Autohändler und Werkstätten in Deutschland spüren zunehmend die Folgen des Umstiegs auf Elektroautos. Wegen der einfacheren Technik von E-Fahrzeugen verlieren Servicebetriebe einen erheblichen Teil ihrer Einnahmen aus Wartung und Reparatur. Schreibt bankrecht-ratgeber mit Bezug auf elektroauto-news.
Wie das Branchenmagazin Automobilwoche berichtet, bringen Besitzer von Elektroautos Werkstätten im Durchschnitt bis zu 50 Prozent weniger Serviceumsatz als Fahrer vergleichbarer Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. Der Grund liegt in der geringeren Zahl von Bauteilen, die regelmäßig gewartet oder ersetzt werden müssen.
Elektroautos benötigen deutlich weniger Wartung
Bei Elektrofahrzeugen entfallen viele Arbeiten, die Werkstätten jahrzehntelang stabile Einnahmen gesichert haben. Dazu gehören Ölwechsel, der Austausch von Zündkerzen, Zahnriemen, Kupplungen oder Abgasanlagen. Auch aufwendige Motorreparaturen fallen wesentlich seltener an.
Hinzu kommt, dass moderne Fahrzeuge immer häufiger per Software aktualisiert werden können. Dadurch werden zusätzliche Werkstattbesuche zunehmend überflüssig.
Das Servicegeschäft der Händler verliert seine wichtigste Einnahmequelle
Für viele Autohäuser galt der Fahrzeugverkauf lange als margenschwaches Geschäft, während Wartung und Reparaturen die wichtigste Gewinnquelle darstellten. Mit dem wachsenden Anteil von Elektroautos verändert sich dieses Geschäftsmodell jedoch spürbar.
Laut Automobilwoche melden Händlerverbände und Branchenexperten bereits deutliche Rückgänge bei den Serviceeinnahmen. Besonders betroffen sind Betriebe mit einem hohen Anteil an Elektrofahrzeugen im Kundenbestand.
In Norwegen und Dänemark sind die Veränderungen bereits deutlich sichtbar
Besonders stark zeigen sich die Folgen der Elektromobilität in Ländern mit hohem Elektroauto-Anteil. Der norwegische Volkswagen-Importeur Møller berichtet, dass die Einnahmen aus Wartung und Reparatur bei Elektroautos unter vier Jahren rund 46 Prozent niedriger liegen als bei vergleichbaren Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor.
Auch in Dänemark verändert sich die Situation deutlich. Bei der BMW-Händlergruppe Bayern AutoGroup stieg der Anteil von Elektroautos im Werkstattgeschäft innerhalb eines Jahres von 10 auf 30 Prozent.
Branchenexperten gehen davon aus, dass sich eine ähnliche Entwicklung mit zeitlicher Verzögerung auch in Deutschland durchsetzen wird.
Händler müssen gleichzeitig mehr investieren
Parallel dazu investieren Autohäuser und Werkstätten derzeit hohe Summen in die Umstellung auf Elektromobilität. Dazu gehören Schulungen für Arbeiten an Hochvoltsystemen, spezielle Werkzeuge und der Ausbau der Ladeinfrastruktur.
Damit stehen viele Betriebe gleichzeitig vor steigenden Kosten und sinkenden Einnahmen.
Wartung von Elektroautos ist deutlich günstiger
Für Besitzer von Elektrofahrzeugen bringt die Entwicklung dagegen Vorteile. Nach Angaben des ADAC sind Wartung und Inspektion bei Elektroautos im Durchschnitt rund ein Drittel günstiger als bei vergleichbaren Verbrennermodellen. In einzelnen Fällen fällt die Ersparnis sogar noch höher aus.
Auch die aktuelle Pannenstatistik spricht zugunsten von Elektroautos. Befürchtungen über besonders hohe Reparaturkosten durch Hochvoltbatterien oder eine erhöhte Anfälligkeit für Defekte haben sich im Alltag bislang kaum bestätigt.
Werkstätten suchen nach neuen Geschäftsmodellen
Vor diesem Hintergrund versuchen Händler und Werkstätten neue Einnahmequellen aufzubauen. Dazu zählen Batteriediagnosen, Software-Services, Reifenservice, Karosseriearbeiten, Ladeinfrastruktur sowie Dienstleistungen rund um Energie und Elektromobilität.
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