Die frühere Grünen-Vorsitzende Ricarda Lang hat offen über die emotionalen Herausforderungen gesprochen, die sie während ihrer Gewichtsabnahme begleiteten. Nachdem sie ihre Ernährung umgestellt und regelmäßig Sport getrieben hatte, verlor sie rund 40 Kilogramm. Gleichzeitig fiel es ihr lange schwer, öffentlich über diesen Schritt zu sprechen, weil sie Sorge hatte, Menschen zu enttäuschen, die sich von ihr vertreten fühlten. Schreibt bankrecht-ratgeber mit Bezug auf t-online.
Über diese Erfahrungen sprach die 32-Jährige im Podcast „Glow Up Your Life“ der Moderatorin Katja Burkard.
Sport und Ernährung waren lange ein sensibles Thema
Ricarda Lang berichtete, dass sie bereits als Jugendliche übergewichtig gewesen sei und sich für ihren Körper geschämt habe. Gespräche über Sport, Gesundheit und Ernährung seien für sie über viele Jahre mit Scham, Unsicherheit und Ängsten verbunden gewesen.
Aus diesem Grund habe sie Themen rund um Bewegung und einen gesunden Lebensstil bewusst gemieden. Ihr Verhalten erklärte sie sich damals unter anderem mit feministischen Überzeugungen. Sie habe sich eingeredet, dass eine starke Beschäftigung mit dem eigenen Körper nicht zu ihren politischen Grundsätzen passe.
Damals habe sie geglaubt, Frauen dürften nicht auf ihr Äußeres reduziert werden und sollten sich nicht nach gesellschaftlichen Schönheitsidealen richten. Heute bewertet sie diese Fragen anders.
Nach ihren Worten geht es bei Sport und gesunder Ernährung nicht um das Erreichen eines bestimmten Schönheitsideals, sondern um die eigene Gesundheit. Ein fitter Körper helfe dabei, auch andere Herausforderungen des Lebens besser zu bewältigen.
Die Sorge, Menschen zu enttäuschen
Besonders belastend sei für Ricarda Lang ihre öffentliche Rolle gewesen. Die Politikerin hatte sich immer wieder gegen Diskriminierung und Beleidigungen gegenüber Menschen mit Übergewicht ausgesprochen. Daran habe sich auch nach ihrer Gewichtsabnahme nichts geändert, betonte sie.
Hasskommentare über das Aussehen seien weder hilfreich noch akzeptabel und verletzten die Betroffenen. Gleichzeitig hätten ihr viele Menschen geschrieben, dass sie sich durch Lang vertreten fühlten und sie als Vorbild für Körperakzeptanz betrachteten.
Deshalb habe sie sich während ihrer Gewichtsabnahme immer wieder gefragt, ob sie diese Menschen enttäuschen könnte.
„Ich habe mich gefragt: Enttäusche ich Menschen? Nehme ich jemandem ein Vorbild?“, sagte Lang.
Sie habe befürchtet, ihre körperliche Veränderung könnte als Abkehr von ihren bisherigen Positionen zu Body Positivity und gegen Diskriminierung aufgrund des Körpergewichts verstanden werden.
Positive Reaktionen nach der Veränderung
Nachdem ihre Gewichtsabnahme öffentlich sichtbar geworden war, erhielt Ricarda Lang nach eigenen Angaben überwiegend positive Rückmeldungen. Viele Menschen hätten sich über ihren Weg gefreut.
Einige schrieben ihr sogar, dass ihre Entscheidung, mehr Sport zu treiben und bewusster zu leben, sie selbst motiviert habe. Damit hätten sich ihre Befürchtungen, ihre Vorbildfunktion zu verlieren, letztlich nicht bestätigt.
Lang erklärte außerdem, dass sie ihre Entscheidung nicht bereue. Mit etwa 30 Jahren habe sie begonnen, sich intensiver mit ihrer langfristigen Gesundheit auseinanderzusetzen.
Sie habe sich gefragt, ob sie auch mit 50 Jahren körperlich fit und gesund sein möchte. Dabei sei ihr klar geworden, dass das eigene Wohlbefinden nicht davon abhängen dürfe, welche Erwartungen andere Menschen an sie hätten oder welche Rolle sie ihr zuschrieben.
Nach den Worten der ehemaligen Grünen-Vorsitzenden sollten Entscheidungen über die eigene Gesundheit nicht von den Vorstellungen anderer bestimmt werden.
lesen Sie auch: Wer ist Jennifer Hudson, die vor dem WM-Finale 2026 die US-Hymne sang

