Ritchie Blackmore bereitet sich darauf vor, erstmals seit 1993 wieder gemeinsam mit Deep Purple aufzutreten. Der Musiker teilte seinen Fans mit, dass er sich mit der Band darauf verständigt habe, beim Konzert im Jones Beach Theater in Wantagh im US-Bundesstaat New York auf die Bühne zu kommen. Geplant ist ein einmaliger Gastauftritt während der Zugabe, voraussichtlich für nur einen Song. Schreibt bankrecht-ratgeber mit Bezug auf rollingstone.
Für Deep Purple wäre es der erste gemeinsame Live-Auftritt mit einem der Gründungsmitglieder seit 33 Jahren. Nach Blackmores Ausstieg blieb das Verhältnis zwischen dem Gitarristen und mehreren Bandmitgliedern lange angespannt. Eine Rückkehr wurde über Jahre hinweg immer wieder thematisiert, kam bislang jedoch nie zustande.
Blackmore selbst schlug den Gastauftritt bei Deep Purple vor
Über seine Pläne, noch einmal mit seinen früheren Kollegen zu spielen, informierte Ritchie Blackmore seine Fans über Instagram. Nach Angaben des Gitarristen ging die Initiative von ihm selbst aus.
Mit dem für ihn typischen Humor erklärte Blackmore, er habe Kontakt zu Deep-Purple-Sänger Ian Gillan aufgenommen, der derzeit in Portugal lebt. Persönlich angerufen habe er ihn allerdings nicht. Stattdessen habe er, wie Blackmore scherzte, seine „KI-Taube“ zu Gillan geschickt.
Der Musiker schlug eine möglichst unkomplizierte Form des Wiedersehens vor: Er wolle lediglich während der Zugabe für einen Song auf die Bühne kommen und sich nicht in das reguläre Konzertprogramm des aktuellen Deep-Purple-Line-ups einmischen.
Nach Blackmores Darstellung gefiel Gillan die Idee. Anschließend wurde der Vorschlag innerhalb der Band besprochen und offenbar von den übrigen Musikern akzeptiert.
Sollten sich die Pläne unmittelbar vor dem Konzert nicht mehr ändern, wird Blackmore damit erstmals seit mehr als drei Jahrzehnten wieder gemeinsam mit Deep Purple vor Publikum auftreten.
Blackmore spricht von Nervosität vor dem Comeback
Trotz seiner jahrzehntelangen Bühnenerfahrung macht Blackmore keinen Hehl daraus, dass ihn das geplante Wiedersehen mit Deep Purple nervös macht. Seine musikalische Arbeit der vergangenen Jahrzehnte unterschied sich deutlich vom klassischen Hardrock-Sound der Band.
„Es wird schön sein, die alten Jungs wiederzusehen“, sagte Blackmore seinen Fans.
Gleichzeitig räumte er ein, dass der bevorstehende Auftritt auch etwas beängstigend sei. Seit rund 25 Jahren spiele er überwiegend akustische Gitarre.
Blackmore äußerte sich zudem über den aktuellen Deep-Purple-Gitarristen Simon McBride. Er hoffe scherzhaft, mit ihm mithalten zu können, insbesondere angesichts von McBrides leistungsstarker Bühnenausrüstung.
Dabei würdigte Blackmore ausdrücklich die Fähigkeiten seines Nachfolgers. Auch den früheren Deep-Purple-Gitarristen Steve Morse bezeichnete er als herausragenden Musiker.
Warum Blackmores Rückkehr für Deep Purple von besonderer Bedeutung ist
Ritchie Blackmore gehört zu den Gründungsmitgliedern von Deep Purple. Sein Gitarrenspiel prägte den klassischen Sound der Band entscheidend, zudem war er an der Entstehung zahlreicher ihrer bekanntesten Songs beteiligt.
Zu den Stücken, die eng mit Blackmore verbunden sind, gehören „Smoke on the Water“, „Highway Star“ und „Space Truckin’“.
Insbesondere das Gitarrenriff von „Smoke on the Water“ entwickelte sich zu einem der bekanntesten Riffs der Rockgeschichte. Die Deep-Purple-Alben der frühen 1970er-Jahre machten die Band zugleich zu einem der wichtigsten Vertreter des Hardrock.
Blackmores Geschichte mit Deep Purple war jedoch mehrfach von Trennungen und Konflikten geprägt.
Blackmore verließ Deep Purple erstmals 1975
Bereits 1975 stieg der Gitarrist bei Deep Purple aus und konzentrierte sich auf sein neues Projekt Rainbow. Zu den wichtigsten Musikern der neuen Band gehörte Sänger Ronnie James Dio, der später auch durch seine Arbeit mit Black Sabbath weltweite Bekanntheit erlangte.
Rainbow wurde zu einem eigenständigen wichtigen Kapitel in Blackmores Karriere. Als sich die klassische Deep-Purple-Besetzung 1984 wieder zusammenfand, kehrte der Gitarrist jedoch zur Band zurück.
Die wiedervereinigte Gruppe nahm erneut Alben auf und ging auf Tournee. Gleichzeitig verschlechterte sich das Verhältnis zwischen Blackmore und mehreren Bandmitgliedern zunehmend.
Besonders schwierig waren über Jahre hinweg die Beziehungen zwischen dem Gitarristen und Sänger Ian Gillan.
Blackmores letzte Tour mit der Band endete im offenen Konflikt
Anfang der 1990er-Jahre waren die internen Spannungen bei Deep Purple so groß geworden, dass sie sich teilweise unmittelbar auf die Konzerte auswirkten.
Zu den bekanntesten Episoden gehörte ein Auftritt 1993 in der NEC Arena in Birmingham. Das Konzert wurde für eine offizielle Veröffentlichung aufgezeichnet, doch Blackmore erschien nicht rechtzeitig auf der Bühne, als die Band den Abend mit „Highway Star“ eröffnete.
Der Gitarrist kam erst während des Songs hinzu. Später ereignete sich ein weiterer Zwischenfall: Blackmore warf einen Becher Wasser nach einem Kameramann, der ihm seiner Ansicht nach zu nahe gekommen war.
Deep Purple absolvierte anschließend noch mehrere Konzerte mit Blackmore. Die gemeinsame Geschichte dieses Line-ups endete jedoch praktisch am 17. November 1993 nach einem Konzert in Helsinki.
Seit diesem Zeitpunkt stand Blackmore kein einziges Mal mehr gemeinsam mit Deep Purple vor Publikum auf der Bühne.
Nach Blackmores Ausstieg sprang Joe Satriani ein
Die Trennung erfolgte zu einem für die Band ungünstigen Zeitpunkt. Deep Purple hatte bereits Konzerte in Japan geplant, für die kurzfristig ein Ersatzgitarrist gefunden werden musste.
Als Übergangslösung verpflichtete die Gruppe Joe Satriani. Er half Deep Purple dabei, die anstehenden Tourverpflichtungen zu erfüllen, wurde jedoch kein festes Mitglied.
Später übernahm Steve Morse dauerhaft die Position des Gitarristen.
Morse blieb mehr als zwei Jahrzehnte bei Deep Purple und verließ die Gruppe 2022 endgültig. Anschließend wurde Simon McBride zum festen Gitarristen der Band.
An seiner Seite könnte nun ausgerechnet Ritchie Blackmore noch einmal auftreten.
Ian Gillan hatte ein Wiedersehen jahrelang ausgeschlossen
Über eine mögliche Rückkehr Blackmores wurde in den vergangenen drei Jahrzehnten immer wieder gesprochen. Öffentliche Aussagen der Deep-Purple-Mitglieder ließen jedoch lange kaum Hoffnung auf ein tatsächliches Wiedersehen.
Ian Gillan erklärte noch 2014, dass eine Einladung an Blackmore praktisch nicht infrage komme.
Dabei betonte der Sänger, dass es nicht zwangsläufig um persönliche Feindschaft gehe. Die früheren Kollegen könnten miteinander sprechen, eine erneute Zusammenarbeit sei aufgrund der langen Konfliktgeschichte jedoch kaum vorstellbar.
Gillan erklärte damals, die Vergangenheit sei abgeschlossen und die Band habe nicht vor, zur früheren Besetzung zurückzukehren.
Umso bemerkenswerter ist die Situation im Jahr 2026, nachdem Gillan und die übrigen Musiker einem kurzen Gastauftritt Blackmores offenbar zugestimmt haben.
2016 blieb Blackmore der Hall-of-Fame-Zeremonie fern
Eine weitere Gelegenheit für ein gemeinsames Auftreten hätte sich 2016 bei der Aufnahme von Deep Purple in die Rock and Roll Hall of Fame ergeben können.
Blackmore gehörte zu den Musikern, die für ihren Beitrag zur Bandgeschichte geehrt werden sollten. Die Frage nach einem gemeinsamen Auftritt sorgte jedoch erneut für Spannungen.
Schlagzeuger Ian Paice erklärte vor der Zeremonie, er wisse nicht, wie ein Zusammentreffen der ehemaligen und aktuellen Bandmitglieder funktionieren solle.
Deep Purples Geschichte umfasse Musiker mit sehr unterschiedlichen Auffassungen und persönlichen Beziehungen. Einige hätten sich einen gemeinsamen Auftritt vorstellen können, andere seien deutlich zurückhaltender gewesen.
Paice betonte gleichzeitig, dass die Musiker Vorrang haben müssten, die weiterhin unter dem Namen Deep Purple arbeiteten und die Band aktiv hielten.
Das damalige Management lehnte einen gemeinsamen Auftritt ab
Kurz vor der Hall-of-Fame-Zeremonie wurde klar, dass die aktuelle Deep-Purple-Besetzung keine Songs gemeinsam mit Blackmore spielen würde.
Daraufhin entschied sich der Gitarrist, der Veranstaltung vollständig fernzubleiben.
Auf Blackmores offizieller Seite hieß es damals, er habe über eine Teilnahme nachgedacht. Nachdem jedoch feststand, dass es keinen gemeinsamen Auftritt geben würde, verzichtete er auf die Reise.
Gleichzeitig bedankte sich Blackmore bei den Fans, die seine Aufnahme in die Hall of Fame unterstützt hatten.
Damit führte selbst eine Veranstaltung, die der Geschichte von Deep Purple gewidmet war, nicht zu einer Versöhnung auf der Bühne.
Zehn Jahre später hat sich die Situation verändert
Was genau dazu geführt hat, dass die ehemaligen Kollegen 2026 doch eine Einigung erzielen konnten, haben die Beteiligten bislang nicht ausführlich erklärt.
Der geplante Auftritt unterscheidet sich allerdings deutlich von einer vollständigen Rückkehr Blackmores. Es geht weder um eine Tournee noch um neue Studioaufnahmen, sondern lediglich um einen kurzen Gastauftritt bei einem einzigen Konzert.
Blackmore betonte ausdrücklich, dass er sich nicht in das Programm der aktuellen Besetzung einmischen wolle. Sein Vorschlag beschränkte sich auf einen Song während der Zugabe.
Gerade dieses begrenzte Format dürfte es erleichtert haben, nach jahrzehntelangen Spannungen eine gemeinsame Lösung zu finden.
Blackmore hatte 2025 gesundheitliche Probleme
Der geplante Auftritt erhält zusätzliche Bedeutung vor dem Hintergrund von Blackmores Gesundheitszustand.
Im Jahr 2025 erlitt der Musiker einen Herzinfarkt. Danach fiel es ihm über mehrere Monate schwer, uneingeschränkt Musik zu machen oder längere Reisen zu unternehmen.
Bereits in den Jahren zuvor war Blackmore nur noch selten auf großen Rockbühnen aufgetreten. Sein wichtigstes musikalisches Projekt ist seit Langem Blackmore’s Night, bei dem akustische Instrumente, Folk und von der Renaissance inspirierte Musik im Mittelpunkt stehen.
Die Rückkehr zum klassischen Deep-Purple-Repertoire bedeutet für den Gitarristen deshalb auch musikalisch eine deutliche Umstellung.
Blackmore selbst kommentierte das Alter der beteiligten Musiker mit Humor. Er scherzte, das Wiedersehen der „alten Jungs“ könne möglicherweise mit Krücken und Rollstühlen stattfinden.
Welchen Song Blackmore spielen wird, ist noch offen
Offiziell wurde bislang nicht bekannt gegeben, welches Stück Blackmore gemeinsam mit Deep Purple spielen soll.
Angesichts des geplanten Zugaben-Auftritts gilt einer der klassischen Hits der Band als naheliegende Wahl. Besonders „Smoke on the Water“ wäre aufgrund seiner Bedeutung für die gemeinsame Geschichte eine offensichtliche Möglichkeit.
Eng mit Blackmore verbunden sind außerdem Titel wie „Highway Star“, „Black Night“ und „Space Truckin’“.
Der Gitarrist selbst bestätigte bislang lediglich, dass er für einen Song während der Zugabe zur Band stoßen wolle.
Eine dauerhafte Rückkehr zu Deep Purple ist nicht angekündigt
Bislang handelt es sich ausdrücklich um einen einmaligen Gastauftritt Blackmores. Hinweise auf weitere Konzerte, eine Beteiligung an einer Tournee oder neue Studioaufnahmen gibt es nicht.
Deep Purple arbeitet weiterhin mit Simon McBride als Gitarristen. Auch Blackmore hat nicht angekündigt, seine eigenen musikalischen Pläne grundsätzlich zu verändern.
Der Auftritt in New York ist daher zunächst als einmaliges Wiedersehen früherer Bandkollegen zu verstehen und nicht als Wiederherstellung einer klassischen Deep-Purple-Besetzung.
Bemerkenswert bleibt dennoch, dass überhaupt eine Einigung zustande gekommen ist – nach Jahrzehnten öffentlicher Differenzen und dem gescheiterten Wiedersehen bei der Hall-of-Fame-Zeremonie 2016.
„Es wird schön sein, die alten Jungs wiederzusehen“, sagte Blackmore. Gleichzeitig räumte er ein, dass ihn der bevorstehende Auftritt nervös mache, weil er seit rund einem Vierteljahrhundert überwiegend akustische Gitarre spiele.
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