Der deutsche Entertainer Thomas Gottschalk hat ein wichtiges Ergebnis seiner Krebsbehandlung bekannt gegeben. Bei einer erneuten PET-CT-Untersuchung wurden bei dem 76-Jährigen keine Hinweise auf Krebszellen festgestellt. Gottschalk erhält eine spezielle Immuntherapie, die mit Forschungsarbeiten an der Universitätsmedizin Greifswald verbunden ist. Der Therapieansatz wurde ursprünglich zur Behandlung einer seltenen Krebsart bei Kindern entwickelt, kam bei dem Moderator jedoch bei einer anderen Tumorerkrankung zum Einsatz. Schreibt bankrecht-ratgeber mit Bezug auf Вild.
Welche Krebsart bei Thomas Gottschalk diagnostiziert wurde
Bei Gottschalk wurde ein epitheloides Angiosarkom diagnostiziert. Dabei handelt es sich um einen seltenen bösartigen Tumor, der mit den Zellen der Blutgefäße zusammenhängt. Die Erkrankung tritt überwiegend bei Erwachsenen auf und gehört zu den aggressiven Krebsarten.
Im Verlauf seiner Behandlung unterzog sich der Entertainer zwei Operationen und 33 Bestrahlungen. Anschließend setzten die Ärzte zusätzlich auf einen immuntherapeutischen Ansatz. Das Besondere daran: Das zugrunde liegende Behandlungskonzept basiert auf Forschungen zu einer völlig anderen Krebserkrankung – dem Neuroblastom.
Das Neuroblastom entsteht aus Zellen des Nervensystems und wird vor allem bei kleinen Kindern diagnostiziert. Trotz erheblicher Unterschiede zum Angiosarkom entdeckten Forscher eine entscheidende Gemeinsamkeit bei bestimmten Tumorzellen.
So funktioniert die Immuntherapie gegen GD2
Eine zentrale Rolle bei der Behandlung spielt das Molekül GD2, das sich auf der Oberfläche bestimmter Krebszellen befinden kann. Genau dieses Merkmal dient dem Immunsystem als Zielstruktur.
Das verwendete Präparat enthält ein synthetisch hergestelltes Molekül, das dem entsprechenden Marker auf Tumorzellen ähnelt. Ziel der Therapie ist es, das Immunsystem darauf vorzubereiten, GD2 zu erkennen und eine Immunreaktion gegen Zellen zu entwickeln, die diesen Marker tragen.
Der Körper soll dabei Antikörper gegen das Zielmolekül bilden. Sollten nach der eigentlichen Krebsbehandlung noch Tumorzellen mit GD2 vorhanden sein oder später erneut solche Zellen entstehen, könnte das entsprechend vorbereitete Immunsystem sie schneller erkennen und angreifen.
Das Prinzip weist damit gewisse Ähnlichkeiten zu einer Impfung auf: Das Immunsystem wird im Vorfeld mit einer bestimmten Zielstruktur vertraut gemacht, damit es darauf reagieren kann.
Gottschalk hatte erklärt, Teil einer Forschungsgruppe in Greifswald zu sein. Die Arbeit auf diesem Gebiet wird von Professor Holger Lode geleitet, der auf die gegen GD2 gerichtete Immuntherapie spezialisiert ist.
Zweite PET-CT zeigt keine Krebszellen
Ein wichtiger Schritt war die erneute Untersuchung von Thomas Gottschalk mittels PET-CT. Das Verfahren kombiniert Positronen-Emissions-Tomographie und Computertomographie und wird unter anderem eingesetzt, um Hinweise auf aktive Tumorprozesse im Körper zu finden.
Bei dieser zweiten Untersuchung wurden nach den vorliegenden Angaben keine Krebszellen mehr nachgewiesen. Für Gottschalk ist dies ein wichtiges Ergebnis nach den bisherigen Behandlungsschritten.
Der bei ihm eingesetzte Ansatz ist allerdings keine standardmäßig zugelassene Therapie für das epitheloide Angiosarkom bei Erwachsenen. Anti-GD2-Therapien werden bereits bei Kindern mit Neuroblastom eingesetzt. Die Anwendung bei Erwachsenen mit anderen Tumorarten kann dagegen im Rahmen eines individuellen Behandlungsversuchs erfolgen.
In solchen Fällen prüfen die behandelnden Ärzte für jeden Patienten gesondert, ob eine entsprechende Therapie medizinisch sinnvoll sein könnte. Dabei spielen unter anderem die Art des Tumors, bisherige Behandlungen und die verfügbaren medizinischen Erkenntnisse eine Rolle.
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