In den italienischen Dolomiten ist es erneut zu einem massiven Touristenansturm gekommen. Hunderte Menschen warteten an einer Bushaltestelle in Misurina, um zu den berühmten Drei Zinnen zu gelangen. Videos aus sozialen Netzwerken haben in Italien erneut eine Debatte über die Folgen des Massentourismus in den Alpen ausgelöst. Schreibt bankrecht-ratgeber mit Bezug auf Вild.
Auf den Aufnahmen ist zu sehen, dass sich die Schlange für die Shuttlebusse über Hunderte Meter erstreckt. Die meisten Fahrgäste wollen zur Auronzohütte, wo der beliebte Rundwanderweg um die Drei Zinnen beginnt.
Zufahrt zur Auronzohütte wurde begrenzt
Ein Grund für den Andrang sind die neuen Regeln für die mautpflichtige Straße zur Auronzohütte. Seit diesem Jahr dürfen täglich höchstens 800 Autos die Strecke befahren.
Ein Stellplatz muss im Voraus reserviert werden. Die Zufahrt kostet rund 40 Euro. Da die Zahl der Genehmigungen begrenzt ist, müssen viele Besucher ihre Fahrzeuge im Tal abstellen und auf Busse umsteigen.
Die vorhandene Infrastruktur ist dem hohen Fahrgastaufkommen jedoch offenbar nicht gewachsen. Videos aus Misurina zeigen lange Wartezeiten. Bereits vor der Abfahrt der ersten Busse bilden sich große Menschenansammlungen.
Die Drei Zinnen gehören zu den bekanntesten Natursehenswürdigkeiten Italiens. Die markante Felsformation zieht jedes Jahr Wanderer, Bergsteiger und organisierte Reisegruppen aus aller Welt an.
Bis zu 14.000 Besucher an einem Tag
Nach Angaben des Tourismusportals Dolomiti.it besuchen in der Hochsaison täglich bis zu 14.000 Menschen das Gebiet rund um die Drei Zinnen. Die größte Belastung trägt die Gemeinde Auronzo di Cadore, auf deren Gebiet die Sehenswürdigkeit liegt.
Die örtlichen Behörden prüfen bereits weitere Beschränkungen. Diskutiert werden Maßnahmen, mit denen die Zahl der Tagesgäste reduziert und die Besucherströme besser verteilt werden könnten.
Der Massentourismus sorgt in den Dolomiten bereits seit Jahren für Konflikte. Im vergangenen Jahr hatten Landwirte an einer beliebten Route Drehkreuze aufgestellt und von Besuchern fünf Euro Eintritt verlangt. Sie begründeten den Schritt mit dem Schutz privater Weideflächen und den Schäden durch die hohe Zahl an Wanderern.
Die starke Auslastung betrifft nicht nur den Verkehr. Auch das Müllaufkommen steigt. Wanderwege, Parkplätze, sanitäre Anlagen und Berghütten werden zunehmend belastet.
Kritik an Tagestouristen und Instagram-Fotos
Besonders kritisch sehen viele Anwohner Besucher, die nur für wenige Stunden zu den Drei Zinnen kommen. Ihnen wird vorgeworfen, vor allem spektakuläre Fotos für soziale Netzwerke machen zu wollen, statt die Bergregion auf längeren Wanderungen zu erkunden.
Alberto Gris vom Italienischen Alpenverein CAI in Belluno erklärte, viele Gäste würden die Berge inzwischen lediglich als Kulisse für Instagram-Aufnahmen nutzen. Einige Besucher seien zudem schlecht auf Wanderungen vorbereitet und würden grundlegende Verhaltensregeln in den Bergen missachten.
In sozialen Netzwerken tauchen regelmäßig Bilder von langen Warteschlangen an Aussichtspunkten auf. An besonders bekannten Fotostellen müssen Touristen teilweise warten, bis sie ein Bild ohne andere Besucher aufnehmen können.
Behörden und Vertreter der Tourismusbranche beraten darüber, wie der Zugang zur Natur erhalten und gleichzeitig die Belastung reduziert werden kann. Zu den diskutierten Maßnahmen gehören Reservierungssysteme, tägliche Besucherobergrenzen und die stärkere Bewerbung alternativer Routen.
Kaum freie Plätze in Berghütten
Auch die Wanderwege für mehrtägige Touren sind stark ausgelastet. Reiseveranstalter reservieren Schlafplätze in Berghütten häufig lange im Voraus für organisierte Gruppen. Spontan reisende Wanderer finden deshalb oft keine Unterkunft, wenn sie nicht Monate vorher gebucht haben.
Hüttenbetreiber berichten außerdem von mehr Müll und beschädigter Ausstattung. Probleme gibt es auch in einfachen Notunterkünften, die Wanderern bei Unwettern oder anderen gefährlichen Situationen Schutz bieten sollen.
Einige dieser Unterkünfte könnten künftig abgebaut werden. Vertreter von Alpenorganisationen befürchten, dass Einrichtungen, die ursprünglich der Sicherheit dienen, zunehmend zweckentfremdet, verschmutzt oder beschädigt werden.
Die Diskussion über neue Regeln fällt in die Hauptreisezeit des Sommers. Die Drei Zinnen bleiben weiterhin zugänglich. Besucher müssen jedoch die Zufahrt im Voraus reservieren, lange Wartezeiten an den Bushaltestellen einplanen und freie Plätze in Berghütten frühzeitig prüfen.
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