Ein Großbrand hat im Allgäu die bekannte Alpe Mohr vollständig zerstört. Die mehr als 100 Jahre alte Berghütte nahe Oberstaufen brannte in der Nacht zum Montag komplett nieder. Menschen wurden nach bisherigen Erkenntnissen nicht verletzt, das historische Gebäude konnte jedoch nicht gerettet werden. Schreibt bankrecht-ratgeber mit Bezug auf schwaebische.
Die Einsatzkräfte wurden gegen 23 Uhr alarmiert. Als die ersten Feuerwehren eintrafen, stand bereits ein großer Teil des langgezogenen Holzgebäudes in Flammen. Das Feuer breitete sich rasch auf den gesamten Komplex aus. Betroffen waren die Gaststube, die Küche, die früheren Wohnräume der Hirtenfamilie, Wirtschaftsbereiche und die angrenzenden Stallungen.
Meterhohe Flammen und dichter Rauch waren noch aus mehreren Kilometern Entfernung zu sehen. Wegen der großen Menge an verbautem Holz und der ausgetrockneten Vegetation griff das Feuer besonders schnell um sich. Innerhalb kurzer Zeit stand das gesamte Gebäude in Vollbrand.
Der Begriff „Alpe“ stammt aus dem örtlichen alemannischen Dialekt und bezeichnet eine im Sommer bewirtschaftete Bergweide. Die Alpe Mohr lag auf etwa 900 Metern Höhe und gehörte seit vielen Jahren zu den bekanntesten Ausflugszielen in diesem Teil des Allgäus.
Mehr als 100 Einsatzkräfte bekämpften die Flammen
An den Löscharbeiten waren mehr als 100 Feuerwehrleute aus fünf verschiedenen Wehren beteiligt. Der Einsatz wurde durch die abgelegene Lage, die anhaltende Trockenheit und die schwierige Wasserversorgung erheblich erschwert.
Zur Alpe Mohr führt eine rund 1,7 Kilometer lange asphaltierte Straße, die oberhalb des Dorfes Kalzhofen beginnt. Kalzhofen ist ein Ortsteil des Kurortes Oberstaufen. Über diese Zufahrt musste das Löschwasser aus dem Tal zur Brandstelle transportiert werden.
Die vorhandenen Wasservorräte an der Alpe waren schnell aufgebraucht. Deshalb richteten die Einsatzkräfte einen Pendelverkehr ein. Unterstützung kam von Landwirten aus der Umgebung, die zusätzliches Wasser in landwirtschaftlichen Tankwagen zur Brandstelle brachten.
Trotz des umfangreichen Einsatzes konnte das historische Gebäude nicht gerettet werden. Als die Hauptkräfte vor Ort eintrafen, hatte sich das Feuer bereits auf nahezu den gesamten Gebäudekomplex ausgebreitet.
Trockenheit erschwerte die Löscharbeiten
Im Allgäu herrscht seit längerer Zeit trockenes und heißes Wetter. Viele Bergbauern, die ihre Tiere im Sommer auf den Alpen halten, leiden derzeit unter Wassermangel. Diese Situation wirkte sich auch auf den Feuerwehreinsatz aus.
Die Flammen griffen zeitweise auf angrenzende Wiesen, einzelne Bäume und Sträucher über. Es bestand die Gefahr, dass sich der Brand in den umliegenden Wald ausbreiten könnte.
Den Feuerwehrleuten gelang es jedoch, ein weiteres Übergreifen der Flammen zu verhindern. Auch nachdem der Hauptbrand unter Kontrolle war, wurden Glutnester weiter abgelöscht und das Gelände überwacht.
Nach ersten Angaben befanden sich zum Zeitpunkt des Feuers keine Menschen im Gebäude. Auch in den angrenzenden Stallungen waren keine Tiere untergebracht. Berichte über Verletzte lagen zunächst nicht vor.
Alpe Mohr war eines der bekanntesten Ausflugsziele im Allgäu
Eigentümerin der Alpe Mohr ist Anne Mohr. Sie hatte den Familienbetrieb vor mehreren Jahrzehnten von ihren Eltern übernommen. Die Geschichte der Alpe reicht etwa 110 Jahre zurück.
Ursprünglich handelte es sich um einen einfachen landwirtschaftlichen Sommerbetrieb, der für die Bewirtschaftung der Bergweiden und die Unterbringung von Vieh genutzt wurde. Im Laufe der Jahre entwickelte sich die Anlage zu einem beliebten Ziel für Touristen, Einheimische und Veranstalter privater Feiern.
Während der Sommersaison fanden auf der Alpe regelmäßig Hochzeiten, Familienfeiern, Konzerte und weitere Veranstaltungen statt. Die Gaststätte war nicht nur im Allgäu, sondern auch weit über die Region hinaus bekannt.
Oberstaufens Bürgermeister Martin Beckel erklärte, dass zahlreiche prominente Gäste die Alpe besucht hätten. Nach seinen Angaben war der Ort bei Touristen, Sportlern, Schauspielern und Fernsehpersönlichkeiten gleichermaßen beliebt.
Erst vor Kurzem hatten sich Spieler des SSV Ulm dort mit ihren Fans getroffen. Auch an Wochenenden kamen zahlreiche Besucher aus anderen Städten, um in der Gaststätte einzukehren oder im Biergarten zu sitzen.
Aus dem Bergbauernhof wurde ein Veranstaltungsort
In den vergangenen Jahren warb die Alpe Mohr mit einer rustikalen und gemütlichen Atmosphäre. Neben der Gaststätte gehörte ein großer Biergarten zum Betrieb.
Von dort aus hatten die Gäste einen weiten Blick über die Landschaft des Allgäus und auf die Nagelfluhkette im Süden. Während der Sommersaison war die Hütte täglich geöffnet, unabhängig von Regen, Sturm oder Schnee.
Aus dem früheren landwirtschaftlichen Anwesen wurde im Laufe der Zeit ein gefragter Veranstaltungsort. Auf dem Gelände fanden Musikveranstaltungen, Treffen, Familienfeste und traditionelle regionale Feiern statt.
Für den kommenden Sonntag war eine große Bergmesse mit anschließendem Konzert geplant. Im September sollte außerdem der traditionelle Viehscheid stattfinden.
Nach dem Brand wurden die geplanten Veranstaltungen abgesagt.
Brandursache weiterhin unklar
Die genaue Ursache des Feuers ist bislang nicht bekannt. Die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen und untersucht das Gelände.
Die Ermittler müssen klären, wo der Brand ausbrach und unter welchen Umständen sich die Flammen auf den gesamten Gebäudekomplex ausbreiten konnten. Angaben zur Höhe des entstandenen Schadens lagen zunächst nicht vor.
Auch die Zukunft der historischen Alpe ist ungewiss. Oberstaufens Bürgermeister erklärte, derzeit könne nicht beurteilt werden, ob ein Wiederaufbau möglich und wirtschaftlich tragbar sei.
Eine Entscheidung über einen möglichen Wiederaufbau kann voraussichtlich erst nach Abschluss der Ermittlungen, einer umfassenden Schadensbewertung und der Prüfung der verbliebenen Gebäudeteile getroffen werden.
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