Der ukrainische Inlandsgeheimdienst SBU hat nach eigenen Angaben einen russischen strategischen Bomber des Typs Tu-95MS auf dem Militärflugplatz Engels in der Region Saratow schwer beschädigt. Über das Ergebnis der Operation informierte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am 17. Juli. Nach Angaben der ukrainischen Seite war das Flugzeug wiederholt für den Abschuss von Marschflugkörpern auf ukrainische Städte eingesetzt worden. Schreibt bankrecht-ratgeber mit Bezug auf t-online.
Der SBU zufolge wurde das Heck der Maschine bei dem Angriff vollständig vom Rumpf abgetrennt. Schäden dieses Ausmaßes machen einen weiteren Einsatz des Flugzeugs ohne eine umfassende Reparatur praktisch unmöglich.
Was über den Angriff auf den Flugplatz Engels bekannt ist
Nach Angaben des ukrainischen Geheimdienstes erfolgte der Angriff direkt auf dem Gelände des Militärflugplatzes Engels. Der Stützpunkt gilt als einer der wichtigsten Standorte der russischen strategischen Luftstreitkräfte und liegt etwa 800 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt.
Der genaue Zeitpunkt der Operation wurde zunächst nicht offiziell genannt. Russische Telegram-Kanäle hatten jedoch in der Nacht zum 16. Juli über einen Drohnenangriff und einen Brand in der Nähe des Militärgeländes berichtet.
Nach Darstellung des SBU deuten die Schäden darauf hin, dass der Bomber keine weiteren Kampfeinsätze mehr durchführen kann. Die Maschine müsse entweder über einen langen Zeitraum repariert oder vollständig ausgemustert werden.
Warum die Tu-95 für die russischen Streitkräfte wichtig ist
Die Tu-95MS gehört zu den strategischen Raketenträgern, die Russland regelmäßig bei groß angelegten Angriffen auf die Ukraine einsetzt. Die Flugzeuge dienen als Träger von Langstrecken-Marschflugkörpern und müssen für deren Abschuss nicht in den ukrainischen Luftraum eindringen.
Die Raketen können von russischem Staatsgebiet oder aus dem Luftraum über dem Kaspischen Meer gestartet werden. Dadurch bleibt die Tu-95 ein zentraler Bestandteil der russischen Fernfliegerkräfte.
Die Zahl der einsatzfähigen Maschinen ist jedoch begrenzt. Zudem wird dieser Flugzeugtyp seit langer Zeit nicht mehr regulär in Serie produziert. Der Verlust oder die schwere Beschädigung eines einzelnen Bombers wirkt sich deshalb unmittelbar auf die Möglichkeiten der russischen strategischen Luftwaffe aus.
Angriff setzt Operationen gegen Russlands strategische Luftwaffe fort
Der Angriff auf den Luftwaffenstützpunkt Engels ist Teil einer Reihe ukrainischer Operationen gegen die russische Militärluftfahrt. Zu den bekanntesten Aktionen gehört die SBU-Operation „Spinnennetz“ vom 1. Juni 2025.
Damals griffen ukrainische Drohnen mehrere russische Militärflugplätze an, auf denen Flugzeuge der Typen Tu-95, Tu-22M3 und Tu-160 sowie A-50-Aufklärungsmaschinen stationiert waren.
Nach ukrainischen Angaben wurden bei der Operation mehr als 40 Flugzeuge getroffen. Ein Teil der Maschinen soll vollständig zerstört worden sein, während andere erhebliche Schäden erlitten.
Die für den Angriff vorgesehenen Drohnen waren zuvor tief in das russische Staatsgebiet transportiert worden. Anschließend wurden sie in unmittelbarer Nähe der Militärflugplätze gestartet. Dadurch konnten einzelne Komponenten der russischen Luftverteidigung umgangen und die Flugzeuge direkt auf ihren Abstellflächen angegriffen werden.
Ukraine verstärkt auch Angriffe auf russische Schiffe
Parallel zu den Operationen gegen die strategische Luftwaffe setzt die Ukraine ihre Angriffe auf die russische Militärlogistik im Schwarzen und Asowschen Meer fort.
Der Kommandeur der ukrainischen Kräfte für unbemannte Systeme, Robert Browdi, berichtete über eine Serie von Angriffen auf Tanker, Frachtschiffe, Flüssiggastanker und Hilfsschiffe. Seinen Angaben zufolge griffen ukrainische Drohnen allein in der Nacht zum 15. Juli insgesamt 20 russische Schiffe im Schwarzen Meer an. Unter den Zielen befanden sich 17 Öltanker, zwei Gastanker und ein Schlepper.
Die ukrainische Seite erklärte außerdem, dass zwischen dem 6. und 15. Juli insgesamt 136 Schiffe angegriffen worden seien. Zuvor hatten die ukrainischen Streitkräfte auch über Attacken auf Schiffe im Asowschen Meer berichtet, die für Treibstofftransporte und die Versorgung russischer Truppen eingesetzt worden sein sollen.
Einige der getroffenen Tanker werden von der Ukraine der sogenannten russischen Schattenflotte zugerechnet. Russland nutzt solche Schiffe, um internationale Sanktionen zu umgehen und weiterhin Energieprodukte zu exportieren.

