Moderatorin Andrea Kiewel steht nach einer Äußerung in der Unterhaltungssendung „ZDF-Fernsehgarten“ in der Kritik. Während der Live-Ausgabe zum Thema 1990er-Jahre kommentierte sie eine japanische Pokémon-Karte mit einer Formulierung, die in sozialen Netzwerken als rassistisch bezeichnet wurde. Nach zahlreichen Reaktionen entschuldigte sich die Moderatorin über den Sender ZDF für ihre Worte. Schreibt bankrecht-ratgeber mit Bezug auf n-tv.
Was im „ZDF-Fernsehgarten“ passiert ist
Die Ausgabe vom 12. Juli stand unter dem Motto einer Party rund um die 1990er-Jahre. Teil der Sendung war auch eine Präsentation von Pokémon-Sammelkarten. Das ursprünglich in Japan entwickelte Franchise wurde in den 1990er-Jahren weltweit bekannt und umfasst heute Videospiele, Serien, Filme und Sammelkarten.
Zwei Sammler zeigten Andrea Kiewel während der Sendung verschiedene Karten in mehreren Sprachen. Als die Moderatorin eine Karte mit japanischen Schriftzeichen betrachtete, bezeichnete sie diese zunächst fälschlicherweise als chinesisch. Anschließend sagte sie „Ching Chong Chang“.
Der Ausschnitt verbreitete sich kurz nach der Sendung in sozialen Netzwerken und löste eine breite Diskussion aus.
Nutzer werfen Andrea Kiewel Rassismus vor
Zahlreiche Nutzer kritisierten die Äußerung der Moderatorin. Dabei bezog sich die Kritik sowohl auf die Verwechslung japanischer und chinesischer Schriftzeichen als auch auf die anschließend verwendete Formulierung.
Der Ausdruck gilt für viele Menschen als abwertende Nachahmung asiatischer Sprachen und als rassistisches Klischee gegenüber Menschen asiatischer Herkunft. In sozialen Netzwerken wurde der Vorfall deshalb unter anderem als Beispiel für Alltagsrassismus in den Medien bezeichnet.
Kritiker erklärten, dass solche Aussagen bestehende Vorurteile reproduzieren und für viele Betroffene beleidigend seien. Besonders problematisch sei, dass die Bemerkung in einer reichweitenstarken Live-Sendung des öffentlich-rechtlichen Fernsehens gefallen sei.
Andrea Kiewel entschuldigt sich für ihre Worte
Nach der öffentlichen Kritik veröffentlichte das ZDF eine Stellungnahme im Namen der Moderatorin.
Darin heißt es, Andrea Kiewel bedaure ihre Worte und entschuldige sich dafür. Die Bemerkung sei spontan aus der Live-Situation heraus entstanden und habe nach Angaben des Senders keine rassistische Absicht gehabt.
Das ZDF betonte zudem, dass der Sender entschieden gegen jede Form von Rassismus eintrete.
Neuer Wirbel um den „ZDF-Fernsehgarten“
Der „ZDF-Fernsehgarten“ sorgt mit seinen sonntäglichen Ausgaben regelmäßig für Diskussionen. In den vergangenen Monaten standen unter anderem Stürze von Künstlern auf der Bühne und spontane Aktionen der Moderatorin im Mittelpunkt der Berichterstattung.
Diesmal wurde jedoch nicht eine Bühnenszene, sondern eine Äußerung von Andrea Kiewel zum Auslöser der Debatte. Der Vorfall führte erneut zu einer Diskussion über diskriminierende Sprache im Fernsehen und die Verantwortung prominenter Personen bei Live-Auftritten.
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