Im Südwesten Japans hat sich ein starkes Erdbeben der Magnitude 7,1 ereignet. Das Epizentrum lag in der Präfektur Kumamoto auf der Insel Kyūshū. Nach vorläufigen Angaben japanischer Medien kam mindestens ein Mensch ums Leben, mindestens 50 weitere wurden unterschiedlich schwer verletzt. Die Behörden setzen die Rettungsarbeiten fort und warnen vor möglichen weiteren starken Nachbeben. Schreibt bankrecht-ratgeber mit Bezug auf tagesschau.
Ein Todesopfer und Dutzende Verletzte
Nach Angaben der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo wurde ein Todesfall nach dem Einsturz eines Wohnhauses in der Präfektur Kumamoto gemeldet. Die Region wurde besonders schwer von dem Erdbeben getroffen.
Gleichzeitig berichteten lokale Fernsehsender über einen schweren Zwischenfall im Einkaufszentrum Aeon Mall in der Stadt Kashima. Nach einer mutmaßlichen Explosion wurde ein Teil des Gebäudes zerstört. Rettungskräfte durchsuchen weiterhin die Trümmer, da am späten Abend zu 20 bis 30 Beschäftigten des Einkaufszentrums noch immer kein Kontakt bestand.
Die Polizei bestätigte, Berichte über eine Explosion erhalten zu haben. Die genaue Ursache des Vorfalls ist bislang jedoch nicht geklärt. Auch die Zahl der Menschen, die bei dem Zwischenfall im Einkaufszentrum verletzt oder getötet wurden, steht noch nicht endgültig fest.
Nach Angaben des Fernsehsenders NHK wurden durch das Erdbeben insgesamt mindestens 50 Menschen verletzt.
Zehntausende Haushalte ohne Strom
Das Erdbeben führte zu großflächigen Stromausfällen. Nach vorläufigen Angaben waren in der Präfektur Kumamoto rund 46.000 Haushalte zeitweise ohne Elektrizität.
Darüber hinaus wurden folgende Folgen gemeldet:
- Ein Güterzug entgleiste.
- Der Flughafen Aso-Kumamoto sperrte seine Start- und Landebahnen.
- Mehrere Abschnitte von Autobahnen wurden geschlossen.
- Der Bahnbetreiber JR Kyushu stellte den gesamten Zugverkehr ein, darunter auch die Hochgeschwindigkeitsverbindungen.
Die japanische Regierung entsandte zusätzliche Einheiten der Selbstverteidigungsstreitkräfte in die betroffene Region, um die Rettungsmaßnahmen zu unterstützen.
Tsunami-Warnung aufgehoben, Risiko weiterer Erdstöße bleibt
Unmittelbar nach dem Erdbeben veröffentlichte die japanische Wetterbehörde eine Warnung vor einem möglichen Tsunami mit einer Höhe von bis zu einem Meter. Nach einer weiteren Bewertung der Lage wurde die Warnung später aufgehoben.
Fachleute registrieren jedoch weiterhin zahlreiche Nachbeben. Die Behörden warnen davor, dass es in den kommenden Tagen zu weiteren starken Erdstößen in der Region kommen könnte.
Das Epizentrum lag in einer Tiefe von rund zehn Kilometern im Raum Kumamoto. Trotz der Stärke des Bebens meldeten die Betreiber der Atomkraftwerke in der Region keine Störungen oder Schäden an den Anlagen.
Kumamoto war bereits von einem schweren Erdbeben betroffen
Die Region Kumamoto wurde bereits in der Vergangenheit von einer schweren Erdbebenkatastrophe getroffen. Im Jahr 2016 ereignete sich dort ein Beben der Magnitude 7,3. Nach offiziellen Angaben kamen damals 275 Menschen ums Leben. Es war eines der folgenreichsten Erdbeben in der jüngeren Geschichte Japans.
Japan liegt am sogenannten Pazifischen Feuerring und zählt zu den seismisch aktivsten Ländern der Welt. Jedes Jahr werden auf dem Staatsgebiet etwa 1.500 Erdbeben unterschiedlicher Stärke registriert.
lesen Sie auch: Chile versinkt im Schnee: In Portillo fallen innerhalb von 72 Stunden mehr als drei Meter Neuschnee

