Der Börsengang von SpaceX zählt zu den spektakulärsten Ereignissen an den Finanzmärkten im Jahr 2026. Die Nachfrage nach den Aktien übersteigt das Angebot deutlich, während die angestrebte Marktkapitalisierung bei rund 1,8 Billionen US-Dollar liegt. Schreibt bankrecht-ratgeber mit Bezug auf tagesschau.
Nach Schätzungen könnte das Unternehmen rund 75 Milliarden US-Dollar einnehmen und damit den größten Börsengang der Geschichte realisieren. Gleichzeitig weisen Analysten auf die außergewöhnlich hohe Bewertung des Konzerns hin und warnen vor möglichen Risiken für Anleger.
Investoren setzen auf Zukunftstechnologien
SpaceX vereint inzwischen mehrere Geschäftsbereiche mit unterschiedlichen Geschäftsmodellen und Wachstumsperspektiven. Zu den wichtigsten Aktivitäten gehören:
- wiederverwendbare Raketen und Raumfahrtmissionen,
- Satelliteninternet über Starlink,
- Projekte im Bereich Künstliche Intelligenz,
- Infrastruktur für Rechenzentren,
- langfristige Pläne zur Besiedlung des Mars.
Branchenexperten betonen, dass ein großer Teil der Zukunftserwartungen bereits im Aktienkurs eingepreist sei. Um die hohe Bewertung langfristig zu rechtfertigen, müsse das Unternehmen seine ambitionierten Projekte erfolgreich umsetzen.
Starlink bleibt die wichtigste Gewinnquelle
Die Finanzdaten zeigen deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Geschäftsbereichen.
Im Jahr 2025 erwirtschaftete das Satelliteninternet-Geschäft rund 60 Prozent des Konzernumsatzes und war gleichzeitig die einzige große Sparte, die einen operativen Gewinn erzielte.
Kennzahlen für 2025
| Geschäftsbereich | Umsatz | Anteil am Konzernumsatz | Operatives Ergebnis |
|---|---|---|---|
| Raumfahrt | 4,1 Mrd. US-Dollar | ca. 22 % | -657 Mio. US-Dollar |
| Starlink und Konnektivität | 11,4 Mrd. US-Dollar | ca. 60 % | +4,4 Mrd. US-Dollar |
| Künstliche Intelligenz | 3,2 Mrd. US-Dollar | ca. 17 % | -6,4 Mrd. US-Dollar |
Insgesamt erzielte SpaceX im Jahr 2025 einen Umsatz von 18,7 Milliarden US-Dollar, verzeichnete jedoch einen Nettoverlust von rund 4,9 Milliarden US-Dollar.
Analysten weisen darauf hin, dass die Gewinne von Starlink derzeit die Weiterentwicklung des Raketengeschäfts sowie die umfangreichen Investitionen in KI-Projekte finanzieren.
Bewertung von SpaceX liegt deutlich über der Technologiebranche
Bei einer Marktbewertung von 1,8 Billionen US-Dollar würde SpaceX mit dem rund 94-fachen seines Jahresumsatzes bewertet werden.
Zum Vergleich:
- Der Durchschnitt des Nasdaq 100 liegt bei etwa dem 7-fachen Jahresumsatz.
- Apple wird mit etwa dem 10-fachen Umsatz bewertet.
- Alphabet erreicht ebenfalls rund das 10-fache.
- Microsoft kommt auf etwa das 9-fache.
- Meta liegt bei rund dem 7-fachen.
- Nvidia wird mit dem etwa 18-fachen Umsatz bewertet.
Damit liegt die Bewertung von SpaceX deutlich über den Kennzahlen selbst der größten Technologiekonzerne der Welt.
Musk setzt auf Weltraum-Rechenzentren und Künstliche Intelligenz
Zu den ehrgeizigsten Zukunftsprojekten gehört die Idee, Rechenzentren im Weltraum zu betreiben.
Das Konzept sieht vor, Sonnenenergie zur Stromversorgung zu nutzen und die natürliche Kälte des Weltraums für die Kühlung der Systeme einzusetzen. Befürworter sehen darin eine mögliche Lösung für den steigenden Energiebedarf moderner KI-Anwendungen.
Die Entwicklung im Bereich Künstliche Intelligenz gilt derzeit als einer der wichtigsten Faktoren für das starke Interesse der Anleger.
Experten erkennen Anzeichen übertriebener Euphorie
Trotz des enormen Interesses am Börsengang ziehen zahlreiche Finanzexperten Parallelen zur Technologieblase der späten 1990er-Jahre.
Nach ihrer Einschätzung erinnert der Börsengang eines verlustreichen Unternehmens mit Rekordbewertung und hohen Zukunftsversprechen an Entwicklungen, die vor dem Platzen der Dotcom-Blase zu beobachten waren.
Zusätzliche Sorgen bereitet die Tatsache, dass ein erheblicher Teil des erwarteten Wachstums bereits in der aktuellen Bewertung berücksichtigt ist.
Geringer Streubesitz könnte die Kursschwankungen verstärken
Nach dem Börsengang werden weniger als fünf Prozent der Unternehmensanteile frei handelbar sein.
Die begrenzte Zahl verfügbarer Aktien könnte die Nachfrage zunächst stützen und den Kurs nach oben treiben. Sobald bestehende Aktionäre ihre Anteile verkaufen dürfen, könnte jedoch zusätzlicher Verkaufsdruck entstehen.
Analysten halten es für möglich, dass eine steigende Anzahl verfügbarer Aktien die Kursentwicklung mittelfristig belastet.
Markt setzt auf die Umsetzung ambitionierter Pläne
Das Interesse am SpaceX-IPO bleibt außergewöhnlich hoch, da das Unternehmen Raumfahrt, Satelliteninternet und Künstliche Intelligenz unter einem Dach vereint.
Die aktuelle Bewertung setzt jedoch voraus, dass zahlreiche Großprojekte erfolgreich umgesetzt werden. Die weitere Entwicklung der Aktie dürfte daher maßgeblich davon abhängen, wie schnell SpaceX seine technologischen Visionen in nachhaltige Gewinne umwandeln kann.
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