Die Fähre FiloJet ist mit 270 Menschen an Bord vor der Nordküste Zyperns gesunken. Mindestens acht Passagiere kamen ums Leben, 18 weitere werden noch vermisst. Der Kapitän und sieben Besatzungsmitglieder wurden festgenommen. Die Ermittler prüfen das Verhalten der Crew während der Evakuierung sowie mögliche Verstöße gegen die Sicherheitsvorschriften. Schreibt bankrecht-ratgeber mit Bezug auf Вild.
Passagiere werfen der Besatzung Untätigkeit vor
Nach Angaben eines Überlebenden begann das Schiff zunächst stark zu schwanken. Kurz darauf drang Wasser in den Passagierraum ein. Die Besatzung soll anfangs nicht auf die Gefahr reagiert haben. Als das Wasser bereits die Sitze erreichte, habe der Kapitän den Passagieren versichert, die Lage sei unter Kontrolle.
Wenig später hörten die Menschen ein lautes Geräusch, das einem Knall oder einer Explosion ähnelte. Anschließend sollen Mitglieder der Besatzung die Innenräume verlassen haben. Ein Mitarbeiter des Ticketverkaufs warnte die Passagiere schließlich, dass die Fähre sinke.
Augenzeugen zufolge organisierte die Crew keine geordnete Evakuierung. Nachdem Fensterscheiben zerbrochen waren, strömte das Wasser schnell in den Passagierraum. Einige Kinder und ältere Menschen konnten sich nicht selbstständig unter den Sitzen befreien.
Nicht für alle Passagiere gab es Rettungswesten
An Bord brach Panik aus. Passagiere versuchten, Fenster einzuschlagen und das Schiff über die noch erreichbaren Ausgänge zu verlassen. Einige Menschen sprangen ohne Rettungswesten ins Meer. Nach Aussagen der Überlebenden reichte die vorhandene Sicherheitsausrüstung nicht für alle aus.
Ein weiterer Überlebender berichtete, dass während eines Wendemanövers Fensterscheiben zerbrachen und große Wassermengen in das Schiff eindrangen. Der Mann behauptet, der Kapitän habe als einer der Ersten die Fähre verlassen, ohne den Passagieren klare Anweisungen zu geben.
Der Passagier selbst trieb nach eigenen Angaben etwa anderthalb Stunden im Meer, bevor er gerettet wurde. Videoaufnahmen vom Unglücksort zeigen Menschen, die sich an Teilen der Fähre festhielten, während das Schiff im Wasser versank.
Fähre liegt in rund 500 Metern Tiefe
Das gesunkene Schiff befindet sich inzwischen in einer Tiefe von ungefähr 500 Metern auf dem Meeresboden. Die Suchaktion dauert an. Die Rettungskräfte versuchen weiterhin, die 18 vermissten Personen zu finden.
Die Ermittler müssen nun die technische Ursache des Unglücks, die Zahl der verfügbaren Rettungswesten und das Vorgehen der Besatzung klären. Gesondert untersucht werden die Berichte über einen Knall oder eine mögliche Explosion kurz vor dem Untergang.
Der Ministerpräsident Nordzyperns, Ünal Üstel, kündigte eine umfassende Untersuchung der Katastrophe an. Die Behörden würden jedem Hinweis auf Fahrlässigkeit nachgehen und die Verantwortlichen ermitteln.
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