In Berlin ist ein Mensch an einer Infektion mit Bakterien der Gattung Vibrio gestorben. Die betroffene Person hatte sich kurz vor dem Auftreten der Symptome an der Ostseeküste in Mecklenburg-Vorpommern aufgehalten. Nach Angaben der Berliner Gesundheitsbehörden handelt es sich um den ersten bekannten Todesfall durch eine Vibrionen-Infektion, der in der Hauptstadt seit 2023 erfasst wurde. Schreibt bankrecht-ratgeber mit Bezug auf spiegel.
Bestätigt wurde der Fall vom Landesamt für Gesundheit und Soziales Berlin, kurz Lageso. Die Behörde nahm ihn in ihren aktuellen Wochenbericht zu meldepflichtigen Infektionskrankheiten auf. Nähere Angaben zur Identität der verstorbenen Person wurden nicht veröffentlicht.
Drei Vibrionen-Infektionen in Berlin festgestellt
Seit Beginn des Jahres 2026 haben die Berliner Gesundheitsbehörden drei Fälle von Vibrionen-Infektionen registriert. In allen Fällen trat die Erkrankung nach einem Aufenthalt an der Küste Mecklenburg-Vorpommerns auf.
Eine der betroffenen Personen hatte sich vor Beginn der Beschwerden im Landkreis Vorpommern-Greifswald aufgehalten. Fachleute gehen davon aus, dass die Bakterien beim Kontakt mit Meer- oder Brackwasser über verletzte Hautstellen in den Körper gelangten.
Bei allen drei Erkrankten wurde eine Wundinfektion diagnostiziert. In zwei Fällen entwickelte sich daraus eine Sepsis, also eine schwere systemische Reaktion des Körpers auf die Infektion. Eine dieser Personen starb später.
Nach Angaben des Lageso traten die ersten Symptome bei der verstorbenen Person am 22. Juni auf. Der Tod wurde am 13. Juli registriert.
Alle Betroffenen gehörten zur Risikogruppe
Die Berliner Behörden machten aus Gründen des Datenschutzes keine Angaben zum Geschlecht der Erkrankten. Bekannt ist jedoch, dass alle drei Personen älter als 75 Jahre waren.
Ein hohes Alter gilt als einer der wichtigsten Risikofaktoren bei einer Infektion mit Vibrionen. Schwere Krankheitsverläufe treten außerdem häufiger bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem oder chronischen Erkrankungen auf.
Zur Risikogruppe gehören unter anderem Personen mit Diabetes, Lebererkrankungen, schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder anderen Leiden, die die körpereigene Abwehr schwächen. Besondere Vorsicht gilt für Menschen mit Schnittverletzungen, offenen Geschwüren, Operationswunden oder anderen Hautschäden.
Eine Infektion entsteht häufig dann, wenn Vibrionen aus dem Meerwasser direkt in eine offene Wunde gelangen. Die Bakterien können sich rasch im Weichteilgewebe ausbreiten und in schweren Fällen eine Blutvergiftung verursachen.
Infektionsrisiko steigt bei Wassertemperaturen über 20 Grad
Bakterien der Gattung Vibrio kommen natürlicherweise in Süß-, Brack- und Salzwasser vor. Besonders günstige Bedingungen für ihre Vermehrung entstehen in warmen Sommermonaten.
Nach Angaben des Robert Koch-Instituts kann die Konzentration von Vibrionen in Küstengewässern deutlich zunehmen, sobald die Wassertemperatur über 20 Grad Celsius steigt. Besonders häufig werden die Bakterien in flachen Gewässern und Bereichen mit geringem Wasseraustausch nachgewiesen.
Bei anhaltend warmem Wetter steigt das Infektionsrisiko an der Nord- und Ostseeküste. Eine Ansteckung ist nicht nur beim Schwimmen möglich, sondern auch beim Waten, Angeln oder bei anderen Aktivitäten, bei denen verletzte Haut mit Meerwasser in Kontakt kommt.
Warmes Meerwasser begünstigt die Ausbreitung der Bakterien
Deutsche Fachleute bringen die zunehmende Verbreitung von Vibrionen mit längeren Hitzeperioden und steigenden Wassertemperaturen in Verbindung. Wärmere Bedingungen ermöglichen es den Bakterien, länger zu überleben und sich in Küstenregionen schneller zu vermehren.
Ein zusätzlicher Faktor kann der Eintrag von Nährstoffen ins Wasser sein, etwa durch landwirtschaftliche Düngemittel. Eine hohe Konzentration organischer Stoffe schafft günstige Bedingungen für das Wachstum von Mikroorganismen.
Vibrionen-Infektionen treten in Deutschland überwiegend während der Sommermonate auf. Die meisten Fälle stehen im Zusammenhang mit dem Kontakt offener Wunden mit dem Wasser der Nord- oder Ostsee.
Bei gesunden Menschen sind schwere Verläufe vergleichsweise selten. Bei Personen aus Risikogruppen kann sich die Infektion jedoch schnell ausbreiten und eine sofortige Behandlung mit Antibiotika sowie eine chirurgische Versorgung des betroffenen Gewebes erforderlich machen.
lesen Sie auch: USA melden höchsten Masernstand seit 35 Jahren

