Am Vormittag des 28. August hat ein heftiges Gewitter in Bohlingen in Baden-Württemberg erhebliche Schäden verursacht. Wegen beschädigter Gebäude, umgestürzter Bäume und der Gefahr weiterer Zerstörungen riegelte die Polizei den gesamten Ort mit rund 1.500 Einwohnern ab. Schreibt bankrecht-ratgeber mit Bezug auf Вild.
Orkanböen beschädigen rund 100 Häuser
Das Gewitter traf Bohlingen zwischen 10 und 11 Uhr. Orkanartige Böen rissen an etwa 100 Wohnhäusern Dachziegel und Teile der Dächer ab. Zudem wurden zahlreiche Bäume entwurzelt, von denen einige bis zu 80 Jahre alt waren.
Nach Angaben des örtlichen Bürgermeisters Stefan Dunaiski handelte es sich nicht um einen Tornado, sondern um ein außergewöhnlich starkes Gewitter. Während der Unwetterfront erreichten die Windgeschwindigkeiten rund 150 Kilometer pro Stunde. Der Ort sehe aus wie ein Schlachtfeld, erklärte der Bürgermeister.
Die Polizei sperrte Bohlingen nach dem Unwetter ab. Umgestürzte Bäume, beschädigte Dächer und herumliegende Trümmer stellten eine Gefahr für Einwohner und Einsatzkräfte dar.
Tief „Rafaela“ bringt das Unwetter nach Deutschland
Verursacht wurde die stürmische Wetterlage durch das Tiefdruckgebiet „Rafaela“, das aus Westeuropa nach Deutschland zog. Im Laufe des Tages sollte die Gewitterfront weite Teile des Landes erfassen.
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnte insbesondere im Südwesten vor schweren Gewittern. Auch in mehreren Regionen Bayerns wurde für den Nachmittag mit einer deutlichen Verschärfung der Wetterlage gerechnet.
Die höchste Warnstufe – Stufe vier von vier – galt bereits am Bodensee und in den nördlich angrenzenden Gebieten. Dort wurden heftiger Starkregen, großer Hagel sowie schwere Sturm- und Orkanböen erwartet.
Im Süden drohen Hagel und Böen bis 140 km/h
Besonders hoch war das Unwetterrisiko in Baden-Württemberg, Bayern, Rheinland-Pfalz und im Saarland. Eine gefährliche Wetterlage wurde vor allem für den Südosten Bayerns vorhergesagt.
Nach Angaben des Meteorologen Dominik Jung könnten dort bei örtlichen Gewittern innerhalb kurzer Zeit mehr als 30 Liter Regen pro Quadratmeter fallen. Die Windgeschwindigkeiten könnten 120 Kilometer pro Stunde überschreiten und örtlich Spitzenwerte von bis zu 140 Kilometern pro Stunde erreichen.
Im Südosten Deutschlands wurde außerdem mit Hagelkörnern von bis zu fünf Zentimetern Durchmesser gerechnet. In Nordrhein-Westfalen, Hessen und Rheinland-Pfalz könnten die Hagelkörner bis zu drei Zentimeter groß werden.
Im Nordwesten besteht Überflutungsgefahr
In Schleswig-Holstein und Niedersachsen ging die größte Gefahr von anhaltendem Starkregen aus. Bei mehreren aufeinanderfolgenden Gewittern könnten bis zu 40 Liter Niederschlag pro Quadratmeter zusammenkommen.
Solche Regenmengen können Straßen und Keller innerhalb weniger Minuten überfluten. Die Meteorologen warnten außerdem vor erheblichen Behinderungen im Straßenverkehr und im öffentlichen Nahverkehr.
Im Norden Deutschlands war das Risiko besonders schwerer Gewitter geringer. Entlang der Nordseeküste wurden jedoch stürmischer Wind und einzelne Gewitter erwartet.
Wann das Unwetter nachlassen soll
Nach den aktuellen Prognosen sollten die Gewitter am Abend und in der ersten Nachthälfte allmählich abklingen. Für Samstag wurde in weiten Teilen Deutschlands mit einer deutlichen Beruhigung der Wetterlage gerechnet.
lesen Sie auch: Im Enzkreis werden am 10. September Sirenen und NINA getestet

