Bei einer privaten Feier im Essener Stadtteil Rüttenscheid ist es in der Nacht zu einer schweren Gewalttat gekommen. Vier Männer wurden bei einer Auseinandersetzung mit einem Messer verletzt und mussten in Krankenhäuser gebracht werden. Ein 56-jähriger Mann brach während des Polizeieinsatzes zusammen und starb trotz sofortiger Wiederbelebungsmaßnahmen. Schreibt bankrecht-ratgeber mit Bezug auf Вild.
Der mutmaßliche Messerangreifer wurde festgenommen. Da auch er Verletzungen erlitten hatte, kam er unter Polizeibewachung in eine Klinik. Eine Mordkommission untersucht nun den genauen Ablauf, den Hintergrund des Streits und die Rolle der einzelnen Beteiligten.
Streit vor Veranstaltungsort eskaliert
Polizei und Rettungsdienst wurden gegen 2.20 Uhr zur Girardetstraße in Essen-Rüttenscheid alarmiert. In den dortigen Veranstaltungsräumen des Girardet-Hauses fand zu diesem Zeitpunkt eine private Feier mit rund 150 Gästen statt.
Nach den bisherigen Ermittlungen waren zunächst vier Männer in einen verbalen Streit geraten. Die Auseinandersetzung soll im Bereich der Feier begonnen und sich anschließend vor das Gebäude verlagert haben. Auf der Straße eskalierte der Konflikt offenbar vollständig.
Mindestens einer der Beteiligten soll dabei ein Messer eingesetzt haben. Als die ersten Einsatzkräfte eintrafen, fanden sie mehrere blutende Männer vor dem Gebäude.
Vier Männer erleiden Stich- und Schnittverletzungen
Insgesamt entdeckten die Beamten vier Männer mit unterschiedlichen Stich- oder Schnittverletzungen. Rettungskräfte versorgten die Verletzten zunächst am Tatort. Anschließend wurden sie zur weiteren Behandlung in umliegende Krankenhäuser gebracht.
Zu Art und Schwere der einzelnen Verletzungen machten Polizei und Staatsanwaltschaft zunächst keine detaillierten Angaben. Nach Medienberichten bestand bei mindestens einem Beteiligten zeitweise der Verdacht auf schwere Verletzungen.
Bei den Männern, die unmittelbar in den Streit verwickelt gewesen sein sollen, handelt es sich nach ersten Erkenntnissen um drei türkische Staatsangehörige im Alter von 42 bis 48 Jahren sowie einen 42-jährigen Deutschen.
Die Ermittler prüfen, wer den Streit ausgelöst hatte, welche Personen körperliche Gewalt anwendeten und ob neben dem festgenommenen Verdächtigen weitere Männer bewaffnet waren.
56-jähriger Sicherheitsmitarbeiter bricht zusammen
Während des Einsatzes kam es in unmittelbarer Nähe des Veranstaltungsortes zu einem weiteren Notfall. Ein 56-jähriger Mann brach plötzlich zusammen und blieb regungslos liegen.
Polizeibeamte leiteten noch vor dem Eintreffen des Rettungsdienstes Wiederbelebungsmaßnahmen ein. Trotz der anschließenden medizinischen Versorgung starb der Mann am Einsatzort.
Nach bisherigen Erkenntnissen war der 56-Jährige nicht direkt an der vorausgegangenen Auseinandersetzung beteiligt. Deutschen Medien zufolge soll er bei der Veranstaltung als Sicherheitsmitarbeiter beziehungsweise Türsteher gearbeitet haben.
Am Körper des Mannes wurden zunächst keine Stich- oder Schnittverletzungen festgestellt. Als mögliche Todesursache wird ein Herz-Kreislauf-Versagen geprüft. Ob die körperliche und psychische Belastung während der gewaltsamen Auseinandersetzung zu seinem Tod beigetragen hat, soll eine rechtsmedizinische Untersuchung klären.
Mutmaßlicher Messerangreifer im Krankenhaus festgenommen
Als Hauptverdächtigen führen die Ermittler einen 46-jährigen Mann, der selbst bei der Auseinandersetzung verletzt worden war. Er soll während des Streits ein Messer eingesetzt und damit mehrere Männer angegriffen haben.
Die Polizei nahm den Verdächtigen noch in der Nacht fest. Wegen seiner Verletzungen musste er in einem Krankenhaus behandelt werden. Dort wurde er von Polizeibeamten bewacht.
Gegen den Mann wird nach Medieninformationen wegen eines versuchten Tötungsdelikts ermittelt. Ob der Verdacht auf versuchten Totschlag oder versuchten Mord lautet, hängt unter anderem von den weiteren Zeugenaussagen, den Verletzungsmustern und der Rekonstruktion des Tatablaufs ab.
Auch die Frage, ob der Verdächtige gezielt zustach oder während einer unübersichtlichen körperlichen Auseinandersetzung handelte, ist Bestandteil der Ermittlungen.
Keine bestätigte Massenschlägerei mit 150 Gästen
Zum Zeitpunkt des Vorfalls hielten sich etwa 150 Personen in den angemieteten Veranstaltungsräumen auf. In ersten Meldungen war deshalb teilweise von einer Massenschlägerei die Rede.
Nach dem bisherigen Stand der Ermittlungen gibt es jedoch keine Hinweise darauf, dass sich eine große Zahl der Gäste an der Gewalt beteiligt hatte. Der eigentliche Streit soll sich auf eine kleinere Gruppe von Männern beschränkt haben.
Die übrigen Gäste wurden während des Einsatzes teilweise im Gebäude betreut oder aufgefordert, den Veranstaltungsbereich kontrolliert zu verlassen. Zahlreiche Polizeikräfte und Rettungsfahrzeuge waren rund um die Girardetstraße im Einsatz.
Der Bereich vor dem Gebäude wurde zeitweise abgesperrt. Spezialisten sicherten Blutspuren, mögliche Tatmittel und weitere Gegenstände, die für die Rekonstruktion der Auseinandersetzung von Bedeutung sein könnten.
Mordkommission untersucht Ablauf der Tat
Die Ermittlungen wurden von einer Mordkommission übernommen. Die Beamten befragen Teilnehmer der Feier, Anwohner, Sicherheitskräfte und weitere mögliche Zeugen.
Zusätzlich wird geprüft, ob Videoaufnahmen aus dem Gebäude oder von Kameras im Außenbereich vorliegen. Solche Aufnahmen könnten zeigen, wann der Streit begann, wer zuerst körperliche Gewalt einsetzte und wie sich die Beteiligten vor dem Eintreffen der Polizei verhielten.
Unklar ist weiterhin, aus welchem Grund die Männer aneinandergerieten. Ebenso offen bleibt, ob sich die Beteiligten bereits vor der Veranstaltung kannten oder ob der Streit spontan während der Feier entstand.
Die rechtsmedizinische Untersuchung soll zudem klären, woran der 56-jährige Sicherheitsmitarbeiter starb. Erst danach kann abschließend beurteilt werden, ob sein Tod in einem direkten Zusammenhang mit den Ereignissen vor dem Veranstaltungsort steht.

