Das chilenische Skigebiet Portillo ist von einem außergewöhnlich starken Wintereinbruch getroffen worden. Innerhalb von 72 Stunden fielen dort 309 Zentimeter Neuschnee. Es handelt sich um einen der heftigsten Schneefälle der vergangenen Jahre in der Region. Wegen der extremen Wetterlage bleiben Skigebiete, Straßen und Lifte geschlossen. Einsatzkräfte und Experten prüfen unterdessen die Lawinengefahr. Schreibt bankrecht-ratgeber mit Bezug auf focus.
Mehr als drei Meter Schnee innerhalb von drei Tagen
Ein heftiger Schneesturm hat den zentralen Teil der Anden in Chile und Argentinien erfasst. Besonders stark betroffen ist das Skigebiet Portillo in der Region Valparaíso. Dort wurden innerhalb von drei Tagen 309 Zentimeter Neuschnee gemessen.
Nach Angaben des Wintersportportals „Skiinformatie“ wurden auch in anderen Teilen der Region große Schneemengen registriert. Im bekannten Skigebiet Valle Nevado fielen demnach rund 170 Zentimeter Schnee.
Skigebiete und Zufahrtsstraßen bleiben geschlossen
Die enormen Schneemengen haben dazu geführt, dass mehrere Wintersportgebiete in Chile und im benachbarten Argentinien vorübergehend geschlossen wurden. Auch zahlreiche Zufahrtsstraßen sind wegen hoher Schneeverwehungen und schwieriger Wetterbedingungen nicht passierbar.
Fachleute weisen darauf hin, dass eine große Schneemenge nicht automatisch gute Bedingungen für den Wintersport bedeutet. Bevor die Anlagen wieder geöffnet werden können, müssen umfangreiche Sicherheitskontrollen durchgeführt werden.
Hohe Lawinengefahr nach dem heftigen Schneefall
Durch die intensiven Niederschläge ist die Schneedecke vielerorts instabil. Dadurch steigt das Risiko von Lawinen deutlich.
Vor einer Wiedereröffnung müssen die zuständigen Teams:
- den Zustand der Hänge überprüfen;
- mögliche Lawinenzonen identifizieren;
- Zufahrtsstraßen freiräumen;
- Parkplätze, Gebäude und Liftstationen vom Schnee befreien;
- die Sicherheit der gesamten Infrastruktur kontrollieren.
Erst nach Abschluss dieser Arbeiten und einer erneuten Bewertung der Lawinenlage können die Pisten und Lifte schrittweise wieder in Betrieb genommen werden.
Das ist über das Skigebiet Portillo bekannt
Portillo liegt in den chilenischen Anden in der Region Valparaíso, rund 160 Kilometer von der Hauptstadt Santiago entfernt. Das Gebiet gilt als ältestes Skigebiet Südamerikas und wurde 1949 eröffnet. Im Jahr 1966 fanden dort die Alpinen Skiweltmeisterschaften statt.
Das Skigebiet verfügt über:
- 35 Skipisten;
- 14 Lifte;
- Höhenlagen zwischen 2548 und 3310 Metern;
- einen Höhenunterschied von 762 Metern.
Eine Besonderheit von Portillo sind die sogenannten Va-et-Vient-Lifte. Sie werden vor allem an steilen und lawinengefährdeten Hängen eingesetzt und richten sich in erster Linie an erfahrene Skifahrer.
Direkt neben dem Skigebiet liegt die Laguna del Inca. Der Andensee ist für seine türkisgrüne Farbe und eine lokale Legende über die Prinzessin Kora-Illé bekannt.
Deutschland kämpft gleichzeitig mit den Folgen extremer Hitze
Während Teile der Anden unter Rekordschneemengen liegen, leidet Europa unter den Folgen hoher Temperaturen. Nach Angaben der Deutschen Welle wurden in Deutschland bis Ende Juni 5120 hitzebedingte Todesfälle registriert.
Allein in der letzten Juniwoche sollen 4310 Menschen infolge der hohen Temperaturen gestorben sein. Insgesamt wurden in diesem Zeitraum rund 23.600 Todesfälle verzeichnet. Das entspricht einem Anstieg von fast 30 Prozent gegenüber dem Durchschnitt vergleichbarer Zeiträume in früheren Jahren.
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