Die Aktien des deutschen Konzerns Bayer AG verzeichneten den stärksten Tagesanstieg seit 23 Jahren, nachdem der Oberste Gerichtshof der USA eine richtungsweisende Entscheidung im langjährigen Rechtsstreit um das Herbizid Roundup getroffen hatte. Zum Handelsschluss am 25. Juni legten die Papiere um mehr als 18 Prozent zu und stiegen auf über 47 Euro. Bayer war damit der stärkste Gewinner im DAX, während Anleger das Urteil als deutliche Entlastung für die künftigen Rechtsrisiken des Unternehmens werteten. Schreibt bankrecht-ratgeber mit Bezug auf Вild.
US Supreme Court stärkt die Position von Bayer
Auslöser der Kursrally war das Urteil des Obersten Gerichtshofs der Vereinigten Staaten. Die Richter entschieden, dass die bundesweiten Zulassungsvorschriften für Pflanzenschutzmittel Vorrang vor den Gesetzen einzelner Bundesstaaten haben, wenn es um Warnhinweise auf den Produktetiketten geht.
Im Mittelpunkt des Verfahrens stand das glyphosathaltige Herbizid Roundup. Seit Jahren werfen Tausende Kläger Bayer vor, das Mittel habe Krebserkrankungen verursacht und das Unternehmen habe nicht ausreichend vor möglichen Gesundheitsrisiken gewarnt.
Bayer argumentierte dagegen, dass die US-Umweltschutzbehörde EPA Glyphosat nicht als krebserregend einstuft. Zusätzliche Warnhinweise seien deshalb mit dem Bundesrecht nicht vereinbar.
Urteil könnte Tausende Klagen beenden
Nach Einschätzung des Unternehmens entzieht die Entscheidung des Supreme Court zahlreichen anhängigen Verfahren die rechtliche Grundlage. Bayer geht davon aus, dass die seit Jahren andauernde Klagewelle in den USA dadurch deutlich abnehmen wird.
Vorstandsvorsitzender Bill Anderson bezeichnete das Urteil als wichtigen Durchbruch. Die jahrelangen Rechtsstreitigkeiten hätten den Konzern finanziell erheblich belastet und das Vertrauen in das Unternehmen beeinträchtigt.
Auch Investoren begrüßten die Entscheidung. Ingo Speich von Deka Investment erklärte, das Urteil stärke die Position von Bayer deutlich und könne die Zahl neuer Klagen erheblich reduzieren.
Glyphosat-Klagen kosteten Bayer bereits Milliarden
Seit der Übernahme von Monsanto im Jahr 2018 sieht sich Bayer mit Zehntausenden Klagen im Zusammenhang mit Roundup konfrontiert. Der Konzern zahlte bereits Milliardenbeträge für Vergleiche und Schadenersatz infolge gerichtlicher Entscheidungen.
Besonders bedeutend war ein Urteil aus dem US-Bundesstaat Missouri im Oktober 2023. Damals sprach ein Gericht dem an Blutkrebs erkrankten Kläger John Durnell eine Entschädigung von 1,25 Millionen US-Dollar zu. Daraufhin wandte sich Bayer an den Supreme Court und beantragte eine grundsätzliche Klärung der Rechtslage.
Mit dem nun verkündeten Urteil hat der Oberste Gerichtshof eine wegweisende Entscheidung getroffen, die von den Finanzmärkten positiv aufgenommen wurde.
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