In vier Gemeinden des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen treten ab dem 24. Juni strenge Beschränkungen für die Nutzung von Trinkwasser in Kraft. Betroffen sind Hille, Hüllhorst, Bad Oeynhausen und Löhne in der Region Ostwestfalen-Lippe. Schreibt bankrecht-ratgeber mit Bezug auf sueddeutsche.
Der zuständige Wasserversorger Am Wiehen teilte mit, dass sich die Wasserspeicher derzeit schneller leeren, als sie wieder aufgefüllt werden können. Ursache ist der deutlich gestiegene Wasserverbrauch während der aktuellen Hitzeperiode.
Trinkwasser darf vorerst nur noch zum Trinken, Kochen und für die persönliche Hygiene verwendet werden. Die Bewässerung von Gärten und Rasenflächen, das Befüllen von Pools sowie die Autowäsche mit Trinkwasser sind untersagt.
Verstöße können mit bis zu 1.000 Euro geahndet werden
Die betroffenen Kommunen haben eine entsprechende Allgemeinverfügung erlassen, nachdem frühere Appelle zum Wassersparen kaum Wirkung gezeigt hatten.
Bereits mehrere Tage lang stand die sogenannte „Trinkwasserampel“ auf Rot und signalisierte eine kritische Versorgungslage. Dennoch blieb der Verbrauch auf hohem Niveau.
Wer Trinkwasser weiterhin für nicht notwendige Zwecke nutzt, muss mit einem Bußgeld von bis zu 1.000 Euro rechnen. Ziel der Maßnahmen ist es, ein Absinken der Wasserreserven unter kritische Werte zu verhindern und die Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen.
Warum die Wasserreserven unter Druck geraten sind
Nach Angaben des Versorgers wird derzeit mehr Wasser entnommen, als durch die vorhandenen Brunnen und Pumpstationen nachgeliefert werden kann.
Besonders problematisch sind die Abendstunden. Dann nutzen viele Menschen gleichzeitig Wasser zum Bewässern ihrer Grundstücke, zum Befüllen von Pools oder für andere Freizeitaktivitäten.
Durch diese Verbrauchsspitzen geraten die örtlichen Versorgungssysteme an ihre Grenzen, obwohl insgesamt ausreichend Wasserressourcen vorhanden sind.
Könnten weitere Städte ähnliche Einschränkungen einführen?
Auch in anderen Städten Ostwestfalen-Lippes wird die Lage aufmerksam beobachtet. In Bielefeld, Minden, Rheda-Wiedenbrück, Geseke und Rietberg zeigt die Trinkwasserampel derzeit Gelb und weist auf erhöhte Belastungen hin.
Eine vergleichbare Situation hatte sich bereits rund um Jülich bei Aachen entwickelt. Dort konnte die Lage durch einen geringeren Verbrauch und zusätzliche Wasserzufuhr wieder stabilisiert werden.
Fachleute weisen darauf hin, dass solche lokalen Engpässe während längerer Hitzeperioden in verschiedenen Regionen Deutschlands auftreten können. In extremen Fällen steigt der Wasserverbrauch auf das Anderthalbfache oder sogar darüber hinaus.
Droht Nordrhein-Westfalen eine allgemeine Wasserknappheit?
Nach Angaben der zuständigen Behörden gibt es derzeit keine landesweite Wasserknappheit in Nordrhein-Westfalen.
Fast die Hälfte des Trinkwassers stammt aus Grundwasserreservoirs, deren Pegel aktuell überwiegend im durchschnittlichen bis hohen Bereich liegen. Auch die Dürremessungen zwischen Rhein und Weser zeigen derzeit keine kritischen Werte.
Zudem haben die Niederschläge im Mai die Wasserspeicher deutlich gefüllt. Die großen Talsperren der Region weisen derzeit einen Füllstand von über 90 Prozent auf.
Experten betonen daher, dass die aktuellen Probleme nicht auf einen generellen Wassermangel zurückzuführen sind. Vielmehr stoßen einzelne lokale Versorgungssysteme bei außergewöhnlich hohem Verbrauch zeitweise an ihre technischen Grenzen. Die Lage wird täglich neu bewertet, und die Einschränkungen bleiben bestehen, bis sich die Wasserreserven wieder nachhaltig stabilisieren.
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