In den Vereinigten Staaten sind seit Beginn des Jahres 2026 insgesamt 2.318 Masernfälle bestätigt worden. Das ist der höchste Wert seit 1991. Bereits bis zum 23. Juli überstieg die Zahl der Infektionen die Gesamtbilanz des Jahres 2025, in dem landesweit 2.289 Fälle registriert worden waren. Schreibt bankrecht-ratgeber mit Bezug auf sueddeutsche.
Nach Angaben der US-amerikanischen Gesundheitsbehörde Centers for Disease Control and Prevention wurden Masernfälle in 45 Verwaltungsgebieten festgestellt. New York City und Washington, D.C. werden dabei teilweise gesondert erfasst. Weitere 16 Erkrankte waren ausländische Staatsangehörige, die sich zum Zeitpunkt der Infektion in den USA aufhielten.
Die meisten Infektionen stehen mit Ausbrüchen in Verbindung
Im Laufe des Jahres 2026 registrierten die US-Gesundheitsbehörden 35 neue Masernausbrüche. In den Vereinigten Staaten gilt eine Häufung von mindestens drei epidemiologisch miteinander verbundenen Fällen als Ausbruch.
Rund 93 Prozent aller bestätigten Infektionen, nämlich 2.153 von 2.318 Fällen, stehen mit lokalen Ausbrüchen in Verbindung. Einige dieser Infektionsketten hatten bereits 2025 begonnen und setzten sich in den folgenden Monaten fort.
Größere Ausbrüche wurden unter anderem in South Carolina, Utah und Arizona festgestellt. Eine erhöhte Zahl an Erkrankungen meldeten außerdem Texas, Florida, Virginia und Pennsylvania.
Der größte einzelne Ausbruch ereignete sich in South Carolina. Er begann im Oktober 2025 und dauerte etwa sechs Monate. In diesem Zeitraum wurde die Krankheit bei fast 1.000 Menschen bestätigt. Damit handelte es sich um den größten einzelnen Masernausbruch in den USA seit dem Jahr 2000, als die kontinuierliche Übertragung der Krankheit im Land offiziell als beendet erklärt worden war.
Vor allem Kinder und Jugendliche erkranken
Menschen unter 20 Jahren machen etwa 69 Prozent aller im Jahr 2026 registrierten Masernfälle aus. Rund jeder fünfte Erkrankte ist jünger als fünf Jahre.
Unter den infizierten Kindern unter fünf Jahren mussten etwa zehn Prozent im Krankenhaus behandelt werden. In der Altersgruppe zwischen fünf und 19 Jahren lag der Anteil der stationär behandelten Patienten bei ungefähr drei Prozent.
Insgesamt wurden seit Jahresbeginn mindestens 151 Menschen mit bestätigten Masern in Krankenhäuser aufgenommen. Todesfälle wurden im Jahr 2026 bis zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Statistik nicht registriert. Zum Vergleich: Im Jahr 2025 starben drei Menschen an Masern, während 243 Patienten stationär behandelt werden mussten.
Impfquote in den USA sinkt weiter
Der Anstieg der Fallzahlen fällt mit einer sinkenden Impfquote bei Kindern zusammen. Die kombinierte MMR-Impfung schützt vor Masern, Mumps und Röteln.
Im Schuljahr 2019/2020 waren rund 95,2 Prozent der Kinder in Kindergärten und Vorschulklassen vollständig geimpft. Bis zum Schuljahr 2024/2025 sank dieser Anteil auf 92,5 Prozent.
Dadurch könnten etwa 286.000 Kinder im Vorschulalter keinen ausreichenden Impfschutz besitzen. In 16 Bundesstaaten sank die Impfquote unter 90 Prozent. Um die Ausbreitung von Masern wirksam einzudämmen, ist nach Einschätzung von Fachleuten eine Quote von ungefähr 95 Prozent erforderlich.
Etwa 93 Prozent der im Jahr 2026 Erkrankten waren entweder nicht geimpft oder konnten keinen bestätigten Impfstatus vorweisen. Rund drei Prozent hatten eine Dosis des MMR-Impfstoffs erhalten, weitere vier Prozent zwei Dosen. Eine vollständige Impfserie mit zwei Dosen senkt das Erkrankungsrisiko um etwa 97 Prozent.
Tatsächliche Fallzahl könnte deutlich höher sein
Die offizielle Statistik der CDC umfasst nur bestätigte Fälle, die von regionalen Gesundheitsbehörden an die Bundesbehörde gemeldet wurden. Verdachtsfälle, bei denen die Laboruntersuchung oder epidemiologische Ermittlung noch nicht abgeschlossen ist, werden in der landesweiten Statistik nicht berücksichtigt.
Fachleute gehen deshalb davon aus, dass die tatsächliche Zahl der Erkrankten höher liegen könnte. Manche Infizierte suchen keine ärztliche Hilfe auf, werden nicht getestet oder machen keine vollständigen Angaben zu möglichen Kontaktpersonen.
In Utah, wo ein Ausbruch bereits seit mehr als einem Jahr andauert, wurden offiziell mehrere Hundert Infektionen registriert. Mathematische Modelle und genetische Analysen des Virus deuten jedoch darauf hin, dass das tatsächliche Ausmaß im Grenzgebiet zwischen Utah und Arizona ein Mehrfaches der offiziellen Zahlen erreichen könnte.
Auch in Texas wird der Ausbruch aus dem Jahr 2025 weiter untersucht. Vorläufige Berechnungen legen nahe, dass die tatsächliche Zahl der Infektionen nahezu doppelt so hoch gewesen sein könnte wie die bestätigte Statistik.
USA könnten Status als Land ohne endemische Masern verlieren
Masern gelten in den Vereinigten Staaten seit dem Jahr 2000 offiziell als eliminiert. Dieser Status bedeutet nicht, dass es überhaupt keine Infektionen mehr gibt. Das Virus wird regelmäßig von Reisenden eingeschleppt, konnte sich bisher jedoch nicht über längere Zeit ununterbrochen innerhalb des Landes verbreiten.
Die lang anhaltenden Ausbrüche der Jahre 2025 und 2026 gefährden diesen Status. Die Panamerikanische Gesundheitsorganisation will die Situation in den USA und Mexiko im November 2026 bewerten.
Entscheidend wird sein, ob eine kontinuierliche Übertragung derselben Virusvariante über einen Zeitraum von mindestens zwölf Monaten nachgewiesen werden kann. Bis zum Abschluss dieser Prüfung behalten die USA offiziell ihren Status als Land ohne endemische Masernübertragung.
Wie Masern übertragen werden
Masern gehören zu den ansteckendsten Virusinfektionen. Die Übertragung erfolgt über die Luft, insbesondere beim Husten, Niesen und Atmen einer infizierten Person.
Die ersten Symptome treten gewöhnlich sieben bis 14 Tage nach der Ansteckung auf. Die Erkrankung beginnt meist mit hohem Fieber, Husten, Schnupfen und geröteten Augen. Einige Tage später entwickelt sich der typische Hautausschlag, der in der Regel im Gesicht beginnt und sich anschließend über den Körper ausbreitet.
Masern können zu Lungenentzündung, Gehirnentzündung, Austrocknung und weiteren schweren Komplikationen führen. Besonders gefährdet sind Säuglinge, Schwangere, Menschen mit geschwächtem Immunsystem und ungeimpfte Personen.
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