Höhere Energiekosten treiben die Verbraucherpreise nach oben und könnten die Europäische Zentralbank zu einer weiteren Zinserhöhung veranlassen. Schreibt bankrecht-ratgeber mit Bezug auf zeit.de.
Die Inflation im Euroraum hat sich im August 2026 deutlich beschleunigt. Nach einer vorläufigen Schätzung von Eurostat stiegen die Verbraucherpreise im Vergleich zum Vorjahresmonat um 3,3 Prozent. Im Juli hatte die Inflationsrate noch bei 2,9 Prozent gelegen.
Der wichtigste Grund für den stärkeren Preisauftrieb waren die deutlich gestiegenen Energiekosten. Energie verteuerte sich im August gegenüber dem Vorjahr um 14,3 Prozent. Im Juli hatte der Anstieg noch 10,3 Prozent betragen.
Lebensmittel verteuern sich schwächer als Dienstleistungen
In anderen Bereichen blieb die Preisentwicklung vergleichsweise moderat. Lebensmittel, Alkohol und Tabakwaren wurden im Durchschnitt 1,2 Prozent teurer. Die Preise für Dienstleistungen stiegen um 3 Prozent.
Der größte Inflationsdruck geht damit derzeit vom Energiesektor aus. Höhere Kosten für Kraftstoffe, Strom und Heizung wirken sich zunehmend auch auf die Ausgaben von Unternehmen aus – insbesondere in der Industrie, der Logistik und im Dienstleistungssektor.
EZB könnte den Leitzins erneut anheben
Die aktuellen Inflationsdaten dürften bei der nächsten geldpolitischen Entscheidung der Europäischen Zentralbank eine wichtige Rolle spielen. Die Sitzung, auf der über die weitere Höhe des Leitzinses entschieden werden soll, ist für den 10. September geplant.
Ökonomen halten eine Erhöhung um 0,25 Prozentpunkte auf 2,5 Prozent für möglich. Mit diesem Schritt könnte die EZB versuchen, einen weiteren Preisanstieg einzudämmen und die Inflation wieder näher an ihr Ziel von 2 Prozent zu bringen.
Bereits im Juni 2026 hatte die Zentralbank den Leitzins auf 2,25 Prozent angehoben. Es war die erste Zinserhöhung seit fast drei Jahren. Auch damals begründete die EZB ihre Entscheidung mit dem wachsenden Inflationsdruck infolge höherer Energiepreise.
EZB-Direktoriumsmitglied Isabel Schnabel hatte zuvor erklärt, dass eine Rückkehr der Inflation zum mittelfristigen Zielwert von 2 Prozent bei dem aktuellen Zinsniveau unwahrscheinlich sei.
Inflation in Deutschland erreicht 2,9 Prozent
Auch in Deutschland hat sich der Preisauftrieb verstärkt. Die Inflationsrate stieg im August 2026 auf 2,9 Prozent. Ausschlaggebend waren vor allem höhere Kosten für Heizenergie und Kraftstoffe.
Die Verbraucherpreise in Deutschland waren zuletzt Ende 2023 noch stärker gestiegen. Eine weitere Zinserhöhung der EZB könnte sich im gesamten Euroraum auf die Kosten von Krediten, Baufinanzierungen und Unternehmensinvestitionen auswirken.
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