Japanische Forschende haben einen Zusammenhang zwischen einer guten kardiorespiratorischen Fitness und einem langsameren altersbedingten Rückgang der Nierenfunktion festgestellt. Die Untersuchung lief über fünf Jahre und umfasste knapp 200 Erwachsene mit zunächst normaler Nierenfunktion. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal Medicine & Science in Sports & Exercise veröffentlicht. Schreibt bankrecht-ratgeber mit Bezug t-online.
Je besser die Ausdauer, desto langsamer nahm die Nierenfunktion ab
An der Studie nahmen 198 Personen teil. Zu Beginn der Untersuchung lag das Durchschnittsalter bei 61 Jahren, alle Teilnehmenden verfügten über eine normale Nierenfunktion.
Zur Beurteilung der körperlichen Leistungsfähigkeit absolvierten die Probanden einen Test auf dem Fahrradergometer. Dabei bestimmten die Forschenden die kardiorespiratorische Fitness – also die Fähigkeit von Herz, Lunge, Kreislauf und Muskulatur, den Körper während körperlicher Belastung ausreichend mit Sauerstoff zu versorgen.
Anschließend wurde die Nierenfunktion der Teilnehmenden über einen Zeitraum von fünf Jahren jährlich kontrolliert. Als wichtiger Messwert diente die geschätzte glomeruläre Filtrationsrate, kurz eGFR. Sie zeigt, wie gut die Nieren das Blut filtern.
So wurde die Nierenfunktion überprüft
Für die Berechnung der glomerulären Filtrationsrate verwendeten die Forschenden unter anderem die Blutwerte Kreatinin und Cystatin C. Besondere Aufmerksamkeit galt der sogenannten eGFRcys, die anhand des Cystatin-C-Werts berechnet wird.
Dieser Wert kann zusätzliche Hinweise auf die tatsächliche Nierenfunktion liefern. Eine alleinige Beurteilung anhand von Kreatinin kann in bestimmten Fällen zu einer höheren Einschätzung der Nierenleistung führen.
Die Auswertung zeigte: Bei Teilnehmenden mit einer besseren kardiorespiratorischen Fitness nahm die anhand von Cystatin C bestimmte Nierenfunktion im Alter langsamer ab.
Zusammenhang blieb auch nach Berücksichtigung weiterer Faktoren bestehen
Die Forschenden berücksichtigten zusätzlich verschiedene Faktoren, die die Nierengesundheit beeinflussen können. Dazu gehörten Alter, Geschlecht, Körperfettanteil, Rauchen sowie bestehende Begleiterkrankungen.
Auch nach dieser statistischen Anpassung blieb der Zusammenhang zwischen einer besseren körperlichen Ausdauer und einem langsameren Rückgang der Nierenfunktion bestehen.
Darüber hinaus trat bei körperlich fitteren Teilnehmenden im Beobachtungszeitraum seltener eine Verschlechterung der Nierenfunktion um mindestens 20 Prozent auf.
Der statistisch erkennbare Zusammenhang zeigte sich allerdings vor allem bei der anhand von Cystatin C berechneten eGFRcys.
Was bedeutet kardiorespiratorische Fitness?
Die kardiorespiratorische Fitness beschreibt, wie effizient der Körper während körperlicher Aktivität Sauerstoff aufnehmen, transportieren und verwerten kann.
Dabei spielen mehrere Organsysteme eine Rolle:
- Herz;
- Lunge;
- Blutkreislauf;
- Skelettmuskulatur.
Verbessert werden kann diese Form der Fitness insbesondere durch regelmäßige aerobe Bewegung wie zügiges Gehen, Radfahren, Schwimmen oder andere Ausdaueraktivitäten.
Studie beweist keinen direkten Schutz der Nieren
Die Autoren weisen darauf hin, dass es sich um eine Beobachtungsstudie handelt. Die Ergebnisse zeigen daher einen Zusammenhang zwischen körperlicher Fitness und Nierenfunktion, beweisen jedoch nicht, dass Ausdauertraining den altersbedingten Rückgang der Nierenleistung direkt verursacht oder verhindert.
Weitere Untersuchungen sind notwendig, um einen möglichen Ursache-Wirkungs-Zusammenhang zu bestätigen. Dabei soll auch geklärt werden, in welchem Umfang eine Verbesserung der körperlichen Fitness das Risiko für chronische Nierenerkrankungen im höheren Alter beeinflussen kann.
lesen Sie auch: In Linz mögliche Quelle des tödlichen Legionellose-Ausbruchs entdeckt

