Tesla bietet in ausgewählten Gebieten von Austin erstmals Fahrten mit dem zweisitzigen Cybercab an. Das autonome Fahrzeug verfügt weder über ein Lenkrad noch über Pedale. Der Start hat deshalb die Aufmerksamkeit der US-Verkehrssicherheitsbehörde auf sich gezogen. Schreibt bankrecht-ratgeber mit Bezug auf reuters.
Cybercab-Fahrten sind zunächst nur begrenzt verfügbar
Tesla stellte den neuen Fahrdienst im Rahmen einer Veranstaltung in der texanischen Hauptstadt vor. Auf den Straßen von Austin waren goldfarbene Elektrofahrzeuge mit Flügeltüren unterwegs, die speziell für vollständig autonome Fahrten entwickelt wurden.
Nach Angaben des Unternehmens kann grundsätzlich jeder den neuen Dienst nutzen. Tesla nannte jedoch weder die genauen Grenzen des Bediengebiets noch konkrete Buchungsbedingungen oder einen Termin für den Beginn kostenpflichtiger Fahrten.
Die Verantwortlichen kündigten außerdem ein dynamisches Preismodell an. Die Fahrtkosten sollen abhängig von der Nachfrage steigen oder fallen. Gleichzeitig verspricht Tesla einen hochwertigen Service zu Preisen, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln vergleichbar sein sollen.
US-Verkehrssicherheitsbehörde prüft den Tesla-Start
Der Einsatz von Fahrzeugen ohne klassische Bedienelemente beschäftigt die National Highway Traffic Safety Administration, kurz NHTSA. Die Behörde bestätigte, mit Tesla in Kontakt zu stehen und die Situation zu bewerten.
Die US-Bundesvorschriften schränken die kommerzielle Nutzung und den Verkauf von Fahrzeugen ohne Lenkrad und Pedale ein. Hersteller dürfen solche Autos zwar in größerem Umfang für Testzwecke einsetzen, müssen für eine reguläre Markteinführung jedoch zusätzliche Anforderungen erfüllen.
Wie schnell Tesla den Cybercab-Dienst ausweiten kann, hängt daher nicht nur von den Produktionskapazitäten, sondern auch von Entscheidungen der Bundesbehörden und der einzelnen Bundesstaaten ab.
Besonders schwierig bleibt die Lage in Kalifornien. Auf diesem wichtigen Markt verfügt Tesla bislang weder über eine Genehmigung für einen Robotaxi-Dienst noch für fahrerlose Tests ohne Sicherheitsfahrer, der im Notfall eingreifen könnte.
In Texas sind 45 Cybercabs registriert
Nach Angaben der texanischen Fahrzeugregister umfasst die autonome Flotte von Tesla inzwischen 420 Fahrzeuge. Darunter befinden sich 45 Cybercabs. Die Zahl der registrierten Autos ist innerhalb weniger Tage deutlich gestiegen und deutet auf einen Ausbau der Test- und Betriebsflotte hin.
Beim Umfang der Flotte liegt Tesla allerdings weiterhin hinter Waymo. Der konkurrierende Anbieter hat in Texas 988 autonome Fahrzeuge registriert.
Tesla betreibt bereits einen begrenzten Robotaxi-Dienst mit umgerüsteten Model Y. In einigen Fahrzeugen befinden sich Sicherheitsmitarbeiter, die den Betrieb überwachen. Langfristig soll der Cybercab zum wichtigsten Modell innerhalb des autonomen Fahrdienstes werden.
Präsentation ließ wichtige Fragen offen
Obwohl Investoren und Tesla-Anhänger großes Interesse zeigten, fiel die Veranstaltung in Austin vergleichsweise kurz aus. Die Vorträge der Führungskräfte zu Produktion, Technologie und Preisgestaltung dauerten insgesamt nur etwa 15 Minuten.
Elon Musk nahm persönlich nicht an der Präsentation teil. In einem später veröffentlichten Video bezeichnete er den Cybercab als erstes Tesla-Fahrzeug, das von Beginn an für vollständig autonomes Fahren ohne menschlichen Fahrer entwickelt worden sei.
Auf dem Veranstaltungsgelände waren sowohl fertige Fahrzeuge als auch mindestens ein teilweise montierter Cybercab zu sehen. Teilnehmer veröffentlichten anschließend Videos von Probefahrten und Einblicke in den Innenraum.
Tesla setzt große Hoffnungen auf Robotaxis
Elon Musk betrachtet den Cybercab als eines der wichtigsten Zukunftsprodukte des Unternehmens. Tesla will ein globales Robotaxi-Netzwerk aufbauen, in das sowohl firmeneigene Fahrzeuge als auch Autos privater Besitzer eingebunden werden können.
Nach dem Konzept des Herstellers sollen Eigentümer ihre Fahrzeuge zeitweise für den Robotaxi-Dienst freigeben und sie bei Bedarf wieder für private Fahrten aus der Flotte nehmen können. Langfristig soll der Cybercab zu einem der meistproduzierten Tesla-Modelle werden.
Die Produktion begann im Frühjahr 2026, bleibt zunächst jedoch auf einem niedrigen Niveau. Musk hatte zuvor angekündigt, dass die Fertigung in der Anfangsphase nur sehr langsam hochgefahren werde.
Autonome Fahrtechnologien haben für Tesla strategische Bedeutung. Die hohe Börsenbewertung des Unternehmens stützt sich zu einem erheblichen Teil auf die Erwartungen an Robotaxis und künstliche Intelligenz. Gleichzeitig gerät das klassische Elektroautogeschäft zunehmend unter Druck, insbesondere durch chinesische Hersteller.
Frühere Ausbauziele wurden verfehlt
Das Pilotprojekt für Teslas Robotaxi-Dienst startete im Juni 2025 in Austin. Später weitete das Unternehmen das Angebot auf weitere Städte in Texas und Florida aus.
Musk hatte zunächst angekündigt, das Netzwerk werde mit extrem hoher Geschwindigkeit wachsen und bis Ende 2025 für die Hälfte der US-Bevölkerung verfügbar sein. Dieses Ziel wurde nicht erreicht. Inzwischen äußert sich die Unternehmensführung zurückhaltender und betont, dass die Expansion vorsichtig erfolgen müsse, um Unfälle, Verletzungen und Todesfälle zu vermeiden.
Tests unter realen Bedingungen zeigten zudem Schwächen im Betrieb. In Dallas und Houston mussten Nutzer teilweise lange auf ein Fahrzeug warten oder fanden überhaupt kein verfügbares Robotaxi. In einzelnen Fällen brachte das Fahrzeug Fahrgäste trotz eines Ziels innerhalb des angegebenen Bediengebiets nicht bis zum gewünschten Ort.

