Anhaltende Hitze und extreme Trockenheit haben in mehreren Bundesländern gleichzeitig schwere Waldbrände ausgelöst. Besonders kritisch ist die Lage in Rheinland-Pfalz, wo sich ein Feuer auf einem ehemaligen Munitionsgelände ausbreitete. Dort detonieren immer wieder Blindgänger im Boden. Aus Sicherheitsgründen wurde der Ort Traisen vollständig evakuiert. Weitere Brände beschäftigen die Einsatzkräfte in Sachsen, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Thüringen.Schreibt bankrecht-ratgeber mit Bezug auf tagesschau.
Evakuierung in Rheinland-Pfalz wegen explodierender Munition
Der Waldbrand im Landkreis Bad Kreuznach brach am Samstagnachmittag an einem steilen Hang in einem Naturschutzgebiet aus. Auch am Sonntagnachmittag war das Feuer noch nicht unter Kontrolle. Rund 300 Feuerwehrleute waren im Einsatz.
Besonders gefährlich ist die große Menge an Blindgängern, die sich noch im Boden eines ehemaligen Munitionsdepots befinden. Immer wieder kam es zu Explosionen. Deshalb entschieden die Behörden zunächst, alle Bewohner im Umkreis von einem Kilometer in Sicherheit zu bringen. Später wurde vorsorglich die vollständige Evakuierung von Traisen angeordnet.
Für die Betroffenen wurden Notunterkünfte eingerichtet. Ältere Menschen, Familien mit Kleinkindern sowie gesundheitlich eingeschränkte Personen konnten in Hotels untergebracht werden.
Mobile Wasserwerfer und Kampfmittelräumdienst im Einsatz
Da sich Einsatzkräfte den gefährlichen Bereichen nur eingeschränkt nähern können, kommen ferngesteuerte mobile Wasserwerfer zum Einsatz. Sie können Löschwasser ohne Personal direkt an die Brandstellen bringen.
Gleichzeitig bewertet der Kampfmittelräumdienst kontinuierlich die Lage und prüft, welche Bereiche für die Feuerwehr sicher zugänglich sind.
Nach Angaben der Kreisverwaltung betrifft das Feuer eines der bedeutendsten Naturschutzgebiete der Region. Für das Gebiet läuft derzeit sogar ein Verfahren zur Anerkennung als UNESCO-Welterbe.
Großer Waldbrand in der Gohrischheide
Auch in der Gohrischheide an der Grenze zwischen Sachsen und Brandenburg dauert ein Großeinsatz an. Nach aktuellen Angaben wurden bereits nahezu 16 Hektar Wald zerstört.
Zur Brandbekämpfung werden zwei Löschhubschrauber, ein gepanzertes Spezialfahrzeug sowie mehrere Tanklöschfahrzeuge eingesetzt. Den Einsatzkräften ist es bislang gelungen, eine weitere Ausbreitung der Flammen zu verhindern. Allerdings erschweren angekündigte starke Windböen die Lage.
Auch in diesem Gebiet befinden sich noch zahlreiche Blindgänger im Boden, was die Löscharbeiten zusätzlich kompliziert.
Brand bei Neustrelitz unter Kontrolle
In Mecklenburg-Vorpommern kämpften mehr als 400 Einsatzkräfte vier Tage lang gegen einen Großbrand bei Neustrelitz. Offene Flammen sind inzwischen nicht mehr sichtbar, dennoch bleibt die Situation angespannt.
Der Waldboden weist weiterhin sehr hohe Temperaturen auf. Hinzu kommt die Belastung durch Blindgänger auf dem ehemaligen sowjetischen Truppenübungsplatz. Die Feuerwehr kühlt das Gelände gezielt ab, um ein erneutes Aufflammen des Feuers zu verhindern. Auch eine nahegelegene Solaranlage wird besonders geschützt.
Weitere Waldbrände in mehreren Bundesländern
In Sachsen-Anhalt gilt ein Blitzeinschlag als mögliche Ursache eines Waldbrandes bei Tangerhütte. Dabei verbrannten etwa 600 bis 700 Quadratmeter Kiefernwald.
Ein weiterer Brand brach bei Blankenburg aus und erfasste rund 4,5 Hektar Wald. Zur Brandbekämpfung kamen auch Löschflugzeuge zum Einsatz. Inzwischen konnte das Feuer unter Kontrolle gebracht werden.
In Thüringen kämpfen Feuerwehrkräfte weiterhin gegen einen Waldbrand auf dem Gelände eines ehemaligen Tagebaus bei Meuselwitz. Das Feuer erstreckt sich über rund sechs Hektar. Die starke Rauchentwicklung reicht bis in den Raum Leipzig.
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