Die US-amerikanische Sängerin, Songwriterin und Schauspielerin Dolly Parton ist im Alter von 80 Jahren gestorben. Ihre Familie bestätigte ihren Tod am 25. August 2026. Eine Todesursache wurde zunächst nicht bekannt gegeben. Parton zählte zu den erfolgreichsten und einflussreichsten Künstlerinnen der Countrymusik. Reuters
Von Tennessee auf die größten Bühnen der Welt
Dolly Rebecca Parton wurde am 19. Januar 1946 im US-Bundesstaat Tennessee geboren. Sie wuchs mit elf Geschwistern in einfachen Verhältnissen auf. Musik spielte in ihrem Elternhaus und in der örtlichen Kirche eine wichtige Rolle.
Bereits als Kind trat Parton in regionalen Radio- und Fernsehsendungen auf. Nach ihrem Schulabschluss zog sie 1964 nach Nashville, um als Songwriterin und Sängerin zu arbeiten. Ihr erstes Studioalbum „Hello, I’m Dolly“ erschien 1967 und machte sie einem größeren Publikum bekannt.
In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich Parton zu einer der prägendsten Stimmen der Countrymusik. Dabei gelang es ihr, auch außerhalb des Genres ein internationales Publikum zu erreichen.
„Jolene“ und „9 to 5“ wurden Welthits
Zu Partons bekanntesten Liedern gehören „Jolene“, „Coat of Many Colors“, „9 to 5“ und „I Will Always Love You“. Letzteres schrieb und veröffentlichte sie bereits in den 1970er-Jahren. Weltweite Bekanntheit erlangte die Ballade später durch Whitney Houstons Interpretation für den Film „Bodyguard“.
Auch das gemeinsam mit Kenny Rogers aufgenommene Duett „Islands in the Stream“ wurde zu einem ihrer größten kommerziellen Erfolge. Insgesamt erreichten 25 ihrer Titel die Spitze der amerikanischen Billboard-Country-Charts.
Im Laufe ihrer Karriere verkaufte Parton weltweit mehr als 100 Millionen Tonträger. Sie erhielt zahlreiche Musikpreise, wurde in die Songwriters Hall of Fame aufgenommen und mit mehreren Grammys ausgezeichnet.
Erfolge als Schauspielerin und Unternehmerin
Neben ihrer Musikkarriere arbeitete Parton auch als Schauspielerin. Sie war unter anderem in der Komödie „Warum eigentlich … bringen wir den Chef nicht um?“ sowie im Drama „Magnolien aus Stahl“ zu sehen.
Der Titelsong zum Film „9 to 5“ entwickelte sich ebenfalls zu einem internationalen Erfolg. Er thematisierte den Arbeitsalltag und die Benachteiligung von Frauen im Berufsleben.
In Tennessee entstand zudem der nach ihr benannte Freizeitpark Dollywood. Die Anlage entwickelte sich zu einer der bekanntesten Touristenattraktionen der Region und zu einem bedeutenden Arbeitgeber.
Markantes Erscheinungsbild und selbstironischer Humor
Blonde Hochsteckfrisuren, auffällige Bühnenkleidung und glitzernde Kostüme gehörten zu Dolly Partons unverwechselbarem Erscheinungsbild. Die Sängerin sprach offen über Schönheitsoperationen und begegnete Fragen zu ihrem Aussehen häufig mit Selbstironie.
Ihr bewusst überzeichnetes Image verband sie mit Humor und einem direkten Auftreten. Damit erreichte Parton ein Publikum, das weit über die traditionelle Country-Szene hinausging.
Auch gemeinsame Auftritte mit ihrer Patentochter Miley Cyrus und deren Vater Billy Ray Cyrus trugen dazu bei, ihre Musik jüngeren Generationen näherzubringen.
Engagement für Bildung und medizinische Forschung
Neben ihrer künstlerischen Arbeit engagierte sich Parton über viele Jahre für soziale und gemeinnützige Projekte. Mit der von ihr gegründeten „Imagination Library“ ließ sie kostenlose Bücher an Vorschulkinder verschicken. Das Programm wurde von den USA auf mehrere weitere Länder ausgeweitet.
Während der Corona-Pandemie spendete Parton eine Million Dollar an die Vanderbilt University. Das Geld unterstützte Forschungsarbeiten, die zur Entwicklung des Moderna-Impfstoffs beitrugen.
Darüber hinaus finanzierte sie Stipendien für Schülerinnen und Schüler in ihrer Heimatregion und unterstützte öffentlich die Rechte der LGBTQ+-Community.
Donald Trump ordnet Trauerbeflaggung an
US-Präsident Donald Trump würdigte Parton nach Bekanntwerden ihres Todes als eine der bedeutendsten Countrysängerinnen der Geschichte und als Vorbild für Millionen Menschen.
Zu ihrem Gedenken ordnete er an, die Flaggen an öffentlichen Gebäuden in den Vereinigten Staaten eine Woche lang auf halbmast zu setzen. Auch zahlreiche Musiker, Schauspieler und Wegbegleiter reagierten mit öffentlichen Trauerbekundungen.
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