Der Luftkrieg zwischen Russland und der Ukraine gewinnt weiter an Intensität. Gleichzeitig steigt nach Einschätzung von Oberst Markus Reisner vom Generalstab des österreichischen Bundesheeres die Wahrscheinlichkeit einer Vereinbarung über ein Ende gegenseitiger Langstreckenangriffe. Schreibt bankrecht-ratgeber mit Bezug auf n-tv.
In einem Interview mit ntv.de erklärte Reisner, dass sowohl Moskau als auch Kiew zunehmend unter Zeitdruck geraten. Die Ukraine versucht, ihre Energieinfrastruktur vor dem kommenden Winter zu schützen. Russland wiederum erleidet spürbare Schäden durch Angriffe auf Treibstoffanlagen, Logistikwege und maritime Transportverbindungen.
Nach Ansicht des Militäranalysten könnte die derzeitige Eskalation nicht nur ein Hindernis für Verhandlungen sein. Sie könnte zugleich als Druckmittel dienen, um zumindest eine begrenzte Waffenruhe im Luftkrieg zu erreichen.
Warum Trump seine Haltung zu Tomahawk-Raketen geändert hat
Mit Blick auf das jüngste Telefonat zwischen US-Präsident Donald Trump und Wladimir Putin verwies Reisner auf eine veränderte Haltung Washingtons gegenüber amerikanischen Tomahawk-Marschflugkörpern.
Trump habe einem möglichen Einsatz oder einer Stationierung dieser Systeme in Deutschland bislang zurückhaltend gegenübergestanden. Frühere Pläne für die Verlegung amerikanischer Marschflugkörper seien sogar gestoppt worden. Nun unterstützt der US-Präsident jedoch offenbar eine stärkere militärische Reaktion auf russische Raketensysteme in der Region Kaliningrad.
Reisner bringt diesen Kurswechsel mit den Entwicklungen im Nahen Osten in Verbindung. Nach seiner Einschätzung hat die US-Regierung angesichts erneuter gegenseitiger Raketen- und Luftangriffe zwischen Iran und Irak sowie der unsicheren Lage in der Straße von Hormus bislang keine wesentlichen Fortschritte erzielt.
Trump könnte deshalb auf einen außenpolitischen Erfolg im Zusammenhang mit dem Krieg zwischen Russland und der Ukraine setzen. Zudem beobachte Washington die Erfolge ukrainischer Angriffe mit Drohnen mittlerer und großer Reichweite.
Nach Angaben Reisners nutzt die Ukraine bei einzelnen Operationen künstliche Intelligenz amerikanischer Unternehmen, Software zur Zielbestimmung sowie nachrichtendienstliche Informationen aus den Vereinigten Staaten.
Washington setzt auf eine „kontrollierte Eskalation“
Eine mögliche Lieferung oder Stationierung von Tomahawk-Raketen wäre Reisner zufolge nicht nur wirtschaftlich vorteilhaft für die amerikanische Rüstungsindustrie. Sie könnte zugleich als zusätzliches Druckmittel gegen den Kreml eingesetzt werden.
Die Ukraine erhält seinen Angaben zufolge direkte Unterstützung aus den USA, unter anderem durch Geheimdienstinformationen und technologische Lösungen. Gleichzeitig gibt es eine indirekte Form der Unterstützung: Washington erlaubt europäischen Verbündeten den Kauf und die Stationierung amerikanischer Waffensysteme, die Russland als Bedrohung wahrnehmen könnte.
Reisner verwies auf Äußerungen von US-Außenminister Marco Rubio während eines NATO-Gipfels in Ankara. Rubio habe diesen Ansatz als „kontrollierte Eskalation“ bezeichnet.
Gemeint sei eine schrittweise Erhöhung des militärischen und politischen Drucks, ohne eine direkte Konfrontation zwischen Russland und der NATO auszulösen. Ziel dieser Strategie sei es, Moskau spätestens bis zum Jahresende zu Verhandlungen zu bewegen.
Ob dieser Ansatz erfolgreich sein wird, bleibt nach Einschätzung Reisners offen. Die russische Führung könnte sich auf begrenzte Vereinbarungen einlassen oder mit einer erneuten militärischen Eskalation reagieren.
Die Ukraine bereitet sich auf eine neue Angriffswelle gegen die Energieversorgung vor
Einen der wichtigsten Gründe für die Intensivierung ukrainischer Langstreckenangriffe sieht Reisner in der Gefahr einer erneuten russischen Kampagne gegen kritische Infrastruktur.
Die ukrainische Führung rechnet damit, dass Russland im Winter erneut Kraftwerke, Umspannwerke, Heizsysteme und andere Teile der Energieversorgung angreifen wird.
Reisner erinnerte daran, dass der Ukraine im Januar Raketen für das Luftverteidigungssystem Patriot fehlten. Diese sind erforderlich, um russische Marschflugkörper und ballistische Raketen abzufangen. In der Folge seien drei wichtige Kraftwerke in Kiew schwer beschädigt oder zerstört worden.
Ein Teil dieser Anlagen sei bis heute nicht vollständig wiederhergestellt. Deshalb versucht die ukrainische Regierung, eine Situation zu verhindern, in der große Städte erneut mit beschädigten Kraftwerken und unzureichender Luftverteidigung in den Winter gehen.
An der Front seien die Möglichkeiten für groß angelegte Bodenoffensiven begrenzt. Reisner bezeichnet das heutige Gefechtsfeld als weitgehend „gläsern“, da Drohnen, Satellitenaufklärung, Sensoren und Überwachungssysteme nahezu jede größere Truppenbewegung sichtbar machen.
Konzentrationen von Soldaten und Technik werden unter diesen Bedingungen schnell erkannt. Die Ukraine versucht deshalb, ihre begrenzten Möglichkeiten am Boden durch Angriffe auf Ziele tief im russischen Hinterland auszugleichen.
Kiew könnte eine Waffenruhe bei Langstreckenangriffen anstreben
Reisner geht davon aus, dass die ukrainischen Angriffe nicht nur militärische, sondern auch politische Ziele verfolgen. Kiew wolle Russland so stark unter Druck setzen, dass Moskau einem Ende gegenseitiger Angriffe mit großer Reichweite zustimmt.
Dabei gehe es weder um ein vollständiges Ende der Kämpfe noch um einen dauerhaften Waffenstillstand oder einen Friedensvertrag. Als realistischste Variante nennt Reisner eine begrenzte Waffenruhe, die Angriffe auf Energieanlagen, Industrieobjekte und Logistikzentren fernab der Front betrifft.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat mehrfach erklärt, dass Kiew zu einem gegenseitigen Ende von Langstreckenangriffen bereit sei. Nach Angaben Reisners wurde ein entsprechender Vorschlag zuletzt in der vergangenen Woche erneut an Putin gerichtet.
Sollte Russland seine strategischen Luftangriffe einstellen, könnte auch die Ukraine auf Attacken gegen russische Ziele verzichten. Kiew versucht jedoch zunächst, eine möglichst starke Verhandlungsposition zu schaffen.
Anders als im vorherigen Winter verfügt die Ukraine inzwischen über deutlich größere Möglichkeiten, russische Treibstoffanlagen systematisch anzugreifen. Diese Operationen betrachtet Reisner als eines der wichtigsten Druckmittel gegenüber Moskau.
Angriffe auf russische Tanker und Treibstoffrouten
Als Beispiel für die Wirksamkeit ukrainischer Operationen nannte Reisner Angriffe auf Versorgungswege aus dem Süden Russlands über das Asowsche Meer in Richtung der besetzten Krim.
Zunächst hätten ukrainische Angriffe den Transport von Treibstoff auf dem Landweg erheblich erschwert. Daraufhin habe Russland verstärkt auf Seewege gesetzt und Kraftstoff mit Tankern transportiert.
Die Ukraine reagierte mit einer Ausweitung der Angriffe auf Schiffe, die an diesen Transporten beteiligt waren. Reisner zufolge wurden in den vergangenen Tagen und Wochen mehr als 90 Tanker beschädigt oder versenkt.
Diese Angaben lassen sich unabhängig nicht vollständig bestätigen. Reisner bezeichnete jedoch bereits das Ausmaß der Kampagne als erheblich. Selbst eine teilweise Unterbrechung der Treibstoffversorgung könne die Versorgung russischer Truppen, der Luftwaffe und der Besatzungsverwaltung auf der Krim erschweren.
Russland versucht, sich an die neue Bedrohung anzupassen. Eine umfassende Lösung zum Schutz seiner Transportrouten und Anlagen der Treibstoffindustrie sei bislang jedoch nicht erkennbar.
Zu den bereits angewandten Gegenmaßnahmen gehört laut Reisner die Dezentralisierung der Transporte. Große Lieferungen werden in kleinere Mengen aufgeteilt und über verschiedene Routen transportiert, damit ein einzelner Angriff nicht die gesamte Ladung vernichtet.
Dieses Vorgehen verlangsamt jedoch die Logistik, erhöht die Kosten und erfordert zusätzliche Fahrzeuge sowie mehr Personal.
Russland könnte bis zu sechs Monate für die Anpassung benötigen
Nach Einschätzung Reisners könnten das russische Militär und die Industrie zwischen drei und sechs Monate benötigen, um eine wirksamere Antwort auf die neue ukrainische Angriffstaktik zu entwickeln.
Zugleich warnte der Oberst vor der Erwartung eines schnellen Zusammenbruchs der russischen Wirtschaft oder Streitkräfte. Russland verfüge über ein sehr großes Staatsgebiet, erhebliche Rohstoffreserven und ein weit verzweigtes Transportsystem.
Selbst umfangreiche Angriffe könnten die russische Rüstungsproduktion oder militärische Versorgung nicht sofort zum Erliegen bringen. Der kumulative Effekt könne jedoch allmählich zu Engpässen bei Treibstoff, Ersatzteilen und Transportkapazitäten führen.
Entscheidend sei, ob sich die Erfolge konkret messen lassen. Viele frühere ukrainische Angriffe hätten vor allem symbolische oder mediale Wirkung gehabt. Inzwischen könnten die Schäden zunehmend anhand konkreter Kennzahlen bewertet werden.
Dazu gehören beschädigte Raffinerien, Tanklager, Pipelines, Terminals und Transportmittel. Ein Teil der zerstörten Technik könne wegen der Sanktionen, des eingeschränkten Zugangs zu westlichen Technologien und fehlender Komponenten nur schwer oder gar nicht kurzfristig ersetzt werden.
Reisner zufolge erleidet die russische Treibstoffindustrie immer größere Schäden. Einige davon könnten langfristige Folgen haben.
Der Kreml erkennt den zunehmenden Druck
Als Hinweis auf die Ernsthaftigkeit der Lage verwies Reisner auf eine Krisensitzung, die Wladimir Putin nach seinen Angaben einberufen musste.
Zudem machte der österreichische Oberst auf eine Äußerung von Kremlsprecher Dmitri Peskow aufmerksam, der den russisch-ukrainischen Konflikt als „Krieg“ bezeichnete. Reisner wertet dies als indirektes Zeichen dafür, dass die russische Führung einen wachsenden militärischen und wirtschaftlichen Druck wahrnimmt.
Gleichzeitig betonte er, dass Russland weiterhin über beträchtliche Möglichkeiten zur Fortsetzung des Krieges verfügt. Seine Raketen- und Luftangriffe hätten nichts von ihrer Zerstörungskraft verloren, während die Rüstungsindustrie weiterhin Waffen produziert.
Der Druck auf Moskau nehme schrittweise zu, führe aber nicht automatisch zu einer sofortigen Veränderung der Kreml-Politik. Reisner erwartet daher kein schnelles Ende des Krieges, selbst wenn die Seiten über einzelne Formen einer Waffenruhe sprechen sollten.
Reisner äußert sich zu möglichen Personalwechseln in Kiew
Vor dem Hintergrund erfolgreicher Angriffe auf russische Infrastruktur bezeichnete Reisner Berichte über mögliche Umbesetzungen in der ukrainischen Regierung als überraschend.
In Kiew werde demnach über einen Wechsel an der Spitze des Verteidigungsministeriums diskutiert. Der derzeitige Verteidigungsminister könnte durch den Innenminister ersetzt werden.
Reisner hob hervor, dass Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow eine wichtige Rolle bei der technologischen Entwicklung ukrainischer Militäroperationen spiele.
Er bezeichnete ihn als einen der zentralen Architekten eines Systems, das der Ukraine messbare Erfolge beim Einsatz von Drohnen, digitalen Plattformen und Zielsteuerung ermöglicht habe.
Die Gründe für einen möglichen Personalwechsel wurden bislang nicht offiziell erläutert. Reisner hält es für möglich, dass die ukrainische Führung den Druck auf Russland weiter erhöhen und die Entwicklung neuer Verteidigungsprogramme beschleunigen will.
Diese Fragen würden derzeit hinter verschlossenen Türen in Kiew diskutiert. Endgültige Entscheidungen und ihre Motive seien noch nicht bekannt.
Ukrainische Erfolge beseitigen die Gefahr russischer Angriffe nicht
Reisner warnte westliche Beobachter davor, die Resultate ukrainischer Angriffe zu optimistisch zu bewerten.
Die russische Armee sei weit davon entfernt, ihre Fähigkeit zur Kriegsführung zu verlieren. Sie setzt ihre massiven Angriffe auf ukrainische Städte, Industrieanlagen und Energieinfrastruktur fort.
Als Beispiel nannte der Oberst den jüngsten Beschuss von Odessa mit Marschflugkörpern. Wegen des Mangels an Munition und der starken Belastung der Luftverteidigung fällt es den ukrainischen Streitkräften zunehmend schwer, solche Angriffe abzuwehren.
Besonders angespannt ist die Lage bei Raketen für die Patriot-Systeme. Diese Waffen werden zur Abwehr ballistischer Raketen benötigt, stehen jedoch nur in begrenzter Zahl zur Verfügung.
Reisner zufolge ist selbst Kiew derzeit nicht vollständig gegen russische Angriffe geschützt. In einigen Teilen der Hauptstadt seien die Möglichkeiten der Luftverteidigung wegen fehlender Abfangraketen deutlich eingeschränkt.
Auch der frühere ukrainische Oberbefehlshaber Walerij Saluschnyj hatte davor gewarnt, einzelne Erfolge zu überschätzen und die russischen Ressourcen zu unterschätzen.
Auch Russland steht unter Zeitdruck
Trotz seines weiterhin vorhandenen militärischen Potenzials hat Russland nach Einschätzung Reisners nur begrenzte Zeit, um seine Kriegsziele zu erreichen.
Moskau müsse entweder in relativ kurzer Zeit einen sichtbaren militärischen Erfolg erzielen oder seine Strategie überdenken. Ein langwieriger Krieg erhöht die Verluste, belastet die Wirtschaft und zwingt den Kreml, immer mehr Ressourcen für den Schutz von Anlagen im Hinterland aufzuwenden.
Ukrainische Angriffe auf Raffinerien, Lagerhäuser, Flugplätze, Häfen und Transportwege beenden den Krieg nicht. Sie erhöhen jedoch schrittweise die Kosten für Russland.
Darin sieht Reisner das gegenwärtige Paradox: Die militärische Lage eskaliert, während gleichzeitig die Wahrscheinlichkeit einer begrenzten Waffenruhe steigt.
Beide Seiten versuchen, dem Gegner vor möglichen Verhandlungen möglichst große Schäden zuzufügen. Deshalb könnten Zahl und Reichweite der Angriffe sogar dann zunehmen, wenn die diplomatischen Kontakte intensiver werden.
China vertieft die militärische Zusammenarbeit mit Russland
Reisner äußerte sich außerdem zur Rolle Chinas bei der Unterstützung des russischen militärisch-industriellen Komplexes.
Auf die Frage, ob Peking Moskau künftig zusätzliche Hilfe leisten könnte, antwortete der Oberst, dass diese Unterstützung bereits stattfinde.
Er verwies auf Dokumente, die nach chinesisch-russischen Konferenzen an die Öffentlichkeit gelangt sein sollen. Nach seiner Darstellung zeigen sie, wie eng China in russische Militärprogramme eingebunden ist, die mit dem Krieg gegen die Ukraine zusammenhängen.
Peking erhält demnach Zugang zu russischen Kampferfahrungen, insbesondere beim Einsatz von Drohnen, Raketen, elektronischer Kriegsführung und gepanzerten Fahrzeugen.
Im Gegenzug liefert China Technologien oder unterstützt die Entwicklung in den Bereichen künstliche Intelligenz, Elektronik, Drohnenproduktion und militärische Ausrüstung.
Reisner behauptet zudem, dass russische und chinesische Fachleute gemeinsam an Raketenabwehrsystemen, Drohnenschwärmen, Anti-Drohnen-Waffen und neuen Typen gepanzerter Fahrzeuge arbeiten.
Russland und China untersuchen Möglichkeiten zur Bekämpfung von Starlink
Als einen weiteren Bereich der russisch-chinesischen Zusammenarbeit nannte Reisner die Entwicklung von Methoden zur Neutralisierung des Satellitensystems Starlink.
Die ukrainischen Streitkräfte nutzen Satellitenkommunikation intensiv zur Führung von Einheiten, zur Übertragung von Aufklärungsdaten und zur Koordinierung unbemannter Systeme.
Nach Angaben Reisners prüfen Moskau und Peking verschiedene Möglichkeiten zur Bekämpfung von Starlink. Dazu gehören Cyberangriffe, elektronische Störungen sowie eine mögliche physische Beschädigung oder Zerstörung von Bestandteilen der Satelliteninfrastruktur.
Der Oberst nannte keine Einzelheiten zum Entwicklungsstand entsprechender Systeme oder zu konkreten Tests. Er betonte jedoch, dass dieser Bereich für Russland und China strategisch wichtig sei.
Peking könnte die gewonnenen Erkenntnisse für die Modernisierung seiner eigenen Streitkräfte nutzen. Dies gilt insbesondere für mögliche Konflikte, in denen Satellitenkommunikation, Drohnen und digitale Führungssysteme eine entscheidende Rolle spielen.
Chinas Neutralitätsbekundungen entsprechen nicht dem tatsächlichen Umfang der Kooperation
China erklärt offiziell, im Krieg neutral zu sein, und ruft beide Seiten zu Verhandlungen auf. Reisner zufolge geht die tatsächliche Zusammenarbeit zwischen Peking und Moskau jedoch weit über eine gewöhnliche politische Partnerschaft oder Handelsbeziehungen hinaus.
Russland und China bauten ein umfassendes militärisches Bündnis auf, dessen tatsächlichen Umfang beide Staaten herunterzuspielen versuchten.
China habe ein strategisches Interesse daran, eine militärische Niederlage Russlands zu verhindern. Eine deutliche Schwächung Moskaus könnte es den Vereinigten Staaten ermöglichen, einen größeren Teil ihrer politischen und militärischen Ressourcen auf die Eindämmung Chinas zu konzentrieren.
Reisner erinnerte an ein Gespräch zwischen dem chinesischen Außenminister Wang Yi und der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas. Demnach habe Wang Yi offen erklärt, dass China kein Interesse an einer Niederlage Russlands habe, weil sich die USA anschließend wieder stärker auf China konzentrieren könnten.
Nach Einschätzung des österreichischen Obersts zeigt diese Haltung die Logik des heutigen Wettbewerbs zwischen den Großmächten. Der Krieg gegen die Ukraine werde nicht nur als regionaler Konflikt betrachtet, sondern zugleich als Teil einer umfassenderen Konfrontation zwischen den USA, China und Russland.
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