Ukrainische Streitkräfte haben das russische Frachtschiff „Janina“ in der Nähe des Hafens von Noworossijsk angegriffen. Das Schiff, das von der zum Staatskonzern Rosatom gehörenden Reederei Fesco betrieben wurde, sank nach Treffern durch Drohnen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte den Einsatz. Schreibt bankrecht-ratgeber mit Bezug auf spiegel.
Schiff „Janina“ von mindestens zwei Drohnen getroffen
Nach Angaben des russischen Staatskonzerns befand sich das Frachtschiff unweit von Noworossijsk, als es von mindestens zwei ukrainischen Drohnen angegriffen wurde.
Die „Janina“ wurde von Fesco betrieben, einem Unternehmen aus dem Transport- und Logistikbereich von Rosatom. Nach der Beschädigung des Schiffes verließen alle 17 Besatzungsmitglieder den Frachter. Offiziellen Angaben zufolge wurde niemand verletzt.
Rosatom erklärte, das Schiff habe unter anderem Tiefkühlprodukte und Baumaterialien transportiert. Weitere Einzelheiten zur Ladung, zur Route oder zum genauen Ausmaß der Schäden veröffentlichte die russische Seite nicht.
Der Angriff ereignete sich in der Nähe eines der wichtigsten russischen Häfen am Schwarzen Meer. Noworossijsk spielt eine zentrale Rolle beim Umschlag von Waren, Erdöl und Ölprodukten sowie für die russische maritime Logistik.
Selenskyj bestätigt Angriffe auf Ziele im Schwarzen und Asowschen Meer
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj teilte über Telegram mit, dass ukrainische Kräfte mehrere Operationen gegen russische Ziele im Schwarzen und Asowschen Meer durchgeführt hätten.
Zu den getroffenen Zielen habe auch das Schiff „Janina“ gehört. Selenskyj nannte weder den eingesetzten Waffentyp noch die ukrainischen Einheiten, die an dem Angriff beteiligt waren.
Die Ukraine greift regelmäßig russische Schiffe und Hafenanlagen in der Schwarzmeerregion an. Kiew erklärt, ein Teil der Schiffe werde für militärische Logistik und für den Transport sanktionierter Waren genutzt, darunter Erdöl und Ölprodukte.
Russische Streitkräfte wiederum attackieren seit Beginn der groß angelegten Invasion regelmäßig ukrainische Häfen, Getreideterminals, Lagerhäuser und zivile Schiffe.
Ukraine greift drei Ölraffinerien in Baschkortostan an
Neben den Zielen auf See trafen ukrainische Kräfte nach Angaben Selenskyjs auch die Infrastruktur von drei russischen Ölraffinerien in Baschkortostan.
Die Region liegt mehr als 1.500 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt. Welche Anlagen betroffen waren und wie groß die Schäden ausfielen, teilte der Präsident nicht mit.
Russische Raffinerien werden regelmäßig zum Ziel ukrainischer Drohnenangriffe. Die Betriebe versorgen den Binnenmarkt mit Treibstoff, liefern Produkte an die russischen Streitkräfte und sind für die russischen Exporterlöse von Bedeutung.
Russische Behörden hatten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung noch keine vollständigen Angaben zu den Folgen der Angriffe in Baschkortostan gemacht.
Neun Tote nach russischem Angriff auf Kyjiw
In der Nacht zum Sonntag griffen russische Streitkräfte erneut die ukrainische Hauptstadt Kyjiw an. Nach Angaben des ukrainischen Katastrophenschutzes kamen dabei mindestens neun Menschen ums Leben.
Weitere 28 Personen wurden verletzt, darunter vier Kinder. An den Einschlagsorten waren Rettungskräfte, medizinisches Personal, Polizei und kommunale Dienste im Einsatz.
Das russische Verteidigungsministerium bezeichnete den Angriff als „massiven Schlag“ und erklärte, Ziel seien angeblich Unternehmen des militärisch-industriellen Komplexes sowie Logistikeinrichtungen gewesen.
Die ukrainischen Behörden berichteten dagegen von Schäden an ziviler Infrastruktur und Wohngebäuden. An mehreren Orten dauerten die Such- und Bergungsarbeiten auch nach dem Ende des Luftalarms an.
Ukraine erweitert Einsatz weitreichender Waffen
Ukrainische Rüstungsunternehmen arbeiten parallel an neuen Waffensystemen, mit denen Ziele tief im russischen Staatsgebiet erreicht werden können.
Unter anderem entwickelt das Unternehmen Fire Point Raketen, die aufgrund ihrer Geschwindigkeit und Flugeigenschaften möglicherweise schwerer abzufangen sind als herkömmliche Angriffsdrohnen.
Nach veröffentlichten Angaben könnte eine dieser Raketen Ziele im Raum Moskau erreichen und eine Geschwindigkeit von bis zu 8.000 Kilometern pro Stunde entwickeln. Offizielle Informationen über eine Serienproduktion oder einen Kampfeinsatz des Systems liegen bislang nicht vor
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