Bei WhatsApp verbreitet sich eine Betrugsmasche, mit der Kriminelle Zugriff auf fremde Benutzerkonten erhalten. Potenzielle Opfer bekommen eine Nachricht von einer bekannten Person und werden gebeten, einen Teilnehmer bei einem Wettbewerb zu unterstützen. Wer den weiteren Anweisungen folgt, verknüpft unbemerkt das Gerät der Betrüger mit seinem WhatsApp-Konto. Schreibt bankrecht-ratgeber mit Bezug auf swr3.
Nachrichten kommen von bekannten Kontakten
Die gefährlichen Nachrichten können von Familienmitgliedern, Freunden oder Kollegen stammen, deren Konten bereits unter der Kontrolle der Betrüger stehen. Gerade der bekannte Name oder die vertraute Telefonnummer senkt die Aufmerksamkeit der Empfänger.
In der Nachricht wird darum gebeten, für das Kind eines Freundes, einen Teilnehmer an einem Tanz- oder Fotowettbewerb oder einen Kandidaten bei einer Musikumfrage abzustimmen. Teilweise behaupten die Absender, ein Sieg könne dabei helfen, ein Stipendium zu erhalten, eine Ausbildung zu finanzieren oder ein gemeinnütziges Projekt zu unterstützen.
Der Nachricht ist ein Link beigefügt, der zu einer vermeintlich echten Abstimmungsseite führt.
So verknüpfen Betrüger ihr Gerät mit WhatsApp
Nach dem Anklicken des Links erscheint ein Formular zur Teilnahme an einer angeblich offiziellen Abstimmung. Die Webseite kann dazu auffordern, eine Telefonnummer oder Anmeldedaten einzugeben beziehungsweise eine zusätzliche Überprüfung durchzuführen.
Anschließend sollen Nutzer einen Code im WhatsApp-Bereich „Verknüpfte Geräte“ eingeben oder einen QR-Code scannen. Diese Aktion bestätigt jedoch keine Stimme. Tatsächlich wird dadurch ein von den Betrügern kontrolliertes Gerät mit dem WhatsApp-Konto des Opfers verbunden.
Typische Merkmale einer betrügerischen Webseite:
- Für eine einfache Abstimmung wird die Telefonnummer verlangt.
- Nutzer sollen sich erneut bei WhatsApp anmelden.
- Die Webseite zeigt einen QR-Code zur Geräteverknüpfung.
- Ein Kopplungs- oder Bestätigungscode muss eingegeben werden.
- Die Nachricht erzeugt künstlichen Zeitdruck.
- Die Bitte wird mit einem Kind, einer Behandlung, einer Ausbildung oder einer Spendenaktion begründet.
Nach der Verknüpfung kann WhatsApp auf dem Smartphone des eigentlichen Kontoinhabers weiterhin normal funktionieren. Deshalb wird der fremde Zugriff häufig nicht sofort bemerkt.
Wofür gestohlene WhatsApp-Konten verwendet werden
Nach dem Zugriff auf das Konto verschicken die Betrüger ähnliche Einladungen an die Kontakte des Opfers. Da die Nachrichten von einer bekannten Person zu kommen scheinen, öffnen weitere Empfänger den Link möglicherweise ohne Misstrauen.
Die Kriminellen können außerdem im Namen des Kontoinhabers um Geld bitten. Als Begründung dienen häufig eine dringende Operation, ein Unfall, eine gesperrte Bankkarte oder eine sofort zu begleichende Rechnung. Für die Überweisung werden fremde Bankverbindungen oder Zahlungsdaten angegeben.
Auch persönliche Chatverläufe können für weitere Betrugsversuche genutzt werden. Informationen über Angehörige, den Arbeitsplatz oder aktuelle Ereignisse machen gefälschte Nachrichten glaubwürdiger.
So überprüfen Sie verknüpfte WhatsApp-Geräte
Nutzer sollten regelmäßig kontrollieren, welche Geräte Zugriff auf ihr WhatsApp-Konto haben. Dazu müssen sie die WhatsApp-Einstellungen öffnen und den Bereich „Verknüpfte Geräte“ auswählen.
Befindet sich dort ein unbekannter Browser, Computer oder ein fremdes Smartphone, sollte die entsprechende Sitzung sofort beendet werden. Anschließend ist zu prüfen, ob über das eigene Konto verdächtige Nachrichten verschickt wurden.
Kontakte, die möglicherweise betrügerische Links oder Geldforderungen erhalten haben, sollten über einen anderen Kommunikationsweg gewarnt werden.
So schützen Sie Ihr WhatsApp-Konto
WhatsApp-Codes sollten niemals auf fremden Webseiten eingegeben werden. Auch QR-Codes dürfen nur gescannt werden, wenn ihr Zweck eindeutig bekannt ist. Für die Teilnahme an einer gewöhnlichen Abstimmung muss kein neues Gerät mit dem Messenger verknüpft werden.
Kommt die Nachricht von einer bekannten Person, sollte diese telefonisch oder über einen anderen Messenger kontaktiert werden. Eine Nachfrage im selben WhatsApp-Chat reicht nicht aus, weil die Unterhaltung bereits von Betrügern kontrolliert werden könnte.
Zusätzlich empfiehlt sich die Aktivierung der Verifizierung in zwei Schritten:
- Öffnen Sie die WhatsApp-Einstellungen.
- Wechseln Sie zum Bereich „Konto“.
- Wählen Sie „Verifizierung in zwei Schritten“.
- Legen Sie eine PIN fest und hinterlegen Sie eine E-Mail-Adresse zur Wiederherstellung.
Bestätigungscodes, PINs und QR-Codes zur Geräteverknüpfung dürfen nicht an andere Personen weitergegeben werden. Weder Mitarbeiter des Messengers noch Veranstalter von Wettbewerben oder Bekannte benötigen solche Angaben in einem Chat.
Was tun, wenn der Link bereits geöffnet wurde?
Das bloße Öffnen einer verdächtigen Webseite bedeutet nicht zwangsläufig, dass das Konto bereits kompromittiert wurde. Die größte Gefahr entsteht, wenn ein Code eingegeben, ein QR-Code gescannt oder ein unbekanntes Gerät verknüpft wurde.
Wer eine dieser Aktionen ausgeführt hat, sollte umgehend:
- die Liste der verknüpften Geräte öffnen;
- alle unbekannten Sitzungen beenden;
- die PIN für die Verifizierung in zwei Schritten aktivieren oder ändern;
- Kontakte vor möglichen betrügerischen Nachrichten warnen;
- kein Geld an im Chat genannte Konten überweisen;
- sich bei finanziellen Schäden an die Bank und die Polizei wenden
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