Die ersten gemeinsamen Militärmanöver der sogenannten „Koalition der Willigen“ sollen im Herbst 2026 in Polen stattfinden. Das kündigte der polnische Ministerpräsident Donald Tusk nach Beratungen von Vertretern der Ukraine-Partner in Paris an. An den Übungen sollen Einheiten aus Polen, Frankreich und Großbritannien teilnehmen. Warschau wird dabei sowohl als Teilnehmer als auch als Gastgeber auftreten. Die Manöver dienen der Vorbereitung auf mögliche künftige Sicherheitsgarantien für die Ukraine. Schreibt bankrecht-ratgeber mit Bezug auf tagesschau.
Polen, Frankreich und Großbritannien planen gemeinsame Übungen
Nach Angaben von Donald Tusk werden französische und britische Soldaten als internationale Teilnehmer nach Polen kommen. Die polnischen Streitkräfte sollen die Organisation übernehmen und zugleich eigene Einheiten in die Manöver einbinden.
Konkrete Termine, die Zahl der beteiligten Soldaten und das genaue Szenario der Übungen wurden bislang nicht veröffentlicht. Bekannt ist lediglich, dass die Manöver für den Herbst 2026 vorgesehen sind.
Tusk erklärte gegenüber der polnischen Nachrichtenagentur PAP, die Übungen sollten die Koalition auf konkrete Verpflichtungen zur Absicherung der Ukraine und der gesamten Region vorbereiten.
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte zuvor gemeinsame Übungen in Nachbarstaaten der Ukraine angekündigt. Einen konkreten Austragungsort nannte er zunächst nicht. Nach seinen Worten sollen die Manöver die entschlossene und glaubwürdige Einsatzbereitschaft der Partner zu Land, in der Luft und auf See demonstrieren.
Verbündete bereiten Einsatzkräfte für einen möglichen Waffenstillstand vor
Die Entscheidung zur Bildung einer multinationalen Einsatzgruppe fiel bereits im Januar 2026. Diese Kräfte könnten künftig eingesetzt werden, um einen möglichen Waffenstillstand oder ein Friedensabkommen zwischen der Ukraine und Russland abzusichern.
Die Voraussetzungen für einen solchen Einsatz sind derzeit nicht gegeben. Die Kämpfe dauern an, und eine Vereinbarung über eine Feuerpause wurde bislang nicht erreicht. Die Übungen in Polen sollen den beteiligten Staaten ermöglichen, die militärische Koordination, gemeinsame Führungsstrukturen und das Zusammenspiel verschiedener Streitkräfte frühzeitig zu erproben.
Auch Deutschland unterstützt die Pläne für eine multinationale Sicherheitsstruktur. Bundeskanzler Friedrich Merz forderte Russland bei dem Treffen in Paris auf, Verhandlungen aufzunehmen und einer Waffenruhe zuzustimmen.
Warschau ist offen für eine dauerhafte Stationierung verbündeter Truppen
Polens Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz erklärte, Warschau sei nicht nur zu vorübergehenden Übungen bereit. Polen könne sich auch eine dauerhafte Stationierung französischer und britischer Truppen vorstellen.
Seinen Angaben zufolge übernimmt Polen eine besonders große Verantwortung für den Schutz der östlichen NATO-Grenze. Deshalb erwartet die Regierung eine stärkere militärische Präsenz von Verbündeten aus Westeuropa.
Die polnisch-ukrainische Grenze ist mehr als 500 Kilometer lang. Sie bildet zugleich einen Teil der Außengrenze der Europäischen Union und der Ostflanke der NATO.
Tusk erwartet kein schnelles Ende des Krieges
Der polnische Ministerpräsident rechnet nicht mit einer baldigen Waffenruhe zwischen der Ukraine und Russland. Nach seiner Einschätzung könnte die russische Führung den Krieg mindestens bis zum Winter fortsetzen.
Tusk erklärte, die Haltung Moskaus lasse derzeit weder ein kurzfristiges Abkommen über eine Feuerpause noch einen raschen Beginn ernsthafter Friedensverhandlungen erwarten.
Angesichts der anhaltenden russischen Angriffe vereinbarten die Teilnehmer des Pariser Treffens außerdem den Aufbau einer gemeinsamen Raketenabwehr mit der Ukraine. An diesem Projekt sollen Deutschland, Frankreich und weitere europäische Staaten beteiligt sein.
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