Bis Ende Juni 2026 könnten in Deutschland rund 5120 Menschen infolge extremer Hitze gestorben sein. Zu diesem Ergebnis kommt das Robert Koch-Institut (RKI). Bereits zur Jahresmitte lag die Zahl deutlich über den Gesamtwerten mehrerer vorangegangener Jahre. Schreibt bankrecht-ratgeber mit Bezug auf tagesschau.
Besonders schwerwiegend war die Woche vom 22. bis 28. Juni, in der in Deutschland außergewöhnlich hohe Temperaturen gemessen wurden. Nach Schätzungen des RKI könnte die Hitze allein in diesem Zeitraum für etwa 4310 Todesfälle verantwortlich gewesen sein.
Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2025 wurden rund 2600 Todesfälle mit hohen Temperaturen in Verbindung gebracht. Im Jahr 2024 lag die Zahl bei etwa 2900, 2023 bei ungefähr 3200.
Die meisten Betroffenen waren älter als 75 Jahre
Dem Bericht des Robert Koch-Instituts zufolge entfielen mehr als 80 Prozent der mutmaßlich hitzebedingten Todesfälle auf Menschen über 75 Jahre. Ältere Personen gelten während längerer Hitzeperioden als besonders gefährdet.
Unter den Verstorbenen waren mehr Frauen als Männer. Fachleute erklären dies unter anderem damit, dass Frauen in den höheren Altersgruppen einen größeren Anteil der Bevölkerung ausmachen.
Ein erhöhtes Risiko besteht zudem für Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Atemwegserkrankungen und anderen chronischen Leiden. Hohe Temperaturen können den Organismus zusätzlich belasten und bestehende Erkrankungen verschlimmern.
Die genaue Zahl der Hitzetoten lässt sich nur schwer bestimmen
Das Science Media Center in Köln weist darauf hin, dass die statistische Erfassung hitzebedingter Todesfälle mit zahlreichen Unsicherheiten verbunden ist.
In einzelnen Fällen können hohe Temperaturen unmittelbar zu einem Hitzschlag und zum Tod führen. Häufiger entsteht ein tödlicher Verlauf jedoch durch das Zusammenspiel von Hitze, hohem Alter und bereits bestehenden Erkrankungen.
Deshalb wird Hitze in den Todesbescheinigungen nur selten als alleinige und unmittelbare Todesursache angegeben. Um die Folgen hoher Temperaturen zu bewerten, vergleichen Fachleute die übliche Sterblichkeit mit der Zahl der Todesfälle während extremer Hitzeperioden.
Auf diese Weise lässt sich die Zahl zusätzlicher Todesfälle abschätzen. Eine genaue Erfassung jedes einzelnen Falls ist damit jedoch nicht möglich.
Juni war der heißeste Monat in Westeuropa seit Beginn der Aufzeichnungen
Nach Angaben des EU-Klimadienstes Copernicus war der Juni 2026 der heißeste Juni in Westeuropa seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.
Im Verlauf des Monats wurde die Region von zwei Hitzewellen getroffen. Gleichzeitig wurden Rekordtemperaturen im Meerwasser gemessen. Die extremen Wetterbedingungen betrafen nicht nur Deutschland, sondern auch weitere europäische Länder.
Längere Hitzeperioden führen zu einer zusätzlichen Belastung für Krankenhäuser, Rettungsdienste und Pflegeeinrichtungen.
In Pflegeheimen werden zum Schutz der Bewohner unter anderem zusätzliche Belüftung, regelmäßige Flüssigkeitszufuhr, gekühlte Lebensmittel und weitere Maßnahmen gegen Überhitzung eingesetzt.
Kälte verursacht bislang mehr Todesfälle als Hitze
Alexandra Schneider, Leiterin einer Forschungsgruppe zu Umwelt- und Gesundheitsrisiken am Helmholtz Zentrum München, erklärte, dass kaltes Wetter in Europa derzeit noch mehr Todesfälle verursacht als Hitze.
Im Zuge der globalen Erwärmung könnte sich dieses Verhältnis jedoch verändern. Extreme Hitzeperioden werden länger und intensiver.
Nach Angaben der Expertin sollten bei der Bewertung der Folgen hoher Temperaturen nicht nur Todesfälle berücksichtigt werden. Hitze führt auch zu mehr Erkrankungen, Krankenhauseinweisungen und Notfalleinsätzen und erhöht damit die Belastung des Gesundheitssystems.
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