Richard Gere kann auf eine beeindruckende Filmkarriere mit zahlreichen Erfolgen zurückblicken, doch eine Oscar-Nominierung blieb ihm bislang verwehrt. Gleichzeitig ist sein Name mit einem der größten Kontroversen in der Geschichte der Oscar-Verleihung verbunden. Nach einem Auftritt auf der Bühne im Jahr 1993 wurde der Schauspieler für zwei Jahrzehnte von der Veranstaltung ausgeschlossen. Trotzdem kehrte Gere bereits zehn Jahre später als Gast zur wichtigsten Filmpreisverleihung der Welt zurück. Schreibt bankrecht-ratgeber mit Bezug auf moviepilot.
Politische Rede bei den Oscars führte zum Ausschluss
1993 gehörte Richard Gere zu den Laudatoren der Oscar-Verleihung und sollte den Preis für das beste Szenenbild überreichen. Statt sich ausschließlich auf die Preisvergabe zu konzentrieren, nutzte er seinen Auftritt jedoch für eine politische Botschaft.
Vor Millionen von Zuschauern kritisierte Gere die chinesische Regierung wegen der Menschenrechtslage in Tibet. Dabei erwähnte er auch den damaligen chinesischen Staatschef Deng Xiaoping und forderte internationale Aufmerksamkeit für die Situation in der Region.
Die Rede sorgte für erhebliche Diskussionen und überschattete die eigentliche Preisvergabe. Nach Angaben amerikanischer Medien bewertete die Academy den Auftritt als zu politisch und verhängte ein Verbot, das Gere bis 2013 von der Oscar-Bühne fernhalten sollte. Darüber hinaus erklärte ihn die chinesische Regierung zur unerwünschten Person und untersagte ihm die Einreise nach China.
Wie Richard Gere trotz des Verbots zurückkehrte
Obwohl die Sanktionen noch galten, erschien Richard Gere bereits 2003 wieder bei der Oscar-Verleihung. Möglich wurde dies durch den großen Erfolg des Musicals „Chicago“, in dem er eine Hauptrolle spielte.
Der Film erhielt insgesamt 13 Oscar-Nominierungen und gewann schließlich sechs Auszeichnungen, darunter den Oscar für den besten Film. Aufgrund der Bedeutung des Projekts erhielt Gere eine Sondergenehmigung, gemeinsam mit dem restlichen Ensemble und der Filmcrew an der Gala teilzunehmen.
Für seine eigene Leistung in „Chicago“ wurde der Schauspieler zwar nicht nominiert, seine Anwesenheit bei der Veranstaltung stellte jedoch eine Ausnahme von den zuvor verhängten Beschränkungen dar.
Offizielle Rückkehr auf die Oscar-Bühne im Jahr 2013
Nach seinem Auftritt bei der Verleihung 2003 blieb Gere den Oscars erneut mehrere Jahre fern. Erst 2013, mit dem Ende des Verbots, kehrte er offiziell zur Preisverleihung zurück.
In diesem Jahr stand er wieder als Laudator auf der Bühne. Gemeinsam mit Queen Latifah, Renée Zellweger und Catherine Zeta-Jones überreichte er die Oscars für die beste Filmmusik und den besten Filmsong.
Die Geschichte von Richard Gere gilt bis heute als eines der bekanntesten Beispiele dafür, wie politische Äußerungen bei den Oscars langfristige Konsequenzen für Beteiligte haben können.

