Die aus dem Mittelmeerraum stammende Ameisenart Tapinoma magnum breitet sich im Südwesten Deutschlands weiter aus. Die Insekten bilden große Kolonien mit Tausenden Königinnen, besiedeln städtische Grünflächen und können Gehwege, Mauern, Straßen sowie Stromleitungen beschädigen. In Karlsruhe reagieren die Behörden mit einer speziellen Aktionswoche, bei der auf chemische Gifte verzichtet wird. Schreibt bankrecht-ratgeber mit Bezug auf web.
Tapinoma magnum breitet sich in Baden-Württemberg aus
Die Große Drüsenameise mit dem wissenschaftlichen Namen Tapinoma magnum stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum. In den vergangenen Jahren wurde die Art jedoch zunehmend auch in deutschen Städten und Gemeinden nachgewiesen, insbesondere in Baden-Württemberg.
Besonders angespannt ist die Lage in Karlsruhe. Dort haben die Ameisen einzelne öffentliche Grünflächen so stark besiedelt, dass diese teilweise kaum noch genutzt werden können. Auch aus dem Raum Stuttgart werden neue Vorkommen gemeldet, unter anderem aus Fellbach.
Die Kommunen warnen davor, dass sich die Tiere innerhalb kurzer Zeit über große Flächen ausbreiten können. Ihre Kolonien bestehen aus zahlreichen miteinander verbundenen Nestern. Eine Behandlung einzelner Stellen reicht deshalb häufig nicht aus, um den Befall einzudämmen.
Warum die Superkolonien problematisch sind
Im Unterschied zu vielen heimischen Ameisenarten kann Tapinoma magnum sogenannte Superkolonien bilden. Diese bestehen aus zahlreichen Nestern und können Tausende Königinnen enthalten, die für eine dauerhafte Vermehrung sorgen.
Die Arbeiterinnen legen breite, mehrspurige Laufwege zwischen den Nestern und ihren Nahrungsquellen an. Diese stark frequentierten Routen werden häufig als „Ameisenautobahnen“ bezeichnet. Vor den Nesteingängen sammeln sich oft Erde, Sand und feine Bodenpartikel.
Die Aktivität der Ameisen kann den Untergrund unter Pflastersteinen und Gehwegen destabilisieren. Nach Angaben der Stadt Fellbach können große Kolonien Gehwege, Straßen, Hauswände und technische Leitungen beschädigen. In einigen Fällen dringen die Insekten auch in elektrische Anlagen und Kabelschächte ein.
So lässt sich die Große Drüsenameise erkennen
Die Arbeiterinnen von Tapinoma magnum sind vollständig schwarz gefärbt. Sie erreichen eine Körperlänge von etwa zwei bis fünf Millimetern. Auffällig sind die deutlichen Größenunterschiede zwischen den einzelnen Tieren innerhalb einer Kolonie.
Ein Befall lässt sich häufig an einem besonders starken Ameisenverkehr erkennen. Die Tiere bewegen sich in dichten Strömen und bilden breite Laufwege entlang von Bordsteinen, Fassaden, Gehwegen oder Gebäudeeingängen.
In der Nähe der Nester entstehen oft kleine Erd- oder Sandhügel. Eine eindeutige Bestimmung sollte jedoch Fachleuten überlassen werden, da Tapinoma magnum leicht mit anderen schwarzen Ameisenarten verwechselt werden kann.
Karlsruhe organisiert Aktionswoche gegen Ameisen
Die Stadt Karlsruhe hat eine spezielle „Ameisen-Aktionswoche“ organisiert. Dabei werden besonders stark betroffene Flächen gezielt behandelt. Auf giftige chemische Mittel soll vollständig verzichtet werden.
Der Einsatz bestimmter Insektizide gegen Tapinoma magnum ist in Deutschland rechtlich eingeschränkt. Da die Art ursprünglich aus einem anderen EU-Mitgliedstaat stammt, dürfen nicht dieselben chemischen Mittel eingesetzt werden wie bei bestimmten invasiven Arten aus Drittstaaten.
Städtische Dienste und Fachleute prüfen deshalb alternative Möglichkeiten, um die Kolonien einzudämmen. Eine vollständig ausgebildete Superkolonie lässt sich nur schwer beseitigen. Im Mittelpunkt stehen daher die Begrenzung befallener Flächen und die Verhinderung einer weiteren Ausbreitung.
Kieselgur kann als Barriere eingesetzt werden
Als mögliche Alternative gilt Kieselgur. Dabei handelt es sich um ein feines mineralisches Pulver, das die schützende Außenschicht der Insekten beschädigt und ihre Atmungsorgane beeinträchtigt.
Das Pulver kann als Barriere an Türen, Fenstern, Lüftungsschächten und anderen möglichen Zugängen zu Gebäuden eingesetzt werden. Es lässt sich außerdem auf den Laufwegen der Ameisen verteilen.
Die Wirksamkeit hängt jedoch von den äußeren Bedingungen ab. Nach Regen oder starker Feuchtigkeit muss die Schutzschicht erneuert werden. Auf öffentlichen Flächen sollten entsprechende Mittel nicht eigenständig, sondern nur in Abstimmung mit den zuständigen Behörden verwendet werden.
Fellbach bittet Einwohner um Meldungen
Die Stadt Fellbach hat ihre Einwohner dazu aufgerufen, auf ungewöhnlich große Ameisenansammlungen zu achten. Bei einem möglichen Befall sollen Fotos gemacht, der genaue Standort dokumentiert und die Beobachtung über das städtische Online-Meldeportal weitergegeben werden.
Je früher eine Kolonie erkannt wird, desto besser können Fachkräfte das betroffene Gebiet eingrenzen. Nach der Prüfung der Meldung können kommunale Dienste Maßnahmen einleiten und mögliche Schäden an der Infrastruktur bewerten.
Das vereinzelte Auftreten schwarzer Ameisen ist nicht automatisch ein Hinweis auf Tapinoma magnum. Gemeldet werden sollten vor allem massenhafte Ansammlungen, breite Ameisenstraßen und mehrere miteinander verbundene Nester.
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