Eine bislang vor allem aus der Tiermedizin bekannte Hautinfektion tritt zunehmend bei Menschen auf. Ein Berliner Labor registrierte zwischen Dezember 2025 und Mai 2026 insgesamt 17 Fälle der sogenannten Regenfäule. Sämtliche Betroffenen waren Männer aus Berlin und Brandenburg. Ihr Durchschnittsalter lag bei 45 Jahren. Schreibt bankrecht-ratgeber mit Bezug t-online.
Ausgelöst wird die Erkrankung durch das Bakterium Dermatophilus congolensis. Der Erreger verursacht gewöhnlich Hautprobleme bei Pferden und Wiederkäuern. Eine Übertragung vom Tier auf den Menschen war bereits bekannt. Neu ist die Häufung von Infektionen, bei denen eine direkte Weitergabe zwischen Menschen vermutet wird.
Kontakte in Sex-positiven Saunen gelten als möglicher Übertragungsweg
Die Berliner Fälle betrafen überwiegend homosexuelle und bisexuelle Männer sowie andere Männer, die sexuelle Kontakte mit Männern haben. Als wahrscheinlichster Übertragungsweg gelten enge Hautkontakte, insbesondere bei sexuellen Begegnungen in Sex-positiven Saunen.
Feuchtigkeit und eine hohe Luftfeuchtigkeit schaffen günstige Bedingungen für die Ausbreitung des Bakteriums. Daher wird die Erkrankung umgangssprachlich als „Regenfäule“ bezeichnet. Auch der intensive Hautkontakt in warmen und feuchten Räumen kann die Übertragung begünstigen.
Diese Symptome kann die Infektion verursachen
Die Hautinfektion äußert sich vor allem durch pockenähnliche Veränderungen. Zusätzlich können Juckreiz sowie krustige oder schuppige Beläge auftreten.
Bislang verliefen die dokumentierten Erkrankungen überwiegend mild. Schwere Komplikationen wurden nicht gemeldet. Die Beschwerden können teilweise ohne umfangreiche medizinische Behandlung abklingen. Bei ungewöhnlichen Hautveränderungen ist dennoch eine ärztliche Untersuchung erforderlich, damit die Ursache festgestellt und eine mögliche Weitergabe verhindert werden kann.
Zahl der Fälle in Europa deutlich gestiegen
Die Entwicklung beschränkt sich nicht auf Deutschland. Europaweit erhöhte sich die Zahl der gemeldeten Infektionen innerhalb von zwei Monaten von 70 Fällen im Juni auf 123 Fälle im August 2026.
Neben Deutschland wurden Erkrankungen unter anderem in Frankreich, Spanien, Norwegen und im Vereinigten Königreich erfasst. Damit hat sich die Zahl der bekannten Fälle innerhalb kurzer Zeit nahezu verdoppelt.
Risiko für die Allgemeinbevölkerung bleibt sehr niedrig
Für die breite Bevölkerung wird das Ansteckungsrisiko weiterhin als sehr niedrig eingestuft. Ein mäßiges Risiko besteht dagegen für Männer, die Sex-positive Saunen besuchen und dort engen beziehungsweise sexuellen Hautkontakt haben.
Entscheidend für eine mögliche Übertragung sind offenbar direkter Körperkontakt sowie feuchte und warme Umgebungen. Die bisher erfassten Fälle liefern erstmals Hinweise darauf, dass Dermatophilus congolensis nicht nur von Tieren auf Menschen, sondern auch unmittelbar zwischen Menschen weitergegeben werden kann.
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