Das Amtsgericht Aalen hat das Insolvenzverfahren über das Vermögen der ABK Betriebsgesellschaft der Aktienbrauerei Kaufbeuren GmbH eröffnet. Der Beschluss trat am 27. August 2026 in Kraft. Das Unternehmen setzt seine Sanierung in Eigenverwaltung fort, während der laufende Brauereibetrieb aufrechterhalten wird. Schreibt bankrecht-ratgeber mit Bezug auf schwaebische-post.
Sanierung wird unter Aufsicht fortgesetzt
Das Gericht stellte die Zahlungsunfähigkeit des Unternehmens fest, ordnete jedoch zugleich die Eigenverwaltung an. Damit behält die Geschäftsführung die Kontrolle über das operative Geschäft, wird dabei aber von einem gerichtlich bestellten Sachwalter überwacht.
Zum Sachwalter wurde Rechtsanwalt Olaf Spiekermann von der Kanzlei Brinkmann & Partner bestellt. Er soll den Verlauf des Verfahrens kontrollieren und die Interessen der Gläubiger wahren.
Geschäftsführer der ABK Betriebsgesellschaft bleiben Alexey Dozhdalev, Jonathan Mark Kendrick und Volker Peter Zimmerer. Der Unternehmenssitz befindet sich mittlerweile in Ellwangen.
Sanierung wird von Ellwangen aus gesteuert
Die Restrukturierung der Aktienbrauerei Kaufbeuren begann bereits im Juni 2026. Im Zuge der Maßnahmen wurden zentrale Management- und Verwaltungsaufgaben nach Ellwangen verlagert.
Dort ist auch das Team von Z Management Consulting tätig. Die Beratungsgesellschaft begleitet die operative, administrative und strategische Neuaufstellung. Volker Peter Zimmerer übernahm im Rahmen dieses Prozesses die Leitung der Sanierung.
Die Eröffnung des Insolvenzverfahrens beendet die bereits eingeleiteten Maßnahmen nicht. Die Restrukturierung wird nun innerhalb des regulären Insolvenzverfahrens fortgeführt.
Bierproduktion läuft weiter
Die Produktion am Brauereistandort in Kaufbeuren wird nach Angaben des Unternehmens ohne Einschränkungen fortgesetzt. Auch geplante Feste und Veranstaltungen sollen wie vorgesehen stattfinden.
Parallel dazu läuft ein Investorenprozess. Gesucht werden strategische Partner, die den Fortbestand und die weitere Entwicklung der traditionsreichen bayerischen Brauerei unterstützen können.
Zu Beginn des vorläufigen Eigenverwaltungsverfahrens im Juni erklärte die Geschäftsführung, möglichst viele der 84 Arbeitsplätze am Standort Kaufbeuren erhalten zu wollen. Strukturelle und personelle Veränderungen wurden im Zuge der Sanierung jedoch nicht ausgeschlossen.
Gläubiger können Forderungen bis 8. Oktober anmelden
Die Gläubiger der Aktienbrauerei Kaufbeuren können ihre Forderungen bis zum 8. Oktober 2026 beim Sachwalter anmelden.
Der Berichtstermin und die Gläubigerversammlung sind für den 11. November angesetzt. Am selben Tag sollen auch die angemeldeten Forderungen geprüft werden.
Im Rahmen des Verfahrens wurde zudem ein Gläubigerausschuss eingesetzt. Ihm gehören unter anderem ein Vertreter der Beschäftigten der ABK Betriebsgesellschaft und ein Vertreter der Spalter Hopfen GmbH an.
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