In Frankfurt am Main ist ein dritter Mensch im Zusammenhang mit einer ungewöhnlichen Serie von Malariafällen im Umfeld des größten deutschen Flughafens gestorben. Insgesamt melden die Behörden acht Erkrankungen. Einige der Betroffenen waren zuvor nicht in Ländern unterwegs, in denen Malaria verbreitet ist. Es wird vermutet, dass infizierte Anopheles-Mücken mit Flugzeugen nach Deutschland gelangt sein könnten. Fachleute sprechen in solchen Fällen von sogenannter Flughafen-Malaria und weisen auf die Bedeutung einer schnellen Diagnose hin. Schreibt bankrecht-ratgeber mit Bezug web.de.
Acht Malariafälle in Frankfurt registriert
In Frankfurt wurden insgesamt acht Malariafälle festgestellt. Drei der Erkrankten sind gestorben.
Sechs Fälle betrafen Mitarbeiter des Flughafenbetreibers Fraport. Zwei von ihnen starben an den Folgen der Erkrankung.
Zwei weitere Infektionen wurden im Frankfurter Stadtteil Schwanheim festgestellt, der rund fünf Kilometer vom Flughafen entfernt liegt. Einer der beiden Patienten starb, der andere befand sich weiterhin in stationärer Behandlung.
Besonders auffällig ist, dass die beiden Betroffenen aus Schwanheim zuvor nicht im Ausland waren und auch nicht am Flughafen arbeiten. Dies ist einer der Gründe für die Annahme, dass es sich um Fälle von Flughafen-Malaria handeln könnte.
Wie Malariamücken nach Frankfurt gelangt sein könnten
Die Behörden gehen davon aus, dass infizierte Mücken der Gattung Anopheles möglicherweise mit Flugzeugen aus Regionen eingeschleppt wurden, in denen Malaria verbreitet ist.
Mücken können unbemerkt an Bord eines Flugzeugs gelangen und mit Gepäck oder Fracht transportiert werden. Unter bestimmten Bedingungen können die Insekten den Flug überleben und anschließend das Flughafengelände verlassen.
Noch wird untersucht, ob die in Frankfurt registrierten Infektionen miteinander zusammenhängen. Spezielle Laboranalysen sollen dabei helfen, die Erreger zu vergleichen und festzustellen, ob sich die Fälle möglicherweise auf eine gemeinsame Infektionsquelle zurückführen lassen.
Was ist Flughafen-Malaria?
Als Flughafen-Malaria werden Infektionen bezeichnet, bei denen Menschen erkranken, obwohl sie zuvor nicht in einem Malariagebiet waren. Die Übertragung erfolgt vermutlich durch eine infizierte Mücke, die mit einem Flugzeug aus einem Endemiegebiet eingeschleppt wurde.
Eine besondere Herausforderung ist die Diagnose. Wenn ein Patient zuvor weder tropische noch subtropische Länder besucht hat, gehört Malaria bei Fieber und anderen unspezifischen Beschwerden nicht zwangsläufig zu den ersten Verdachtsdiagnosen.
Dadurch kann wertvolle Zeit verloren gehen. Bei schweren Formen der Erkrankung kann eine verspätete Diagnose das Risiko von Komplikationen erhöhen.
Nach den aktuellen Fällen wird deshalb insbesondere bei Menschen, die am Frankfurter Flughafen arbeiten, in dessen Nähe leben oder sich dort regelmäßig aufhalten, zu erhöhter Aufmerksamkeit bei entsprechenden Beschwerden geraten.
Diese Symptome können bei Malaria auftreten
Die Inkubationszeit nach dem Stich einer infizierten Mücke beträgt häufig zwischen sieben und 15 Tagen. Die ersten Beschwerden können einer Grippe, einem anderen fieberhaften Infekt oder einer Magen-Darm-Erkrankung ähneln.
Mögliche Symptome sind:
- hohes Fieber;
- Schüttelfrost;
- Kopfschmerzen;
- Muskel- und Gliederschmerzen;
- ausgeprägte Schwäche;
- Magen-Darm-Beschwerden.
Wer entsprechende Symptome entwickelt und sich zuvor im Umfeld des Frankfurter Flughafens aufgehalten hat, sollte Ärzte auf diesen Umstand hinweisen. Für die erste Abklärung können Malaria-Schnelltests eingesetzt werden. Je nach Befund folgen weitere Laboruntersuchungen.
Wird Malaria von Mensch zu Mensch übertragen?
Bei gewöhnlichem Kontakt zwischen Menschen wird Malaria nicht übertragen. Hauptüberträger der Erreger sind bestimmte Arten der Anopheles-Mücke.
Daneben gibt es sehr seltene andere Übertragungswege. Dazu gehören beispielsweise eine Übertragung von der Mutter auf das Kind sowie Infektionen im Zusammenhang mit Kontakt zu infiziertem Blut.
Bei der Flughafen-Malaria wird dagegen davon ausgegangen, dass eine bereits infizierte Mücke mit einem Flugzeug oder über Gepäck aus einem Malariagebiet einreist und anschließend einen Menschen im Zielland sticht.
Wie häufig ist Flughafen-Malaria in Deutschland?
Solche Infektionen sind in Europa selten. Einzelne Fälle werden jedoch immer wieder registriert.
Seit 2015 wurden in Deutschland 19 Malariafälle gemeldet, bei denen eine Übertragung innerhalb des Landes als wahrscheinlich beziehungsweise möglich angesehen wurde. Darunter befanden sich zwei Infektionen im Krankenhaus, ein mit Gepäck in Verbindung gebrachter Fall, eine Übertragung von der Mutter auf das Kind sowie ein Fall mit ungeklärtem Infektionsweg.
Weitere 14 Erkrankungen wurden als mögliche Flughafen-Malaria eingestuft. Zwei Fälle wurden 2019 registriert, drei im Jahr 2022, einer 2023 und acht im Jahr 2026.
Die bekannten Fälle von Flughafen-Malaria in Deutschland stehen im Zusammenhang mit dem internationalen Flughafen Frankfurt.
Vergleichbare Ereignisse wurden auch in anderen europäischen Ländern beobachtet. Dabei waren nicht ausschließlich Flughafenmitarbeiter betroffen, sondern teilweise auch Menschen aus angrenzenden Wohngebieten. In einzelnen Fällen lebten Erkrankte mehrere Kilometer vom jeweiligen Flughafen entfernt.
Warum Malaria gefährlich werden kann
Malaria wird durch Parasiten der Gattung Plasmodium verursacht, die hauptsächlich durch den Stich infizierter Mücken auf Menschen übertragen werden.
Bei den Patienten in Frankfurt wurde Malaria tropica diagnostiziert. Diese durch Plasmodium falciparum verursachte Form gilt als besonders schwerwiegend.
Ohne rechtzeitige Behandlung kann sich die Erkrankung rasch verschlimmern und schwere Komplikationen verursachen. Wird Malaria früh erkannt und entsprechend behandelt, sind die Heilungschancen dagegen deutlich besser.
Gerade bei Flughafen-Malaria kann die fehlende Reiseanamnese die Diagnose erschweren. Bei einem Patienten mit hohem Fieber, der Deutschland nicht verlassen hat, wird eine tropische Infektionskrankheit möglicherweise zunächst nicht in Betracht gezogen.
Sinkt das Risiko im Herbst und Winter?
Die Außentemperaturen beeinflussen die Aktivität tropischer Mücken. Bei niedrigen Temperaturen können bestimmte Arten schlechter überleben und sind weniger aktiv.
Vollständig ausgeschlossen werden können eingeschleppte Mücken dadurch jedoch nicht. Innerhalb von Flughafengebäuden herrschen beispielsweise weitgehend kontrollierte Temperaturen.
Davon zu unterscheiden ist die Asiatische Tigermücke, die sich inzwischen auch in Teilen Deutschlands ausbreitet. Sie kann verschiedene Infektionskrankheiten wie Dengue, Zika und Chikungunya übertragen, gilt jedoch nicht als Überträger von Malaria.
Welche Maßnahmen werden in Frankfurt ergriffen?
Nach Bekanntwerden der neuen Fälle wurde die Überwachung von Mücken verstärkt. Am Flughafen kommen spezielle Fallen zum Einsatz, mit denen Anopheles-Mücken entdeckt und das mögliche Auftreten von Überträgern kontrolliert werden soll.
Das Monitoring soll auch auf Schwanheim ausgeweitet werden. In den Wohngebieten rund um die Häuser, die mit den beiden jüngsten Fällen in Verbindung stehen, sollen ebenfalls Mückenfallen eingesetzt werden.
Gleichzeitig werden Ärzte und Bewohner darauf hingewiesen, bei entsprechenden Symptomen auch dann eine Malariainfektion in Betracht zu ziehen, wenn keine Reise in ein tropisches oder subtropisches Land stattgefunden hat.
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