungen hatten auch Auswirkungen auf Veranstaltungen. Das Maschseefest in Hannover öffnete seine Bereiche am Donnerstag erst am Abend.
Die Veranstalter reagierten damit auf die Prognosen der Meteorologen und wollten Besucher sowie Mitarbeiter nicht unnötigen Risiken aussetzen.
Nach dem Durchzug der heftigsten Gewitter konnte das Programm in angepasster Form beginnen.
Landesgartenschau in Bad Nenndorf schloss vorzeitig
Die Landesgartenschau in Bad Nenndorf beendete ihren Besuchsbetrieb bereits um 15 Uhr.
Grund war die angekündigte Unwetterlage mit starken Böen und Gewittern. Die Entscheidung wurde vorsorglich getroffen, damit Besucher das Gelände rechtzeitig verlassen konnten.
Über die vorzeitige Schließung informierten die Veranstalter über ihre offiziellen Kanäle.
Wetterexperten geben Verhaltenstipps
Meteorologe Tim Staeger empfiehlt, lose Gegenstände auf Balkonen, Terrassen oder in Gärten rechtzeitig zu sichern oder ins Haus zu bringen.
Während eines Gewitters sollte niemand unter einzelnen Bäumen Schutz suchen. Im offenen Gelände ist es sicherer, sich mit geschlossenen Beinen in die Hocke zu begeben und Abstand zu hohen Objekten zu halten.
Ein Auto bietet aufgrund des Faradayschen Käfigs grundsätzlich Schutz. Metallteile im Fahrzeuginneren sollten jedoch möglichst nicht berührt werden.
Außerdem wird empfohlen, Wetterwarnungen regelmäßig zu verfolgen und Anweisungen der Behörden zu beachten.
Auch am Freitag drohen neue Gewitter
Nach einer kurzen Wetterberuhigung in der Nacht steigt das Risiko für neue Gewitter am Freitag erneut an.
Nach Einschätzung des Deutschen Wetterdienstes können sich wieder kräftige Gewitter mit Starkregen, Hagel und Sturmböen entwickeln. Die Windgeschwindigkeiten dürften zwar niedriger ausfallen als am Donnerstag, lokal sind jedoch weiterhin gefährliche Böen möglich.
Im Raum Göttingen werden Temperaturen um 30 Grad erwartet. Die warme und feuchte Luft begünstigt die Bildung weiterer Gewitter.
Der DWD geht derzeit davon aus, dass die erhöhte Unwettergefahr regional bis zum Samstagabend bestehen bleibt.
Hitze erhöht das Unwetterrisiko
Neben den Gewittern bleibt die Hitze ein wichtiger Wetterfaktor. Hohe Temperaturen und feuchte Luft liefern zusätzliche Energie für die Bildung kräftiger Gewitter.
Von einer Hitzewelle sprechen Meteorologen häufig dann, wenn an mindestens drei aufeinanderfolgenden Tagen Höchsttemperaturen von über 30 Grad gemessen werden.
Besonders gefährdet durch die Kombination aus Hitze und Unwettern sind ältere Menschen, Kinder sowie Personen mit Vorerkrankungen.
Behörden empfehlen, ausreichend zu trinken, direkte Sonneneinstrahlung während der heißesten Stunden zu meiden und Kinder oder Haustiere niemals in geschlossenen Fahrzeugen zurückzulassen.
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