In den Gewässern der Straße von Messina zwischen Sizilien und Kalabrien sind Bakterien der Gattung Vibrio nachgewiesen worden, darunter Vibrio vulnificus. Der Erreger kann schwere Haut- und Blutinfektionen verursachen. Besonders gefährdet sind Menschen mit offenen Wunden sowie Personen, die rohe oder nicht ausreichend gegarte Meeresfrüchte verzehren. Schreibt bankrecht-ratgeber mit Bezug auf fr.
Das Bakterium ist in dieser Region nicht neu. Bereits vor mehr als zwei Jahrzehnten hatten Wissenschaftler Vibrio vulnificus im Wasser und im Plankton der Straße von Messina nachgewiesen. Derzeit rückt der Erreger erneut stärker in den Fokus, weil steigende Meerestemperaturen günstigere Bedingungen für die Vermehrung von Vibrionen schaffen.
In Italien gibt es bislang keine Berichte über einen größeren Ausbruch. Fachleute weisen jedoch darauf hin, dass das Auftreten des Bakteriums in warmen Küstengewässern während der sommerlichen Urlaubssaison besondere Aufmerksamkeit erfordert.
Warum Vibrio vulnificus so gefährlich ist
Vibrio vulnificus kommt vor allem in warmem Salz- und Brackwasser vor. Eine Infektion kann entstehen, wenn belastetes Meerwasser mit verletzter Haut in Kontakt kommt.
Besonders problematisch sind Schnitte, Kratzer, Geschwüre, schlecht verheilte Wunden oder frisch gestochene Tätowierungen. In solchen Fällen kann das Bakterium in das Gewebe eindringen und eine sich rasch ausbreitende Infektion auslösen.
Ein weiterer Infektionsweg ist der Verzehr roher oder unzureichend erhitzter Meeresfrüchte. Besonders häufig wird das Risiko mit Austern, Muscheln und anderen Schalentieren in Verbindung gebracht.
Bei schweren Verläufen kann es zu einer nekrotisierenden Infektion des Weichteilgewebes kommen. Gelangt der Erreger in den Blutkreislauf, drohen eine Sepsis, operative Eingriffe und in besonders schweren Fällen Amputationen.
Sterblichkeit bei schweren Infektionen kann hoch sein
Der italienische Infektiologe Matteo Bassetti weist darauf hin, dass Infektionen mit Vibrio vulnificus zwar relativ selten auftreten, sich jedoch sehr schnell entwickeln können.
Nach seinen Angaben kann die Sterblichkeit bei solchen Infektionen bei etwa 20 Prozent liegen. Besonders gefährdet sind Menschen mit chronischen Lebererkrankungen, einem geschwächten Immunsystem oder anderen Erkrankungen, die die Anfälligkeit für bakterielle Infektionen erhöhen.
In den USA wurden im Sommer 2026 mehrere Erkrankungs- und Todesfälle im Zusammenhang mit Vibrio vulnificus gemeldet. Die Entwicklung dort hat dazu beigetragen, dass auch europäische Experten die Verbreitung von Vibrionen wieder verstärkt beobachten.
Warmes Meerwasser begünstigt die Ausbreitung
Europäische Gesundheitsbehörden haben bereits mehrfach auf den Zusammenhang zwischen hohen Wassertemperaturen und einer steigenden Zahl von Vibrio-Infektionen hingewiesen.
Besonders deutlich zeigte sich dieser Effekt im heißen Sommer 2018. Damals wurden in Europa 445 Vibrio-Infektionen registriert. Damit lag die Zahl mehr als dreimal so hoch wie der durchschnittliche Jahreswert in den Jahren zuvor.
Hohe Sommertemperaturen schaffen günstige Bedingungen für die Vermehrung der Bakterien in Küstengewässern. Besonders aufmerksam überwacht werden die Ostsee, die Nordsee und das Schwarze Meer. Bei längeren Hitzeperioden können jedoch auch im Mittelmeer günstige Bedingungen für Vibrionen entstehen.
So lässt sich das Infektionsrisiko beim Baden senken
Menschen mit offenen Wunden, Hautverletzungen oder frischen Tätowierungen sollten vermeiden, dass die betroffenen Hautstellen mit warmem Meer- oder Brackwasser in Kontakt kommen.
Nach dem Baden sollte auf Veränderungen der Haut geachtet werden. Schnell zunehmende Rötungen, starke Schmerzen, Schwellungen, Blasenbildung oder eine plötzliche Verschlechterung des Allgemeinzustands nach Kontakt mit Meerwasser können ein Grund sein, umgehend medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Auch beim Verzehr von Meeresfrüchten ist Vorsicht erforderlich. Austern, Muscheln und andere Schalentiere sollten ausreichend erhitzt werden. Rohe Muscheln gehören zu den bekannten Übertragungswegen von Vibrio vulnificus.
Das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten nutzt zudem den Vibrio Viewer. Das Online-System überwacht Temperatur- und Umweltbedingungen in europäischen Küstengewässern und zeigt Regionen, in denen besonders günstige Bedingungen für die Vermehrung von Vibrionen herrschen.
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