Ein Airbus A380 der Lufthansa hat nach einer wetterbedingten Ausweichlandung einen seltenen Inlandsflug in den USA durchgeführt. Das Flugzeug war auf dem Weg von München nach Washington, konnte dort wegen schwerer Gewitter jedoch nicht landen und wurde nach Atlanta umgeleitet. Die Passagiere mussten ihre Reise mit anderen Verbindungen fortsetzen. Erst einen Tag später flog die Maschine ohne reguläre Fluggäste weiter zum ursprünglich geplanten Ziel. Schreibt bankrecht-ratgeber mit Bezug auf ms-aktuell.
Schwere Gewitter verhindern Landung in Washington
Betroffen war Lufthansa-Flug LH414 am Samstag, dem 4. Juli 2026. Der Airbus A380 mit dem Kennzeichen D-AIMA sollte vom Flughafen München zum Washington Dulles International Airport fliegen. Nach den verfügbaren Flugdaten hob die Maschine um 17.24 Uhr in München ab. Der Start erfolgte damit mehr als eine Stunde später als im regulären Flugplan vorgesehen.
Während des Transatlantikfluges verschlechterte sich die Wetterlage rund um die US-Hauptstadt erheblich. Über Washington und mehreren angrenzenden Bundesstaaten zogen schwere Gewitter hinweg. Für Teile der Region waren Unwetterwarnungen ausgegeben worden.
Die Wetterfront brachte Starkregen, zahlreiche Blitze und teils kräftige Windböen. Nach Angaben von Lufthansa war eine sichere Landung in Washington unter diesen Bedingungen nicht möglich. Die Besatzung entschied deshalb, einen Ausweichflughafen anzusteuern.
Lufthansa-A380 landet mit 472 Passagieren in Atlanta
Flug LH414 wurde zum Hartsfield-Jackson Atlanta International Airport umgeleitet. Der Airbus A380 setzte dort gegen 21.53 Uhr Ortszeit auf. Nach Angaben der Fluggesellschaft befanden sich 472 Passagiere an Bord.
Eine Weiterreise nach Washington mit demselben Flugzeug war an diesem Abend nicht mehr möglich. Die betroffenen Fluggäste wurden auf andere Verbindungen umgebucht und mussten ihre Reise individuell fortsetzen.
Der Airbus blieb während der Nacht in Atlanta. Für den Flughafen war die Ankunft eines Lufthansa-A380 ein ungewöhnliches Ereignis. Reguläre Linienflüge mit diesem Flugzeugtyp werden dort derzeit nicht angeboten. Entsprechend stehen für den doppelstöckigen Großraumjet nur begrenzte Abstell- und Abfertigungsmöglichkeiten zur Verfügung.
Der A380 benötigt wegen seiner Größe speziell geeignete Parkpositionen, Fluggastbrücken und technische Einrichtungen. Die unerwartete Landung stellte daher auch die Bodenabfertigung in Atlanta vor besondere organisatorische Anforderungen.
Positionierungsflug LH9851 ohne reguläre Passagiere
Am Sonntag, dem 5. Juli, wurde die Maschine von Atlanta zum Washington Dulles International Airport überführt. Der Flug erhielt die Flugnummer LH9851.
Dabei handelte es sich nicht um eine Fortsetzung des ursprünglichen Passagierfluges LH414. LH9851 war ein sogenannter Positionierungsflug. Solche Flüge werden durchgeführt, wenn ein Flugzeug nach einer Umleitung, einem technischen Einsatz oder einer Flugplanänderung wieder an den vorgesehenen Standort gebracht werden muss.
Reguläre Fluggäste waren bei diesem Flug nicht an Bord. Nach den aufgezeichneten Flugdaten startete der Airbus A380 um 20.19 Uhr Ortszeit in Atlanta.
Die Flugzeit zwischen Atlanta und Washington betrug eine Stunde und 59 Minuten. Um 22.17 Uhr landete D-AIMA am Flughafen Washington Dulles. Damit absolvierte das größte Passagierflugzeug der Lufthansa-Flotte einen seltenen Flug ausschließlich innerhalb der Vereinigten Staaten.
Lufthansa bietet keine inneramerikanischen Linienverbindungen mit dem A380 an. Der Flug diente ausschließlich dazu, das Flugzeug nach der ungeplanten Landung in Atlanta wieder an den vorgesehenen Ausgangspunkt für den nächsten Langstreckeneinsatz zu bringen.
Rückflug LH415 startet mit deutlicher Verspätung
Nach der Überführung nach Washington konnte der Airbus wieder in den regulären Lufthansa-Flugplan integriert werden. Die Auswirkungen der Umleitung waren damit jedoch noch nicht vollständig beendet.
Der anschließende Rückflug LH415 von Washington nach München startete erst um 1.03 Uhr Ortszeit in der Nacht zum 6. Juli. Laut Flugplan hätte die Maschine Washington bereits um 22.20 Uhr verlassen sollen.
Der Abflug verzögerte sich somit um mehrere Stunden. Gründe dafür waren unter anderem die verspätete Ankunft des Flugzeugs in Washington sowie die notwendigen Vorbereitungen für den Langstreckenflug nach München.
Der Airbus A380 erreichte den Flughafen München gegen 14.15 Uhr Ortszeit. Die wetterbedingte Umleitung des Hinfluges wirkte sich damit auch auf den folgenden Umlauf der Maschine aus.
Airbus A380 ist das größte Flugzeug der Lufthansa
Der Airbus A380 ist das größte Langstreckenflugzeug in der Lufthansa-Flotte. Der doppelstöckige Großraumjet wird vor allem auf stark ausgelasteten Interkontinentalstrecken eingesetzt.
Abhängig von der jeweiligen Kabinenkonfiguration bietet der A380 bei Lufthansa Platz für rund 509 Passagiere. Das Flugzeug ist etwa 73 Meter lang. Seine Spannweite beträgt knapp 80 Meter.
Lufthansa stationiert ihre derzeit eingesetzten A380 überwiegend am Flughafen München. Von dort fliegen die Maschinen vor allem zu besonders nachfragestarken Zielen in Nordamerika und Asien.
Der Flug von Atlanta nach Washington fiel daher aus dem üblichen Einsatzprofil des Flugzeugtyps. Innerhalb der USA setzt Lufthansa den A380 normalerweise nicht für kurze Verbindungen ein. Der Positionierungsflug war ausschließlich erforderlich, weil die Maschine nach der wetterbedingten Ausweichlandung nicht mehr am vorgesehenen Flughafen stand.
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