In Wildeshausen wird erneut über die Ausbreitung von Ratten diskutiert. Der Eigentümer mehrerer Immobilien, Jürgen Cieslack, spricht von einem „massiven Rattenbefall“ im Bereich des Hauses Nummer 16 an der Visbeker Straße. Ursache könnten nach seiner Darstellung Sperrmüll und Haushaltsabfälle sein, die wiederholt im Hinterhof des Wohnhauses gelagert wurden. Schreibt bankrecht-ratgeber mit Bezug auf kreiszeitung.
Die neue Beschwerde wurde bekannt, nachdem die Kreiszeitung bereits über weitere Rattenfälle in der Stadt berichtet hatte. Zuvor hatten Anwohner Nagetiere in der Nähe des Bahnhofs, an der Kreuzung Ladestraße/Ahlhorner Straße sowie am Grünen Weg gemeldet.
Müll tauchte offenbar alle paar Monate erneut auf
Cieslack erklärte, das Problem an der Visbeker Straße bestehe seit etwa fünf Jahren. Er habe die Stadtverwaltung und andere zuständige Stellen regelmäßig informiert, da er benachbarte Immobilien besitze und die Entwicklung unmittelbar beobachten könne.
Auf den von ihm vorgelegten Fotos ist zu erkennen, dass im Hof zeitweise Säcke, Sperrmüll und weitere Abfälle lagerten. Nach Angaben Cieslacks wurde der Eigentümer des Gebäudes mehrfach aufgefordert, für eine ordnungsgemäße Entsorgung durch die Bewohner zu sorgen und die Zustände zu beseitigen.
Nach behördlichem Einschreiten sei der Müll jeweils entfernt worden. Etwa drei Monate später habe sich die Situation jedoch wiederholt. Der Eigentümer der Nachbargrundstücke geht davon aus, dass dadurch günstige Bedingungen für die Vermehrung von Ratten entstanden seien.
„Die Ratten vermehren sich unkontrolliert und tummeln sich an den Zäunen“, beschreibt Cieslack die Lage. Zum Zeitpunkt der jüngsten Kontrolle befanden sich nach seinen Angaben keine größeren Müllberge mehr im Hinterhof.
Stadt und Landkreis bestätigen Kontrolle des Grundstücks
Die Stadt Wildeshausen und der Landkreis Oldenburg wollten sich nicht ausführlich zu den konkreten Zuständen auf dem Grundstück äußern.
Der Landkreis teilte mit, dass Mitarbeiter gemeinsam mit Vertretern der Stadt eine Kontrolle vor Ort durchgeführt und Kontakt zu den zuständigen Stellen der Abfallwirtschaft aufgenommen hätten. Weitere Angaben zu Ergebnissen, möglichen Auflagen oder geplanten Maßnahmen machte die Verwaltung nicht.
Das Rathaus in Wildeshausen verwies auf die Erklärung des Landkreises und ergänzte, dass man in dieser Angelegenheit in engem Austausch mit den übergeordneten Behörden stehe.
Rund 150 Hinweise auf Ratten im Jahr 2026
Die wachsende Rattenpopulation in Wildeshausen ist bereits seit Längerem ein Thema. Anfang Juli hatte Stadtkämmerer Thomas Eilers erklärt, dass die Zahl der Beschwerden im Vergleich zu den Vorjahren leicht gestiegen sei.
Nach seinen Angaben gingen seit Jahresbeginn 2026 etwa 150 Hinweise und Beschwerden bei der Stadtverwaltung ein. Sie betrafen Ratten auf privaten Grundstücken, in der Nähe von Wohnhäusern und in weiteren Bereichen des Stadtgebiets.
Wildeshausen ist staatlich anerkannter Luftkurort. Zu den Anforderungen an solche Orte gehören ein gepflegtes hygienisches Umfeld und Maßnahmen gegen die massenhafte Ausbreitung von Schädlingen. Die aktuellen Beschwerden zeigen, dass das Problem zumindest an einzelnen Standorten weiter besteht.
Rattenproblem wird zum Thema im Bürgermeisterwahlkampf
Die Situation mit den Nagetieren und die hygienischen Zustände in einzelnen Gebäuden sind inzwischen auch Teil des Bürgermeisterwahlkampfs. Zuvor hatten sich bereits die unabhängigen Kandidaten Matthias Rüle und Jan Kreyenborg zu Problemen auf Grundstücken der Familie Stöver geäußert.
Nach den neuen Berichten über das Haus an der Visbeker Straße nahm auch der CDW-Kandidat Jens-Peter Hennken Stellung. Er erklärte, Meldungen über Müll, Rattenbefall, Überbelegung und unzumutbare Wohnverhältnisse machten ein konsequenteres und besser abgestimmtes Vorgehen der Behörden erforderlich.
Hinweise von Nachbarn müssten ernst genommen, überprüft und transparent bearbeitet werden, bis die festgestellten Probleme vollständig beseitigt seien. Nach Ansicht Hennkens dürfe die Arbeit nicht nach einer einmaligen Reinigung oder einer ersten Kontrolle enden.
Gemeinsame Kontrollgruppe vorgeschlagen
Hennken unterstützt die Idee koordinierter Kontrollen problematischer Immobilien. Beteiligt werden könnten die Stadtverwaltung, die Bauaufsicht des Landkreises, das Gesundheitsamt und bei Bedarf auch die Polizei.
Ein vergleichbares Vorgehen wird bereits in Ahlhorn praktiziert. Dort prüfen die Behörden unter anderem die Zahl der Bewohner, den Zustand der Räume, möglichen Schimmelbefall, hygienische Verhältnisse, Rauchmelder und Fluchtwege.
Nach Einschätzung des CDW-Kandidaten könnte die Zusammenarbeit mehrerer Stellen dazu beitragen, Verstöße schneller festzustellen und eindeutig zu klären, welche Behörde für die jeweiligen Maßnahmen verantwortlich ist.
CDW fordert stärkere Schädlingsbekämpfung
Hennken sprach sich außerdem dafür aus, die städtische Schädlingsbekämpfung intensiver einzusetzen. Wildeshausen arbeitet derzeit mit einem Fachunternehmen aus Bremen zusammen, das im Auftrag der Kommune tätig ist.
Darüber hinaus schlägt die CDW vor, Hinweise aus der Bevölkerung, Ergebnisse von Kontrollen und behördliche Auflagen in einem digitalen Prozessmanagementsystem zusammenzuführen. Die Fraktion hatte hierzu bereits eine entsprechende Machbarkeitsstudie vorgelegt.
Das System soll Zuständigkeiten eindeutig zuordnen, Fristen überwachen, Kontrollergebnisse dokumentieren und automatisch Nachprüfungen auslösen können.
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