In Oslo ist der norwegische König Harald V. mit einem Staatsbegräbnis beigesetzt worden. Der Monarch hatte 35 Jahre lang auf dem Thron gesessen. Mehr als 100.000 Menschen kamen, um ihm die letzte Ehre zu erweisen. Die Trauerfeierlichkeiten endeten mit der Beisetzung im königlichen Mausoleum der Festung Akershus. Schreibt bankrecht-ratgeber mit Bezug auf tagesschau.
Trauerzeremonie begann mit 21 Salutschüssen
Das Staatsbegräbnis begann traditionsgemäß mit 21 Salutschüssen. Punkt zwölf Uhr wurde der Sarg mit dem Leichnam Haralds V. aus dem Königlichen Schloss in Oslo getragen.
Auf dem Schlossplatz und in den umliegenden Straßen versammelten sich Hunderte Menschen. Viele von ihnen hatten ihre Plätze bereits am frühen Morgen eingenommen. Einige waren aus anderen Teilen des Landes angereist, um den König auf seinem letzten Weg zu begleiten.
Als der Sarg aus dem Schloss getragen wurde, herrschte im Zentrum der Hauptstadt völlige Stille. Anschließend setzte sich der Trauerzug in Richtung Osloer Dom in Bewegung. Entlang der gesamten Strecke standen Einwohner und Besucher der Stadt.
Norweger erinnern an einen volksnahen König
Viele Trauergäste beschrieben Harald V. als einen Monarchen, der trotz seiner hohen Stellung eng mit der Bevölkerung verbunden blieb. Für zahlreiche Norweger verkörperte er Stabilität, Respekt und den gesellschaftlichen Zusammenhalt des Landes.
Von besonderer Bedeutung waren seine öffentlichen Reden über Gleichberechtigung und Toleranz. Angehörige der LGBTQ-Gemeinschaft erinnerten daran, dass der König das Recht jedes Menschen auf Liebe und gesellschaftliche Anerkennung verteidigt hatte.
Andere Teilnehmer der Trauerfeier betonten, Harald V. sei für gewöhnliche Bürger stets erreichbar und verständlich geblieben. Er galt nicht nur als Staatsoberhaupt, sondern auch als moralische Orientierung in schwierigen Zeiten.
Diese Gäste nahmen an der Beerdigung teil
Direkt hinter dem Sarg ging der neue norwegische König Haakon VIII. An seiner Seite befanden sich Kronprinzessin Ingrid Alexandra, Prinz Sverre Magnus und Prinzessin Märtha Louise.
Königin Sonja und die neue Königin Mette-Marit fuhren getrennt zum Dom. Die Ehefrau König Haakons erholt sich weiterhin von einer Lungentransplantation, die im Juni vorgenommen worden war.
An der Zeremonie nahmen Vertreter mehrerer europäischer Königshäuser teil, darunter die Monarchen aus Schweden, Dänemark, Spanien und den Niederlanden. Großbritannien wurde durch Thronfolger Prinz William vertreten.
Zu den ausländischen Staatsgästen gehörten außerdem Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj. Gemeinsam mit der norwegischen Königsfamilie gingen die Delegationen an einem Spalier von Soldaten vorbei zum Dom.
Ministerpräsident würdigt Haralds Vermächtnis
Während des Trauergottesdienstes erinnerte Ministerpräsident Jonas Gahr Støre an Haralds Bemühungen um den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Der König habe Norwegen als eine Gemeinschaft gleichberechtigter Menschen verstanden, die einander unterstützen und gemeinsam Verantwortung für die Zukunft des Landes tragen.
Auch Parlamentspräsident Masud Gharahkhani hob die Nähe des Monarchen zur Bevölkerung hervor. Harald V. sei gerade in besonders schwierigen Zeiten zu den Menschen gekommen und habe keine künstliche Distanz zwischen dem Königshaus und der Gesellschaft geschaffen.
Während der Zeremonie wurde an seine zahlreichen Reisen durch Norwegen und seine Begegnungen mit Bürgern erinnert. Als Sinnbild seiner Volksnähe galt der König in Gummistiefeln, der persönlich in betroffene Regionen fuhr, wenn die Menschen dort Unterstützung benötigten.
Harald V. in der Festung Akershus beigesetzt
Nach dem Trauergottesdienst läuteten in ganz Norwegen die Kirchenglocken. Das landesweite Geläut dauerte etwa eine Stunde.
Vom Osloer Dom führte der Trauerzug anschließend zur Festung Akershus. Dort wurde der Sarg Haralds V. in das königliche Mausoleum überführt und der verstorbene Monarch beigesetzt.
lesen Sie auch: Vulkanausbruch erschwert Victorias Reise zu Haralds Beisetzung

