Bei Menschen mit Typ-2-Diabetes ist die frühzeitige Einnahme von Statinen offenbar nicht nur mit einem besseren Schutz von Herz und Gefäßen verbunden. Sie könnte auch das Risiko senken, später an Demenz zu erkranken. Besonders deutlich zeigte sich dieser Zusammenhang bei Patienten, die kurz nach der Diabetesdiagnose mit der Behandlung begannen. Schreibt bankrecht-ratgeber mit Bezug welt.
Wie Statine das Demenzrisiko beeinflussen könnten
Ein erhöhter Spiegel des LDL-Cholesterins gilt als ein Faktor, der das Demenzrisiko steigern kann. Besondere Aufmerksamkeit benötigen Menschen mit Typ-2-Diabetes, da die Kombination beider Stoffwechselstörungen Schäden an den Blutgefäßen beschleunigen kann.
Statine hemmen ein Enzym in der Leber, das an der Bildung von Cholesterin beteiligt ist. Die Medikamente werden häufig eingesetzt, um Herzinfarkten, Schlaganfällen und anderen Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorzubeugen.
Die neuen Daten deuten darauf hin, dass die Senkung des Cholesterinspiegels zusätzlich das Gehirn schützen könnte. Vermutet wird, dass dieser Effekt mit einer Verringerung von Gefäßschäden zusammenhängt, die langfristig die kognitiven Fähigkeiten beeinträchtigen können.
Mehr als 132.000 Menschen untersucht
Die Forscher werteten die Daten von 132.585 Menschen aus dänischen Gesundheitsregistern aus. Vor Beginn der Beobachtung hatten diese Personen keine Statine eingenommen. Zwischen 2006 und 2019 wurde bei ihnen Typ-2-Diabetes diagnostiziert.
Der Gesundheitszustand der Teilnehmer wurde bis 2021 verfolgt. Für die Auswertung bildeten die Wissenschaftler drei Gruppen:
- Patienten, die in den ersten fünf Jahren nach der Diabetesdiagnose keine Statine erhielten;
- Patienten, die innerhalb des ersten Jahres nach der Diagnose mit der Behandlung begannen;
- Teilnehmer, die später, aber noch innerhalb der ersten fünf Jahre Statine einnahmen.
Durch diese Einteilung ließ sich untersuchen, ob der Zeitpunkt des Therapiebeginns mit dem späteren Demenzrisiko zusammenhing.
Frühe Behandlung mit 15 Prozent geringerem Risiko verbunden
Bei Patienten, die innerhalb des ersten Jahres nach der Diagnose mit der Einnahme von Statinen begannen, lag das Demenzrisiko über einen Zeitraum von zehn Jahren um 15 Prozent niedriger als bei Menschen ohne eine solche Behandlung.
Auch ein späterer Therapiebeginn war mit einem geringeren Risiko verbunden. In diesem Fall betrug der Unterschied etwa zehn Prozent. Der stärkste Zusammenhang zeigte sich somit bei einer frühzeitig begonnenen Behandlung.
Die Ergebnisse weisen auf einen möglichen zusätzlichen Nutzen von Statinen für Menschen hin, bei denen Typ-2-Diabetes und ein erhöhter LDL-Cholesterinspiegel gemeinsam auftreten.
Statine sind kein Medikament gegen Demenz
Die Untersuchung beweist nicht, dass Statine eine Demenzerkrankung unmittelbar verhindern. Es handelte sich um eine Beobachtungsstudie: Die Wissenschaftler analysierten vorhandene Gesundheitsdaten, teilten die Patienten jedoch nicht nach dem Zufallsprinzip verschiedenen Behandlungsgruppen zu.
Auch der Lebensstil, der Zugang zur medizinischen Versorgung, die Therapietreue, bestehende Begleiterkrankungen und weitere Faktoren könnten die Ergebnisse beeinflusst haben. Um einen direkten ursächlichen Zusammenhang nachzuweisen, sind weitere Untersuchungen notwendig.
Statine sollten außerdem nicht eigenständig eingenommen werden. Über die Verordnung, Dosierung und Dauer der Therapie entscheidet der behandelnde Arzt. Dabei berücksichtigt er unter anderem den Cholesterinspiegel, das persönliche Herz-Kreislauf-Risiko, den Diabetes und mögliche Gegenanzeigen.
Warum die Ergebnisse für Menschen mit Diabetes wichtig sind
Typ-2-Diabetes erhöht das Risiko für Gefäßschäden, darunter Erkrankungen der Herz- und Hirngefäße. Die Kontrolle des Cholesterinspiegels bleibt deshalb ein wichtiger Bestandteil der vorbeugenden Behandlung.
Statine werden bereits eingesetzt, um die Wahrscheinlichkeit von Herzinfarkten und Schlaganfällen zu reduzieren. Der mögliche Zusammenhang zwischen einem frühen Therapiebeginn und einem niedrigeren Demenzrisiko liefert einen zusätzlichen Grund, den Cholesterinspiegel nach einer Diabetesdiagnose rechtzeitig überprüfen und behandeln zu lassen.
lesen Sie auch: Seltene Hautinfektion: „Regenfäule“ breitet sich in Berlin aus

