Es ist eine Ankündigung, auf die Fans des Action-Kinos und der Videospielunterhaltung gleichermaßen gewartet haben. Die Welt der Auftragskiller, der goldenen Münzen und des Continental Hotels wird interaktiv – und zwar auf höchstem Niveau. Saber Interactive, das Studio, das zuletzt mit Blockbustern für Furore sorgte, nimmt sich der legendären Filmreihe an.
In der Welt der Finanzen und des Rechts ist Präzision das oberste Gebot. Ein einziger falscher Schritt, eine übersehene Klausel oder eine Fehlkalkulation können verheerende Folgen haben. Diese eiserne Disziplin, die wir normalerweise in unserem Bankrecht Ratgeber predigen, ist auch das Markenzeichen eines Mannes, der die Popkultur des letzten Jahrzehnts geprägt hat wie kaum ein anderer: John Wick. Nun verschmelzen die Welten der Hollywood-Ästhetik und der digitalen Interaktion, denn wie heute bekannt wurde, erhält der „Baba Yaga“ endlich seinen eigenen, groß angelegten AAA-Titel.
Ein Paukenschlag für die Gaming-Industrie
Die Nachricht schlug am Freitagmorgen ein wie eine Blendgranate in einem überfüllten Nachtclub. Saber Interactive, das Entwicklerstudio, das sich in den letzten Jahren einen Ruf für technische Exzellenz und kompromisslose Action erarbeitet hat, arbeitet offiziell an einer Videospielumsetzung der John Wick-Franchise.
Wie Heise online berichtet, handelt es sich dabei nicht um ein kleines Nebenprojekt oder ein einfaches Mobile-Game zur Lizenzverwertung. Vielmehr ist die Rede von einem vollwertigen Action-Adventure-Titel, der das Budget und die Qualität moderner Blockbuster-Produktionen widerspiegeln soll. Besonders brisant: Keanu Reeves selbst ist in das Projekt involviert. Dies deutet darauf hin, dass es sich nicht nur um eine Nutzung der Bildrechte handelt, sondern um eine aktive Zusammenarbeit, um die Authentizität der Figur zu wahren.
Wer ist Saber Interactive?
Für Branchenkenner ist die Wahl von Saber Interactive ein vielversprechendes Signal. Das Studio hat sich von einem soliden Auftragsentwickler zu einem Powerhouse der Industrie gemausert. Insbesondere der Erfolg von Warhammer 40,000: Space Marine 2 hat gezeigt, dass die Entwickler verstehen, wie man wuchtige, befriedigende Action inszeniert und dabei die Atmosphäre einer Vorlage respektiert.
Saber Interactive ist bekannt für seine proprietäre Engine, die in der Lage ist, riesige Mengen an Gegnern gleichzeitig darzustellen – eine Technologie, die ursprünglich für World War Z entwickelt wurde. Wenn man an die Massenschlachten in den John Wick-Filmen denkt, in denen der Protagonist oft gegen Dutzende von Angreifern gleichzeitig bestehen muss, erscheint diese technische Expertise als das perfekte Fundament für das geplante Spiel.
Die Herausforderung: „Gun-Fu“ spielbar machen
Die John Wick-Filme haben das Action-Genre neu definiert. Der Begriff „Gun-Fu“ – eine Mischung aus klassischem Kung-Fu und präzisem Schusswaffengebrauch im Nahkampf – ist untrennbar mit der Reihe verbunden. Für ein Videospiel stellt dies eine enorme designtechnische Hürde dar.
In herkömmlichen Shootern geht der Spieler oft in Deckung, wartet ab und schießt aus der Distanz. John Wick hingegen ist ein Hurrikan der Bewegung. Er ist ständig in der Offensive, nutzt Gegner als menschliche Schutzschilde, lädt seine Waffen in Sekundenbruchteilen nach und führt Exekutionen aus nächster Nähe durch.
Technische Hürden und Erwartungen
Experten spekulieren bereits darüber, wie Saber Interactive dieses flüssige Kampfgefühl umsetzen wird. Es erfordert ein Animationssystem von höchster Komplexität. Die Bewegungen dürfen nicht abgehakt wirken; der Übergang vom Nahkampf zum Schusswechsel muss nahtlos erfolgen.
Hier kommt die Beteiligung von Keanu Reeves ins Spiel. Seine Erfahrung mit dem Stunt-Team von 87Eleven, das die Choreografien für die Filme entwickelte, wird essenziell sein. Es ist davon auszugehen, dass umfangreiche Motion-Capture-Aufnahmen stattfinden werden, um Reeves’ charakteristische Bewegungen 1:1 in die digitale Welt zu übertragen.
Das wirtschaftliche Potenzial der Marke
Aus einer rein wirtschaftlichen Perspektive ist dieser Deal ein massiver Schachzug für Lionsgate, den Rechteinhaber der Filmreihe. In einer Zeit, in der das klassische Kino zunehmend unter Druck gerät und Streaming-Dienste den Markt fragmentieren, ist die Expansion in den Gaming-Sektor der logische nächste Schritt für große IPs (Intellectual Properties).
Der Gaming-Markt setzt jährlich mehr um als die Film- und Musikindustrie zusammen. Ein erfolgreicher AAA-Titel kann über Jahre hinweg Einnahmen generieren – sei es durch den Verkauf des Basisspiels oder durch spätere Erweiterungen (DLCs). Für Lionsgate bedeutet die Partnerschaft mit Saber Interactive, dass sie das Risiko der Entwicklung auslagern, aber gleichzeitig von der Markenstrahlkraft profitieren.
Warum erst jetzt?
Man mag sich fragen, warum es bis 2026 gedauert hat, bis ein großes John Wick-Spiel angekündigt wurde. Es gab zwar mit John Wick Hex einen vielgelobten Strategie-Ableger, doch der große Action-Blockbuster fehlte.
Ein Grund dafür liegt in der Geschichte der Lizenzspiele. Die 2000er und frühen 2010er Jahre waren gepflastert mit furchtbaren Filmumsetzungen, die schnell und billig produziert wurden, um pünktlich zum Kinostart im Regal zu stehen. Diese Ära ist glücklicherweise vorbei. Heute verstehen Publisher, dass Gamer anspruchsvoll sind. Ein schlechtes Spiel kann eine Marke beschädigen. Die lange Wartezeit deutet darauf hin, dass man gewartet hat, bis die Technologie (Next-Gen-Konsolen und High-End-PCs) und der richtige Partner bereitstanden, um der Vision gerecht zu werden.
Storytelling: Prequel oder Fortsetzung?
Ein spannender Aspekt der Ankündigung ist die Frage nach der Handlung. Die Filmreihe hat mit Kapitel 4 einen gewissen Abschluss gefunden (ohne zu viel zu verraten). Dies gibt den Entwicklern zwei Möglichkeiten:
- Das Prequel: Das Spiel könnte die „unmögliche Aufgabe“ behandeln, die John Wick erledigen musste, um aus dem Geschäft auszusteigen und seine Frau Helen zu heiraten. Dies ist ein mythischer Teil der Lore, der nie im Detail gezeigt wurde.
- Eine Zwischengeschichte: Es gibt Zeiträume zwischen den Filmen oder sogar vor den Filmen, in denen Wick als „Baba Yaga“ aktiv war. Dies würde es den Entwicklern erlauben, das „Continental“-Universum weiter auszubauen, ohne mit dem Kanon der Filme zu brechen.
Die Einbindung von Keanu Reeves spricht dafür, dass die Story einen hohen Stellenwert haben wird. Es ist unwahrscheinlich, dass der Hollywood-Star seinen Namen und sein Gesicht für ein reines „Schießbuden-Spiel“ hergeben würde. Die John Wick-Welt besticht durch ihre Regeln, ihre Hierarchien und ihren Ehrenkodex – Elemente, die in einem Videospiel hervorragend funktionieren können, um dem Spieler Motivation und Struktur zu geben.
Die Konkurrenz schläft nicht
Saber Interactive betritt mit diesem Projekt ein hart umkämpftes Feld. Spiele wie Hitman von IO Interactive haben bereits perfektioniert, wie man einen Auftragskiller spielt – allerdings mit Fokus auf Stealth und Verkleidung. Spiele wie Max Payne haben die Zeitlupen-Action (Bullet Time) salonfähig gemacht.
Das John Wick-Spiel muss seine eigene Nische finden. Es darf kein reiner Deckungs-Shooter sein, aber auch kein reines Prügelspiel. Die Balance zu finden, wird die größte Aufgabe für die Game-Designer sein. Es muss dem Spieler das Gefühl geben, übermächtig und effizient zu sein, ohne dass das Spiel zu einfach wird. Das sogenannte „Power Fantasy“-Element muss mit einer taktischen Tiefe gepaart werden.
Ein Blick auf die Technologie
Wir schreiben das Jahr 2026. Die Erwartungen an die Grafik sind immens. Raytracing, fotorealistische Texturen und KI-gesteuerte Gegner, die taktisch klug agieren, sind heute Standard. Besonders die Beleuchtung wird bei einem John Wick-Spiel entscheidend sein. Die Filme sind berühmt für ihre Neon-Noir-Ästhetik – verregnete Straßen, die in lila und blauem Neonlicht schimmern, Clubs mit stroboskopischen Effekten und spiegelnde Oberflächen.
Saber Interactive muss beweisen, dass sie diese visuelle Identität einfangen können. Wenn das Spiel aussieht wie ein generischer Militär-Shooter, wird es scheitern. Es muss „Wick“ atmen. Das bedeutet auch: Ein treibender, elektronischer Soundtrack, der sich dynamisch dem Spielgeschehen anpasst.
Fazit und Ausblick
Die Ankündigung von Saber Interactive ist mehr als nur eine weitere Pressemitteilung. Sie ist ein Versprechen an Millionen von Fans. Die Zutaten für einen Erfolg sind da: Ein erfahrenes Studio, eine starke Lizenz und der Rückhalt des Hauptdarstellers. Doch die Fallhöhe ist enorm.
Sollte das Projekt gelingen, könnte es die Messlatte für Actionspiele auf Jahre hinaus neu definieren. Scheitert es, wird es als eine weitere verpasste Chance in die Geschichte der Lizenzgurken eingehen. Doch wenn wir eines von John Wick gelernt haben, dann das: Man sollte ihn niemals unterschätzen. Und wenn Saber Interactive mit derselben Entschlossenheit an die Arbeit geht wie der Protagonist ihrer Vorlage, dann steht uns ein großes Gaming-Highlight bevor. Wir werden die Entwicklung genau beobachten – und vielleicht liegt ja bald neben dem Bankrecht-Ratgeber auch ein Controller auf dem Schreibtisch, für die wohlverdiente Pause nach getaner Arbeit.

