Schwere Gewitter, Starkregen und großer Hagel haben am Abend des 13. Juli mehrere Regionen im Norden und in der Mitte Deutschlands getroffen. In Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen und Mecklenburg-Vorpommern wurden Straßen und Keller überflutet, Fahrzeuge, Gebäude und Teile der Infrastruktur beschädigt. In einzelnen Orten waren die Hagelkörner größer als Golfbälle, schlugen Autoscheiben ein und beschädigten Dächer. Die Einsatzkräfte erhielten Tausende Notrufe und rückten zu Hunderten wetterbedingten Einsätzen aus. Der Deutsche Wetterdienst warnt davor, dass die Unwetterlage auch am 14. Juli in mehreren Landesteilen anhält. Schreibt bankrecht-ratgeber mit Bezug auf Вild.
Tausende Notrufe in Niedersachsen
Besonders angespannt war die Lage in Niedersachsen. Nach Angaben der Feuerwehr Hannover gingen zwischen Montagabend und Dienstagmorgen rund 2300 Notrufe ein.
Die Einsatzleitungen koordinierten etwa 1000 wetterbedingte Einsätze in der Landeshauptstadt und im Umland. Auch die Polizei meldete Hunderte Einsätze wegen überfluteter Straßen, umgestürzter Bäume, beschädigter Fahrzeuge und blockierter Verkehrswege.
In Celle pumpte die Feuerwehr Wasser aus Kellern, Höfen und überfluteten Kreuzungen. In mehreren Gebieten konnte die Kanalisation die großen Regenmengen nicht mehr aufnehmen, sodass tiefer gelegene Straßen und Gebäude innerhalb kurzer Zeit vollliefen.
Großer Hagel schlägt Scheiben ein und verbeult Autos
Im Landkreis Harburg hinterließ der Hagel tiefe Dellen in Fahrzeugkarosserien, beschädigte den Lack und zerstörte Autoscheiben. Besonders schwere Schäden wurden aus Heidenau gemeldet, wo einzelne Hagelkörner größer als Golfbälle waren.
Auf Aufnahmen von Augenzeugen sind Fahrzeuge mit eingeschlagenen Front- und Seitenscheiben, beschädigte Hausdächer und vollständig mit Eis bedeckte Grundstücke zu sehen. Gleichzeitig riss der Sturm größere Äste ab und brachte Bäume zu Fall.
Anwohner berichteten, der Hagel habe plötzlich eingesetzt und innerhalb weniger Minuten ganze Straßenzüge verändert. Straßen, Dächer und Gärten waren von einer dichten weißen Schicht bedeckt, die an Schnee erinnerte.

Blitzschlag löst Dachbrand in Bielefeld aus
Auch in Ostwestfalen gingen bei den Einsatzkräften Hunderte Notrufe ein. Heftiger Regen ließ Abflüsse überlaufen, setzte Keller unter Wasser und beeinträchtigte den Straßenverkehr.
In Bielefeld geriet nach einem Blitzeinschlag das Dach eines Gebäudes in Brand. Die Feuerwehr löschte das Feuer und kontrollierte die Konstruktion anschließend auf mögliche versteckte Glutnester.
Parallel beseitigten Einsatzkräfte umgestürzte Bäume, räumten Straßen frei und unterstützten Bewohner überfluteter Häuser. In einzelnen Bereichen musste der Verkehr vorübergehend gesperrt werden.
Elmshorn und Kellinghusen stehen unter Wasser
In Schleswig-Holstein wurde wegen der schweren Unwetterlage der Ausnahmezustand ausgerufen. Allein in den Kreisen Pinneberg und Steinburg rückten Rettungs- und Einsatzkräfte zu mehr als 150 Einsätzen aus.
Besonders stark betroffen waren Elmshorn und Kellinghusen. Über beiden Städten lag längere Zeit eine kräftige Gewitterzelle mit Starkregen und Hagel.
Straßen verwandelten sich in Wasserströme, mehrere Unterführungen waren nicht mehr passierbar. Teilweise blieben Einsatzfahrzeuge in überfluteten Bereichen stecken, sodass Unterstützung aus benachbarten Regionen angefordert werden musste.
In der Nähe von Elmshorn wurde ein Polizeifahrzeug nahezu vollständig von Hochwasser eingeschlossen. Der Wagen konnte noch rechtzeitig aus dem Gefahrenbereich gebracht werden.
Straßen in Wittenburg von dicker Hagelschicht bedeckt
Besonders ungewöhnliche Bilder kamen aus Wittenburg in Mecklenburg-Vorpommern. Innerhalb kurzer Zeit wurden die Straßen dort von einer dicken Eisschicht bedeckt.
Das Gemisch aus Regenwasser und Hagel bildete schnell fließende Ströme. Zur Räumung der Straßen mussten Radlader und weitere Spezialfahrzeuge eingesetzt werden.
Das Unwetter beschädigte außerdem eine örtliche Druckerei. Hagelkörner zerstörten Teile der Dachverglasung, anschließend drang Regenwasser in die Produktionsräume ein.
Wegen der Überflutung musste die Druckanlage abgeschaltet werden. Mehrere Regionalzeitungen, darunter die Schweriner Volkszeitung und die Norddeutschen Neuesten Nachrichten, wurden später an einem anderen Standort in Pinneberg gedruckt.
DWD warnt vor weiteren Gewittern und großem Hagel
Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes bleibt die Wetterlage am 14. Juli in vielen Teilen Deutschlands gefährlich. In einigen Regionen gelten gleichzeitig Warnungen vor großer Hitze und schweren Gewittern.
Für Baden-Württemberg wurden Warnungen der Stufen eins und zwei ausgegeben. Besonders im Schwarzwald besteht ein erhöhtes Risiko für kräftige Gewitter mit Starkregen, Sturmböen und Hagel.
Die Gewitterfront kann außerdem die Regionen um Magdeburg, Erfurt und Berlin sowie das Vogtland in Sachsen, die Lausitz und den Osten Niedersachsens treffen.
Im Süden Brandenburgs rechnen die Meteorologen mit großem Hagel und Windböen von bis zu 75 Kilometern pro Stunde. Innerhalb einer Stunde können bis zu 40 Liter Regen pro Quadratmeter fallen, örtlich auch mehr.
Wo die Unwettergefahr besonders hoch bleibt
Warnungen vor Gewittern, Starkregen und Hagel gelten unter anderem für folgende Regionen:
- Baden-Württemberg und den Schwarzwald;
- den Süden Brandenburgs;
- Berlin und das Umland;
- Magdeburg und Teile Sachsen-Anhalts;
- Erfurt und einzelne Gebiete Thüringens;
- das Vogtland und die Lausitz;
- den Osten Niedersachsens;
- Ludwigslust-Parchim in Mecklenburg-Vorpommern.
Die Behörden warnen vor lokalen Überschwemmungen, umstürzenden Bäumen, Schäden an Fahrzeugen und vorübergehenden Verkehrsbehinderungen.
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