Eine der größten Krankenkassen Deutschlands, die IKK Classic, hat ihren Zusatzbeitrag erhöht. Seit dem 1. August 2026 liegt der Satz um 0,45 Prozentpunkte höher und beträgt nun 3,85 Prozent. Die Änderung betrifft Millionen Versicherte. Gleichzeitig haben Mitglieder unter bestimmten Voraussetzungen die Möglichkeit, die Krankenkasse zu wechseln. Schreibt bankrecht-ratgeber mit Bezug auf t-online.
Zusatzbeitrag der IKK Classic steigt auf 3,85 Prozent
Seit dem 1. August 2026 beträgt der Zusatzbeitrag der IKK Classic 3,85 Prozent. Damit wurde der bisherige Satz um 0,45 Prozentpunkte angehoben.
Zusammen mit dem allgemeinen Beitragssatz zur gesetzlichen Krankenversicherung von 14,6 Prozent ergibt sich für Mitglieder der IKK Classic nun ein Gesamtbeitrag von 18,45 Prozent.
Bei Arbeitnehmern werden die Kosten grundsätzlich je zur Hälfte von Arbeitgeber und Beschäftigten getragen. Abhängig vom Einkommen kann die Erhöhung für Arbeitnehmer Mehrkosten von bis zu rund 13 Euro im Monat bedeuten.
Selbstständige, die ihre Krankenversicherungsbeiträge vollständig selbst tragen, müssen mit einer stärkeren Belastung rechnen. Für sie können die zusätzlichen Kosten bis zu etwa 26 Euro pro Monat betragen.
Rund 2,86 Millionen Versicherte sind betroffen
Die IKK Classic gehört zu den größten gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland. Zum 1. Juni 2026 zählte sie rund 2,3 Millionen Mitglieder.
Werden beitragsfrei mitversicherte Familienangehörige wie Kinder und Ehepartner berücksichtigt, steigt die Zahl der Versicherten auf etwa 2,86 Millionen.
Damit gehört die IKK Classic zu den zehn größten Krankenkassen Deutschlands.
Mit einem Zusatzbeitrag von 3,85 Prozent liegt die Kasse inzwischen im oberen Mittelfeld. Zum Vergleich: Die BKK24 verlangt derzeit einen Zusatzbeitrag von 4,39 Prozent. Bei der bundesweit geöffneten TUI BKK liegt der Satz bei 2,5 Prozent.
Versicherte können die Krankenkasse wechseln
Eine Erhöhung des Zusatzbeitrags kann Versicherten ein besonderes Wechselrecht eröffnen. Das gilt auch für Mitglieder, die noch nicht die reguläre Bindungsfrist bei ihrer bisherigen Krankenkasse erfüllt haben.
Allerdings müssen dabei bestimmte Fristen eingehalten werden. Bei einer Beitragserhöhung ab August ist insbesondere das Ende des Monats relevant, in dem der höhere Zusatzbeitrag erstmals gilt.
Für Mitglieder der IKK Classic ist daher Ende August 2026 ein wichtiger Termin.
Bei einem Wechsel können Versicherte neben der Höhe des Zusatzbeitrags auch Zusatzleistungen, Bonusprogramme, Serviceangebote und Wahltarife verschiedener Krankenkassen vergleichen.
Regeln zur Information über Beitragserhöhungen ändern sich
Parallel dazu ändern sich in Deutschland die Vorgaben zur Information der Versicherten über steigende Zusatzbeiträge.
Im Zuge gesetzlicher Anpassungen zur Stabilisierung der gesetzlichen Krankenversicherung sollen Krankenkassen ihre Mitglieder künftig nicht mehr in jedem Fall wie bisher individuell über eine Erhöhung informieren müssen.
Verbraucherschützer kritisieren diese Entwicklung. Sie befürchten, dass Versicherte dadurch möglicherweise erst spät von höheren Beiträgen erfahren und Fristen für einen Krankenkassenwechsel verpassen könnten.
Mitglieder gesetzlicher Krankenkassen müssen deshalb künftig stärker selbst darauf achten, wie hoch der aktuelle Zusatzbeitrag ihrer Krankenkasse ist.
Zusatzbeiträge können sich auch unterjährig ändern
Eine Anpassung des Zusatzbeitrags muss nicht ausschließlich zum Jahreswechsel erfolgen. Krankenkassen können ihre Beitragssätze auch im laufenden Jahr verändern.
Im Jahr 2026 haben bereits mehrere Krankenkassen entsprechende Änderungen vorgenommen. Während einige Kassen ihre Zusatzbeiträge erhöhten, senkten andere ihre Sätze.
So kündigte die BMW BKK eine Senkung ihres Zusatzbeitrags um einen Prozentpunkt an. Andere Krankenkassen wie die IKK Südwest und die BKK Würth erhöhten ihre Zusatzbeiträge dagegen im Laufe des Jahres.
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