Die taiwanischen Streitkräfte haben erstmals eine Schießübung mit den US-Mehrfachraketenwerfern M142 HIMARS an der Westküste der Insel durchgeführt, die dem chinesischen Festland zugewandt ist. Die Übung markiert den Abschluss der Integration des Systems in die nationale Verteidigungsstruktur und soll die Einsatzbereitschaft der Truppen bei der Abwehr möglicher Landungsoperationen demonstrieren. Schreibt bankrecht-ratgeber mit Bezug auf esut.
Das Manöver fand am 10. Juni in der Nähe des Strandes Jian’an an der Mündung des Dajia-Flusses in Taichung statt. Sechs Abschussfahrzeuge des 58. Artilleriekommandos nahmen daran teil. Die Einheiten bezogen verdeckte Stellungen, entfalteten ihre Systeme, eröffneten das Feuer und verlegten anschließend ihre Positionen nach dem Prinzip „Schießen und Verlegen“.
Neben den HIMARS-Systemen kamen auch die selbstfahrenden Artilleriegeschütze M109A2 und M110A2, konventionelle 155-mm-Haubitzen, die in Taiwan entwickelte Mehrfachraketenwerferanlage Thunderbolt-2000 sowie Panzerabwehrraketensysteme zum Einsatz.
Taiwan setzt HIMARS erstmals an der dem chinesischen Festland zugewandten Küste ein
Bereits im Herbst 2025 hatte Taiwan die ersten Schießversuche mit dem M142 HIMARS durchgeführt. Damals fanden die Tests an der südöstlichen Küste mit Ausrichtung auf den Pazifik statt.
Die aktuellen Übungen stellen jedoch eine neue Stufe dar: Erstmals wurden die Systeme an der Westküste eingesetzt, die direkt auf das chinesische Festland ausgerichtet ist. Damit demonstrierte Taiwan erstmals die Einsatzfähigkeit von HIMARS in einem Gebiet, das im Falle einer Eskalation in der Taiwanstraße von zentraler Bedeutung wäre.
Gleichzeitige Zielbekämpfung stand im Mittelpunkt der Übung
Ein besonderer Schwerpunkt lag auf dem sogenannten „Time-on-Target“-Verfahren (TOT). Dabei werden Raketenstarts von mehreren, weit voneinander entfernten Feuerstellungen so koordiniert, dass sämtliche Geschosse gleichzeitig im Zielgebiet eintreffen.
Diese Methode erhöht die Wirkung des Angriffs und erschwert es dem Gegner, rechtzeitig Schutzmaßnahmen zu ergreifen.
Allerdings verliefen die Schießübungen nicht vollständig störungsfrei. Von 36 geplanten Übungsraketen wurden lediglich 32 erfolgreich gestartet. Vier Raketen verfehlten ihr Ziel aufgrund von Problemen im elektronischen Steuerungs- und Datenübertragungssystem.
Nach Angaben des Artilleriekommandos könnten fehlerhafte Computerkomponenten die Ursache gewesen sein. Ähnliche Schwierigkeiten waren bereits bei früheren Tests aufgetreten und bestehen trotz eines von den USA bereitgestellten Software-Updates weiterhin.
Zentral-Taiwan soll Hauptstandort der HIMARS-Einheiten werden
Die jüngste Übung bildet den Abschluss eines dreistufigen Programms zur vollständigen Integration des M142 HIMARS in die Verteidigungsstrategie der Insel. Nach den ersten Tests auf dem Truppenübungsplatz Jiupeng und späteren Einsatzsimulationen zum Schutz der Penghu-Inseln richtet sich der Fokus nun auf die Sicherung der Westküste.
Das Militär hat den zentralen Teil Taiwans als dauerhaftes Haupteinsatzgebiet für die HIMARS-Einheiten festgelegt.
Von dort aus können die hochmobilen Systeme potenzielle Landungszonen im Norden bei Hsinchu und Taoyuan sowie im Süden bei Tainan und Kaohsiung abdecken. Darüber hinaus können sie die auf den Penghu-Inseln stationierten Einheiten unterstützen.
Die Stationierung im Landesinneren soll zudem die Aufklärung durch einen potenziellen Gegner erschweren und die Überlebensfähigkeit der Systeme erhöhen.
Taiwan baut seine HIMARS-Flotte weiter aus
Bei der aktuellen Übung wurden lediglich Kurzstrecken-Übungsraketen eingesetzt. Das eigentliche Potenzial der HIMARS-Systeme liegt jedoch in der Nutzung von präzisionsgelenkten GMLRS-Raketen mit Reichweiten von 70 bis 150 Kilometern sowie von ATACMS-Raketen, die Ziele in einer Entfernung von bis zu 300 Kilometern treffen können.
Dadurch lassen sich Kommandoposten, Logistikzentren und Truppenkonzentrationen weit hinter der Frontlinie bekämpfen.
Taiwan erhielt die ersten elf HIMARS-Systeme Ende 2024. Weitere 18 Abschussfahrzeuge sollen im Laufe des Jahres 2026 geliefert werden. Zudem haben die USA im Rahmen eines langfristigen Beschaffungsprogramms den Verkauf von weiteren 82 Systemen genehmigt.
Nach Berichten taiwanischer Medien bleibt ein separates US-Rüstungspaket im Wert von 14 Milliarden US-Dollar derzeit vorläufig ausgesetzt. Die Entscheidung fiel nach dem Gipfeltreffen zwischen dem US-Präsidenten und dem chinesischen Staatschef im Mai.
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